Der Deutsche Bundestag beschäftigt sich intensiv mit Datenschutzfragen und staatlicher Überwachung. Mehrere parlamentarische Anfragen der vergangenen Monate decken das Ausmaß der Datensammlung auf und hinterfragen neue digitale Systeme kritisch.
Umfang der polizeilichen Datenspeicherung aufgedeckt
Die Linke hat durch parlamentarische Anfragen enthüllt, dass 95 Millionen Datensätze in polizeilichen Datenbanken gespeichert sind. Diese beträchtliche Zahl wirft Fragen zum Verhältnismäßigkeitsprinzip und zur Datensparsamkeit auf. Die Bundesregierung bestätigte in ihrer Antwort vom Juni 2026 den Umfang dieser Datenspeicherung.
Kritik an SCHUFA-Scoring-Verfahren
Ebenfalls die Linke hinterfragt SCHUFA-Scoring und Verbraucherschutz in einer parlamentarischen Anfrage vom Mai 2026. Die Abgeordneten fordern mehr Transparenz bei den Bewertungsverfahren der Auskunftei und besseren Verbraucherschutz. Die intransparenten Algorithmen der SCHUFA stehen schon länger in der Kritik, da sie erhebliche Auswirkungen auf Kreditentscheidungen haben.
Neue Passfoto-Regelungen sorgen für Diskussionen
Die Grünen thematisierten die geplante Passfoto-Revolution, die 15 Euro teurer wird und Fotostudios bedroht. Die neuen digitalen Anforderungen an Passfotos sollen die Sicherheit erhöhen, führen aber zu höheren Kosten für die Bürger und könnten kleinere Fotostudios aus dem Markt drängen. Die Bundesregierung begründet die Maßnahme mit erhöhten Sicherheitsstandards.
Probleme bei PointID-System aufgedeckt
Die Grünen stellten 26 kritische Fragen zum PointID-System und deckten dabei verschiedene technische und datenschutzrechtliche Probleme auf. Das System, das zur digitalen Identitätsprüfung eingesetzt werden soll, weist offenbar Sicherheitslücken auf, die einer parlamentarischen Kontrolle bedürfen.
Digitalisierung der Flugabfertigung geplant
Die Bundesregierung plant eine Revolution der Flughäfen mit digitaler Abfertigung durch einen im Juni 2026 eingebrachten Gesetzentwurf. Diese Initiative soll die Effizienz steigern, wirft aber auch Fragen zum Datenschutz bei der automatisierten Verarbeitung von Fluggastdaten auf.
Datenschutz bei internationalen Sportveranstaltungen
Positiv zu bewerten ist die Bestätigung der Bundesregierung, dass zur WM 2026 keine Daten deutscher Fans übermittelt werden. Diese Zusage zeigt, dass der Datenschutz deutscher Staatsbürger auch bei internationalen Großveranstaltungen ernst genommen wird.
Staatliche Überwachungstechnik unter Beobachtung
Die Linke hinterfragt außerdem staatliche Überwachungstechnik im Detail durch eine noch nicht beantwortete Anfrage vom Mai 2026. Diese systematische parlamentarische Kontrolle soll Transparenz über den Einsatz von Überwachungstechnologien schaffen.
Einordnung: Die parlamentarischen Anfragen zeigen eine intensive Kontrolltätigkeit der Opposition, insbesondere von Linken und Grünen, bezüglich staatlicher Datensammlung und digitaler Überwachung. Während die meisten Anfragen bereits beantwortet wurden, steht eine Entscheidung über den Gesetzentwurf zur digitalen Flugabfertigung noch aus. Die Anfragen dokumentieren kritische Nachfragen zu 95 Millionen gespeicherten Polizeidaten, SCHUFA-Verfahren und neuen digitalen Systemen.







































































