- 5,9 Mrd. Euro Verwaltungskosten bei Jobcentern 2025
- 74% aller BA-Standorte sind angemietet
- Struktureller Leerstand wird nicht erfasst
Verwaltungskosten Jobcenter: 5,9 Mrd. Euro Immobilien-Budget
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6242 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die Anfrage der AfD-Fraktion thematisiert die Kostentreiber im deutschen Sozialsystem. Seit der Corona-Pandemie 2020 hat sich die Nutzung von HomeOffice und Telearbeit in der öffentlichen Verwaltung stark ausgeweitet. Der Bundesrechnungshof hatte bereits 2023 auf mögliche Ineffizienzen bei der Büroflächennutzung hingewiesen. Die AfD sieht hier Einsparpotenziale von mehreren hundert Millionen Euro jährlich.
- 5,9 Mrd. Euro — Gesamte Verwaltungskosten von Jobcentern und Arbeitsagenturen 2025
- 4,36 Mrd. Euro — Allein die Personalkosten der Arbeitsagenturen 2025
- 144 Mio. Euro — Jährliche Unterhaltskosten für Eigentumsliegenschaften der Bundesagentur
- 1.091 Standorte — Arbeitsagenturen bundesweit, davon 74% gemietet
- 91,88% Gesundheitsquote — Bei Arbeitsagentur-Mitarbeitern 2025, Verbesserung seit 2022
Im Detail
Flächenleerstände sind in der Regel temporär und werden bei absehbarerer Nichtnutzung abgemietet oder anderweitig genutzt. Daten zu dauerhaftem Leerstand und dadurch entstehenden Kosten werden nicht erfasst und liegen daher nicht vor.
— Bundesregierung BT-Drs. 21/6242
Die Verwaltung der deutschen Jobcenter und Arbeitsagenturen kostet jährlich knapp 6 Milliarden Euro Steuergeld. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor (BT-Drs. 21/6242). Für 2025 beziffert die Bundesregierung die Gesamtkosten auf 5,916 Milliarden Euro.
Den größten Anteil dieser Summe machen die Personalkosten aus. Die Arbeitsagenturen verzeichnen 2025 Personalausgaben von 4,364 Milliarden Euro, während die Jobcenter auf weitere 4,548 Milliarden Euro für Personal kommen. Zusätzlich entstehen jährlich rund 869 Millionen Euro für IT-Systeme. Weitere hunderte Millionen fließen in sächliche Ausgaben.
Was gilt aktuell?
Die Bundesagentur für Arbeit unterhält bundesweit 1.091 Standorte für Arbeitsagenturen sowie 782 Jobcenter-Standorte. Die Behörde ist hauptsächlich zur Miete untergebracht: Nur 26 Prozent der Arbeitsagentur-Standorte befinden sich im Eigentum der Bundesagentur. 74 Prozent werden von Dritten angemietet. Bei den Jobcentern vermietet die Bundesagentur 21 Prozent der Standorte an andere Jobcenter weiter, während 51 Prozent von Dritten gemietet werden.
Kosten für Immobilien: Die jährlichen Miet- und Unterhaltskosten summieren sich auf erhebliche Summen. Für Eigentumsliegenschaften entstehen Unterhaltskosten von 144 Millionen Euro jährlich. Die Mietkosten für angemietete Objekte belaufen sich auf weitere 225 Millionen Euro pro Jahr.
HomeOffice ohne Kosteneinsparnis
Trotz der seit 2020 stark ausgeweiteten HomeOffice-Nutzung in der Verwaltung kann die Bundesregierung keine konkreten Kosteneinsparungen vorweisen. Auf die Frage nach strukturellem Leerstand antwortet sie: „Daten zu dauerhaftem Leerstand und dadurch entstehenden Kosten werden nicht erfasst.“
Die durchschnittliche Präsenzquote der Mitarbeiter hat sich laut Bundesregierung „durch die verstärkte Nutzung von Mobilarbeit verringert“, wird aber „nicht umfassend erfasst“. Lediglich in „einzelnen geeigneten Dienststellen“ werden Desk-Sharing-Konzepte erprobt. Eine systematische Flächenoptimierung findet nicht statt.
Gesundheitsquote steigt kontinuierlich
Die Gesundheitsquote der Beschäftigten entwickelt sich nach oben. Diese ist bei den Arbeitsagenturen von 91,15 Prozent (2022) auf 91,88 Prozent (2025) gestiegen. Bei den Jobcentern hat sie sich von 90,46 auf 91,09 Prozent verbessert. Gleichzeitig sind die durchschnittlichen Ausfalltage je Mitarbeiter deutlich gesunken.
Die AfD-Fraktion sieht in der Immobilienbewirtschaftung Einsparpotenziale. In ihrer Vorbemerkung zur Anfrage verweist sie auf Schätzungen des Steuerzahlerbunds von 310 Millionen Euro für „unnötige Büroflächen“ in der gesamten Bundesverwaltung.
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Betroffen sind alle Steuerzahler und Beitragszahler zur Arbeitslosenversicherung, die über ihre Abgaben die Verwaltungskosten der Bundesagentur für Arbeit und der Jobcenter finanzieren.
Die Bundesregierung beantwortet die meisten Fragen detailliert mit umfangreichen Tabellen, weicht jedoch bei der zentralen Frage nach strukturellem Leerstand aus und verweist darauf, dass entsprechende Daten nicht erfasst werden.
Berlin, 9. Juni 2026. Zur fristlosen Kündigung eines seit 20 Jahren beschäftigten Mitarbeiters im Jobcenter Bremen nach kritischen Aussagen in der ZDF-Doku „System Bürgergeld: Leben ohne Leistung“ teilt der stellvertretende arbeits- und sozialpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Peter Bohnhof, mit: „Die Kündigung ist unverhältnismäßig hart. Der Mitarbeiter hat auf bekannte Probleme… …
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 01.06.2026) AfD hinterfragt Jobcenter-Milliarden: Wie viel Leerstand bleibt? →
- Vollzeitäquivalent
- Umrechnungseinheit für Arbeitsplätze, bei der Teilzeitstellen anteilig als Vollzeitstellen gezählt werden.
- SGB II/III
- Sozialgesetzbuch II (Bürgergeld/Jobcenter) und III (Arbeitslosenversicherung/Arbeitsagenturen).
Wie viel kosten Jobcenter und Arbeitsagenturen jährlich?
Die Verwaltungskosten betrugen 2025 insgesamt 5,9 Milliarden Euro für beide Bereiche zusammen.
Wie viele Standorte sind in Bundeseigentum?
Nur 26% der Arbeitsagentur-Standorte sind Eigentum, 74% werden von Dritten gemietet.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6242 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.



























































