- 2.185 Menschen starben 2025 beim Versuch, das Mittelmeer zu überqueren
- 9 Verletzte beim Grenzübertritt nach Deutschland — niemand verstorben
- Todesfälle in Flüchtlingsunterkünften statistisch nicht erfasst
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6451 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die Fraktion Die Linke hatte mit BT-Drs. 21/6195 eine Kleine Anfrage zu Todesopfern unter Flüchtenden im Jahr 2025 gestellt. Anlass waren Zahlen des Missing-Migrants-Projekts der Internationalen Organisation für Migration (IOM), laut denen 2025 mindestens 2.185 Menschen bei dem Versuch starben oder verschwanden, die EU über das Mittelmeer zu erreichen. Seit 2014 sind nach diesen Daten fast 35.000 Menschen auf dieser Route ertrunken. Für die Sahara-Route schätzt die IOM, dass dort zwischen 2014 und 2018 mindestens 30.000 Menschen verschwanden.
- 2.185 — Mindestanzahl der 2025 im Mittelmeer gestorbenen oder verschwundenen Menschen laut IOM.
- 35.000 — Menschen, die seit 2014 auf der Mittelmeer-Route ertrunken sind (IOM-Daten).
- 30.000 — Geschätzte Verschwundene auf der Sahara-Route zwischen 2014 und 2018 (IOM).
- 9 — Personen, die 2025 beim Grenzübertritt nach Deutschland körperlich verletzt wurden; keine verstorben.
- 1.500 — Menschen, die laut IOM zwischen 2014 und 2025 auf der Weiterflucht innerhalb Europas ums Leben kamen oder verschwanden.
Im Detail
Nach Kenntnis der Bundesregierung kam im Jahr 2025 keine Person an den Land-, See- und Luftgrenzen bzw. im Grenzgebiet Deutschlands ums Leben.
— BT-Drs. 21/6451, Antwort der Bundesregierung zu Frage 1a
Im Jahr 2025 starb nach Kenntnis der Bundesregierung keine Person an den deutschen Land-, See- und Luftgrenzen. Neun Menschen erlitten körperliche Verletzungen beim Grenzübertritt nach Deutschland — alle überlebten. Das geht aus BT-Drs. 21/6451 hervor, der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (BT-Drs. 21/6195), die das Bundesministerium des Innern am 10. Juni 2026 übermittelt hat.
Flüchtlingstote 2025: Was die Bundesregierung weiß
Die neun verletzten Personen wurden zwischen Juni und August 2025 an verschiedenen Orten in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein aufgegriffen. Sieben von ihnen waren afghanischer Staatsangehörigkeit, eine Person syrisch. Die Verletzungen reichten von oberflächlichen Hautverletzungen über Handverletzungen bis hin zu Kreislaufproblemen und Herzproblemen. In mehreren Fällen wurde ein Rettungswagen angefordert oder eine Krankenhauseinweisung veranlasst. Niemand ist an diesen Verletzungen verstorben.
Zu Verletzungen durch Bundespolizei oder Zollbeamte im Zuge von Grenzübertritten erklärt die Bundesregierung, im Jahr 2025 seien keine Personen auf diese Weise körperlich verletzt worden. Disziplinar- oder Ermittlungsverfahren wurden demnach nicht eingeleitet.
Datenlücken bei Unterkünften und Abschiebegefängnissen
Bei zentralen Fragen der Anfrage — Todesfälle, Suizide und Selbstverletzungen in Flüchtlingsunterkünften und Abschiebegefängnissen in Deutschland — verweist die Bundesregierung auf die Länderzuständigkeit. Der Vollzug des Aufenthaltsgesetzes obliege den Ländern; entsprechende Länderstatistiken seien der Bundesregierung nicht bekannt, eine Bundesstatistik existiere nicht. Dasselbe gilt für Verletzungen von Flüchtenden durch Privatpersonen in Deutschland sowie für EU-weite Daten für das Jahr 2025.
Damit bleiben mehrere der von der Fraktion Die Linke gestellten Fragen faktisch unbeantwortet — nicht weil die Regierung die Auskunft verweigert, sondern weil die entsprechenden Daten auf Bundesebene strukturell nicht erhoben werden.
