- 2.185 Menschen starben 2025 auf Mittelmeer-Fluchtrouten
- Linke fragt nach Todesfällen an deutschen Grenzen
- Gewalt durch Behörden wird parlamentarisch hinterfragt
Flucht 2025: 2.185 Tote im Mittelmeer dokumentiert
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6195 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Seit 2014 sind laut Missing Migrants-Projekt fast 35.000 Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer ertrunken. Die Zahlen für 2025 zeigen eine anhaltend hohe Zahl von Todesopfern. Parallel dazu berichten Menschenrechtsorganisationen von illegalen Pushbacks an EU-Außengrenzen, bei denen Schutzsuchende mit Gewalt zurückgedrängt werden. Die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems könnte nach Ansicht von Kritikern zu einer Verschärfung der Situation führen.
- 2.185 Todesfälle — dokumentierte Opfer auf Mittelmeer-Fluchtrouten im Jahr 2025
- 35.000 Ertrunkene — Gesamtzahl der Todesopfer im Mittelmeer seit 2014 laut Missing Migrants-Projekt
- 1.500 Todesfälle — Menschen, die zwischen 2014 und 2025 innerhalb Europas auf der Weiterflucht starben
Im Detail
Nach Angaben des Missing Migrations-Projekts der Internationalen Organisation für Migration starben oder verschwanden im Jahr 2025 mindestens 2185 Menschen bei dem Versuch, die EU über das Mittelmeer zu erreichen.
— Vorbemerkung BT-Drs. 21/6195
Mindestens 2.185 Menschen sind 2025 beim Versuch gestorben, die EU über das Mittelmeer zu erreichen. Diese Zahlen sind Anlass für eine parlamentarische Anfrage der Linken-Fraktion an die Bundesregierung. Die Drucksache 21/6195 vom 2. Juni 2026 fordert detaillierte Informationen zu Todesfällen, Verletzungen und Gewalterfahrungen von Geflüchteten an deutschen und europäischen Grenzen.
Zahlen der Fluchtbewegungen
Die Vorbemerkung der Anfrage beschreibt die humanitäre Lage. Seit 2014 sind fast 35.000 Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer ertrunken. Zivilgesellschaftliche Organisationen gehen von höheren Zahlen aus. Viele Todesfälle werden nicht in offiziellen Statistiken erfasst. Die Organisation „Watch the Med Alarm Phone“ hat allein in der zweiten Jahreshälfte 2020 Hunderte zusätzliche Todesfälle durch Kontakte zu Angehörigen und Überlebenden dokumentiert.
Höher ist die Zahl derer, die bei der Durchquerung der Sahara ihr Leben verlieren. Die Internationale Organisation für Migration schätzt, dass dort zwischen 2014 und 2018 mindestens 30.000 Menschen verschwunden sind. Ein UN-Bericht von Juli 2024 dokumentiert Berichte über Überfälle, sexualisierte Gewalt und weitere Formen von Gewalt während der Sahara-Durchquerung.
Was gilt aktuell an EU-Außengrenzen?
An den Landgrenzen der EU kommt es laut Menschenrechtsorganisationen regelmäßig zu illegalen Pushbacks. Schutzsuchende werden demnach an den Grenzen mit Gewalt zurückgedrängt, ausgeraubt und gedemütigt. Tausende solcher Fälle sind im „Black Book of Pushbacks“ dokumentiert. Die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems könnte nach Ansicht der Fragesteller zu einer Ausweitung dieser Zustände führen.
Fragenkatalog der Linken
Die Anfrage umfasst sieben Hauptfragen mit detaillierten Unterpunkten. Die Linke fragt die Bundesregierung, wie viele Personen 2025 an deutschen Grenzen, in Flüchtlingsunterkünften oder durch Behördenmitarbeiter zu Schaden gekommen sind. Hinterfragt wird die Rolle der Bundespolizei und des Zolls bei Grenzkontrollen.
Weitere Schwerpunkte der Anfrage sind Suizide und Selbstverletzungen in deutschen Unterkünften. Außerdem geht es um Verletzungen durch Erfrierungen oder Unterkühlungen bei Grenzübertritten. Die Fraktion fordert jeweils detaillierte Angaben zu Datum, Ort, Staatsangehörigkeit und Sachverhalt sowie Informationen zu eingeleiteten Ermittlungs- und Disziplinarverfahren.
Entwicklung der humanitären Lage
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich die humanitäre Situation an Europas Grenzen nicht entspannt hat. Trotz verschiedener EU-Initiativen und Abkommen zur Migrationssteuerung bleiben die Fluchtrouten über das Mittelmeer und durch die Sahara gefährlich. Die legalen Wege für Schutzsuchende sind nach wie vor begrenzt.
Die Anfrage erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Diskussionen über die deutsche und europäische Flüchtlingspolitik. Befürworter strengerer Grenzkontrollen verweisen auf Sicherheitsaspekte. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Externalisierung des Grenzschutzes und mangelhafte Rettungsbemühungen auf dem Mittelmeer.
Weiterlesen:
Betroffen sind Menschen auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung und Not, die Europa über gefährliche Routen zu erreichen suchen. Die Anfrage bezieht sich auch auf Geflüchtete in deutschen Unterkünften und Personen, die mit deutschen Behörden in Kontakt kommen.
Die Bundesregierung hat 21 Tage Zeit, um auf die Kleine Anfrage zu antworten. Die Antwortfrist läuft bis zum 23. Juni 2026. Anschließend wird die Antwort als Drucksache veröffentlicht und kann Grundlage für weitere parlamentarische Debatten werden.
- Pushbacks
- Illegale Zurückweisung von Schutzsuchenden an Grenzen ohne Prüfung ihrer Asylanträge, oft mit Gewaltanwendung.
- Dublin-Staaten
- EU-Mitgliedstaaten plus Island, Liechtenstein, Norwegen und Schweiz, die am Dublin-Abkommen zur Zuständigkeit für Asylverfahren teilnehmen.
Warum fragt die Linke nach diesen Daten?
Die Fraktion will die humanitäre Situation an Europas Grenzen dokumentieren und mögliche Menschenrechtsverletzungen durch deutsche Behörden aufdecken.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6195 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.


































































