- 15 Euro Mehrkosten für Personalausweis seit Februar 2026
- 4.950 von 6.500 Behörden haben PointID-Systeme installiert
- Fotostudios beklagen unfaire Konkurrenz durch 6-Euro-Gebühr
Passfotos 2025: 15 Euro mehr kosten für Bürger durch PointID
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6241 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Seit Mai 2025 sind nur noch elektronisch gefertigte biometrische Lichtbilder für Reisepässe und Personalausweise zulässig. Die Regelung soll Manipulationen durch sogenanntes Morphing verhindern, bei dem Fotos mehrerer Personen zu einem Bild verschmolzen werden. Gleichzeitig erhöhten sich die Gebühren für Personalausweise um 9 Euro auf 46 Euro.
- 46 Euro — Neue Gebühr für Personalausweise (zuvor 37 Euro)
- 6 Euro — Zusätzliche Gebühr für digitales Passfoto bei PointID-Nutzung
- 40 Prozent — Anteil der über Cloud-Systeme übermittelten Lichtbilder
- 6 Monate — Maximale Speicherdauer digitaler Lichtbilder in Cloud-Systemen
Im Detail
Die bundesweit einheitlichen Gebühren sind so kalkuliert, dass diese für die Kommunen durchschnittlich kostendeckend sind.
— Antwort der Bundesregierung BT-Drs. 21/6241
Die Einführung des PointID-Systems für digitale Passfotos hat die Kosten für deutsche Bürger erhöht und stellt Fotostudios vor Herausforderungen. Die Bundesregierung verteidigt die neuen Regelungen in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen. Schwierigkeiten räumt sie aber ebenfalls ein.
Was gilt aktuell?
Seit Mai 2025 sind ausschließlich elektronisch gefertigte biometrische Lichtbilder für Reisepässe, Personalausweise und Aufenthaltstitel zulässig. Ausgedruckte Passfotos von zu Hause können nicht mehr mitgebracht werden. Die Aufnahme erfolgt entweder direkt in der Behörde mit dem PointID-System der Bundesdruckerei oder bei registrierten Fotodienstleistern, die die Bilder über zertifizierte Cloud-Systeme übermitteln.
Parallel dazu stiegen die Gebühren für Personalausweise im Februar 2026 um 9 Euro auf 46 Euro. Zusammen mit der 6-Euro-Gebühr für die PointID-Nutzung zahlen Bürger nun 15 Euro mehr als zuvor.
Höhere Kosten für Bürger
Die Kostenstruktur des neuen Systems belastet Verbraucher. Während die 6-Euro-Gebühr für PointID-Aufnahmen in vielen Fällen günstiger ist als Fotostudios mit 10 bis 30 Euro, können Bürger diese Kosten nicht mehr durch eigene Aufnahmen vermeiden. Die höheren Personalausweis-Gebühren begründet die Bundesregierung mit gestiegenen Herstellungs- und Personalkosten.
Die 46 Euro setzen sich aus 16,39 Euro Verwaltungskosten und 29,61 Euro Herstellungskosten zusammen. Von den rund 6.500 Behördenstandorten in Deutschland sind nach Regierungsangaben etwa 4.950 mit PointID-Systemen ausgestattet. Das entspricht einer Abdeckung von rund 76 Prozent. Etwa 40 Prozent aller Lichtbilder werden über Cloud-Systeme von externen Fotodienstleistern übermittelt.
Fotostudios unter Druck
Die Fotografenbranche sieht sich durch die kommunale 6-Euro-Konkurrenz bedroht. Der Centralverband Deutscher Berufsfotografen beschreibt die Regelungen als „Markteingriff“. Fotostudios müssen zusätzliche Kosten für Cloud-Software und Zertifizierungen tragen, um weiterhin Passfotos anbieten zu können. Zu den konkreten Kosten der Cloud-Anbieter und Fotostudios hat die Bundesregierung „keine Kenntnis“.
Die Situation für Kinder unter sechs Jahren erweist sich als schwierig. Obwohl die Regierung betont, dass PointID-Systeme mit Unterstützung auch für kleinere Personen genutzt werden können, sind viele Kommunen auf externe Fotografen angewiesen. Sollten diese ihr Angebot reduzieren, entstehen Versorgungslücken.
Sicherheit vs. Datenschutz
Die neuen Regelungen sollen Manipulationen durch sogenanntes Morphing verhindern, bei dem Fotos mehrerer Personen zu einem Bild verschmolzen werden. Konkrete Zahlen zur bisherigen Gefährdung kann die Bundesregierung nicht nennen. In der Polizeilichen Kriminalstatistik werden entsprechende Fälle nur zusammen mit anderen Urkundenfälschungen erfasst.
Datenschützer kritisieren die Cloud-Übertragung. Obwohl die Systeme BSI-zertifiziert sind und End-zu-End-Verschlüsselung verwenden, verbleiben Risiken durch Zwischenspeicherung bei Drittanbietern. Spätestens nach sechs Monaten müssen die Lichtbilder aus den Clouds gelöscht werden.
Die steigenden Gebühren bei Behördengängen betreffen nicht nur Passfotos. Auch die Diskussion um Gebührensenkungen in anderen Bereichen zeigt den politischen Druck.
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Betroffen sind alle Bürger, die neue Ausweisdokumente beantragen, sowie Fotostudios, die ihre Geschäftsmodelle anpassen müssen. Besonders belastet sind Familien mit Kindern und Personen in kleineren Kommunen ohne Fotostudios.
Die Bundesregierung beantwortet die meisten Fragen vollständig, verweist aber bei Kosten für Cloud-Anbieter und Fotostudios auf fehlende Kenntnisse.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 01.06.2026) Grüne decken Probleme bei PointID-System auf: 26 kritische Fragen →
- PointID-System
- Digitales Kamerasystem der Bundesdruckerei zur Aufnahme biometrischer Passfotos direkt in Behörden.
- Morphing
- Manipulationstechnik, bei der Fotos mehrerer Personen zu einem einzigen Bild verschmolzen werden.
Was kostet ein digitales Passfoto in der Behörde?
6 Euro bei Nutzung des PointID-Systems in kommunalen Behörden.
Können Kinder unter 6 Jahren das PointID-System nutzen?
Ja, mit Unterstützung und entsprechenden Hilfsmitteln wie Sitzerhöhungen.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6241 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.




























