Globaler Kontext: 2.185 Tote im Mittelmeer 2025
Den Hintergrund der Anfrage bilden die deutlich größeren Zahlen auf den Fluchtrouten in die EU. Laut dem Missing-Migrants-Projekt der Internationalen Organisation für Migration (IOM) starben oder verschwanden 2025 mindestens 2.185 Menschen beim Versuch, die EU über das Mittelmeer zu erreichen. Seit 2014 sind damit fast 35.000 Menschen auf dieser Route ertrunken. Auf der Sahara-Route schätzt die IOM, dass zwischen 2014 und 2018 mindestens 30.000 Menschen verschwanden. Zwischen 2014 und 2025 kamen zudem knapp 1.500 Menschen auf der Weiterflucht innerhalb Europas ums Leben oder verschwanden.
Zivilgesellschaftliche Initiativen wie die Gruppe „Watch the Med Alarm Phone“ gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch höher liegen, da viele Todesfälle in keiner offiziellen Statistik erfasst werden. Die Bundesregierung selbst verfügt über keine eigenständigen EU-weiten Statistiken für das Jahr 2025.
Parlamentarische Einordnung
Die Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke folgt einem etablierten parlamentarischen Muster: Seit Jahren stellen Fraktionen regelmäßig Anfragen zu Flüchtlingstoten, um die Datenlage zu verbessern und politischen Druck zu erzeugen. Die Antwortstruktur der Bundesregierung — konkrete Angaben zu deutschen Grenzen, Verweis auf Länderzuständigkeit bei allem Weiteren — entspricht dabei dem Muster früherer Antworten zu diesem Themenkreis. Die anhaltenden Datenlücken bei Todesfällen in Unterkünften bleiben ein wiederkehrender Kritikpunkt, den die Anfragesteller auch in der Vorbemerkung zu BT-Drs. 21/6195 thematisiert haben.
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Betroffen sind schutzsuchende Menschen auf den Fluchtrouten nach Deutschland und in die EU, insbesondere über das Mittelmeer und die Sahara. In Deutschland dokumentiert die Antwort konkret neun Personen — überwiegend afghanischer Staatsangehörigkeit — die 2025 beim Grenzübertritt verletzt wurden, sowie Bewohnerinnen und Bewohner von Flüchtlingsunterkünften und Abschiebegefängnissen, über deren Situation auf Bundesebene keine Daten vorliegen.
Die Bundesregierung beantwortet Fragen zu deutschen Landesgrenzen konkret, verweist jedoch bei mehreren zentralen Fragen — Todesfälle und Suizide in Flüchtlingsunterkünften und Abschiebegefängnissen, Verletzungen durch Privatpersonen — pauschal auf die Länderzuständigkeit und das Fehlen einer Bundesstatistik. Zu EU-weiten Daten für 2025 erklärt sie, keine Statistiken zu kennen.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 10.06.2026) Über 2.000 Menschen starben 2025 auf Flucht nach Europa →
- Missing-Migrants-Projekt
- Datenbank der Internationalen Organisation für Migration (IOM), die Todesfälle und Vermisste auf Migrationsrouten weltweit dokumentiert.
- Pushback
- Zurückweisung von Schutzsuchenden an einer Grenze, oft ohne individuelles Asylverfahren — nach Einschätzung von Menschenrechtsorganisationen in mehreren EU-Ländern dokumentiert.
- Ausreisegewahrsam
- Form der Freiheitsentziehung zur Sicherstellung einer bevorstehenden Abschiebung, geregelt im Aufenthaltsgesetz.
Starb 2025 jemand an deutschen Grenzen auf der Flucht?
Laut Bundesregierung kam im Jahr 2025 keine Person an den Land-, See- und Luftgrenzen Deutschlands ums Leben.
Wie viele Menschen wurden beim Grenzübertritt nach Deutschland verletzt?
Neun Personen erlitten körperliche Verletzungen beim Grenzübertritt nach Deutschland; keine der Personen ist daran verstorben.
Gibt es Daten zu Todesfällen in Flüchtlingsunterkünften?
Nein — der Vollzug des Aufenthaltsgesetzes obliegt den Ländern. Der Bundesregierung sind keine entsprechenden Länderstatistiken bekannt, eine Bundesstatistik existiert nicht.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6451 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.


































































