- AfD fragt nach Möbel- und Dekoausgaben aller Bundesministerien
- Strandkorb von Staatsminister Amthor löste öffentliche Debatte aus
- 10 Fragen zu Kosten, Dienstleistern und Entsorgung von Ausstattung
Hintergrund
Auslöser der Kleinen Anfrage BT-Drs. 21/8527 ist ein öffentlich gewordener Vorfall rund um Staatsminister Philipp Amthor: In der zweiten Staffel der ZDF-Dokumentation „Inside CDU“ war die Lieferung eines Strandkorbs in sein Büro zu sehen. Die Bundesregierung erklärte auf einer Pressekonferenz am 28. September 2026, der Staatsminister habe den Strandkorb privat erworben und Lieferung sowie Aufbau selbst bezahlt; der Gegenstand wurde anschließend wieder entfernt. Die Fraktion der AfD nimmt diesen Vorfall zum Anlass, um grundsätzlich die Ausgaben aller Bundesministerien für Einrichtung und Ausstattung seit Beginn der 21. Wahlperiode zu erfragen.
Im Detail
Die Bundesregierung trägt Verantwortung für einen wirtschaftlichen und sparsamen Umgang mit Haushaltsmitteln.
— Vorbemerkung der Fragesteller, BT-Drs. 21/8527
Ein Strandkorb auf der Ministeriumsterrasse hat eine parlamentarische Kontrollfrage ausgelöst: Die AfD-Fraktion erkundigt sich in der Kleinen Anfrage BT-Drs. 21/8527 vom 13. Oktober 2026 nach sämtlichen Ausgaben der Bundesministerien für Möblierung, Büroausstattung und Dekoration seit Beginn der 21. Wahlperiode. Eingebracht haben die Anfrage die Abgeordneten Stephan Brandner, Rainer Galla und Joachim Bloch.
Strandkorb als Auslöser
Den unmittelbaren Anlass bildet ein Vorfall, der in der zweiten Staffel der ZDF-Dokumentation „Inside CDU“ öffentlich wurde: Zu sehen war die Lieferung eines Strandkorbs an den Dienstsitz von Staatsminister Philipp Amthor. Auf der Regierungspressekonferenz vom 28. September 2026 erklärte die Bundesregierung, Amthor habe den Strandkorb privat gekauft und sowohl Anlieferung als auch Aufbau aus eigener Tasche bezahlt. Inzwischen ist entschieden, dass der Gegenstand wieder abtransportiert wird. Laut den Fragestellern nimmt dieser Vorfall den Fokus auf einen grundsätzlicheren Aspekt: den Umgang der gesamten Bundesregierung mit öffentlichen Haushaltsmitteln bei der Ausstattung ihrer Dienstsitze.
Möblierung Bundesministerien: Was wird gefragt?
Die zehn Einzelfragen der Kleinen Anfrage gliedern sich in vier Schwerpunkte. Erstens fragen die Abgeordneten nach den Gesamtausgaben für Möbel, aufgeschlüsselt nach Ministerium, Haushaltsjahr und Gegenstandsart — von Schreibtischen und Sitzmöbeln über Konferenztische und Regale bis hin zu Teppichen und Vorhängen. Zweitens werden Ausgaben für Dekoration und Accessoires gesondert abgefragt, darunter Bilder, Kunstgegenstände, Vasen, Pflanzen, Skulpturen und explizit auch Strandkörbe. Drittens interessiert die Fraktion, ob Möbel ausgetauscht wurden, obwohl sie noch funktionsfähig waren, was mit diesen Gegenständen geschah und welche Folgekosten für Entsorgung, Einlagerung oder Transport entstanden. Viertens sollen externe Dienstleister — Innenausstatter, Designer, Einrichtungshäuser — mit Auftragsgegenstand und Auftragswert benannt werden.
Auch die Büros der Bundesminister, Parlamentarischen Staatssekretäre und Staatssekretäre werden eigens abgefragt: Die Anfrage verlangt eine einzelne und getrennte Auflistung der Kosten für Neuausstattung oder Umgestaltung dieser Leitungsbüros. Zusätzlich fragt die AfD, ob Regierungsmitglieder private Möbelstücke in ihre Diensträume eingebracht haben und ob dabei Transportkosten zu Lasten des Bundes angefallen sind.
Was gilt aktuell?
Die Beschaffung von Büromöbeln und Ausstattungsgegenständen für Bundesbehörden unterliegt dem Haushaltsgrundsatz der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit gemäß § 7 der Bundeshaushaltsordnung. Konkrete Obergrenzen für Ausstattungsausgaben einzelner Ministerien sind gesetzlich nicht festgelegt; die Kontrolle erfolgt über den Bundeshaushalt und die parlamentarische Kontrolle durch den Bundestag sowie den Bundesrechnungshof. Über die tatsächliche Höhe der Ausgaben für Möblierung und Dekoration in der 21. Wahlperiode liegen bislang keine öffentlich zugänglichen Gesamtzahlen vor — deren Ermittlung ist Ziel dieser Anfrage.
Die Anfrage steht im breiteren Kontext parlamentarischer Haushaltskontrolle. Ähnliche Debatten über Ausgaben für die Ausstattung öffentlicher Dienstsitze gab es in früheren Wahlperioden wiederholt, etwa bei Diskussionen über Kunsteinkäufe oder Büroumgestaltungen nach Regierungswechseln. Vergleichbare Kontrollinstrumente nutzen Fraktionen regelmäßig, um Transparenz über den Umgang mit öffentlichen Mitteln herzustellen, wie etwa bei der Überprüfung von NGO-Förderungen oder bei Fragen zur Wirtschaftlichkeit von Bundesausgaben.
Eine Antwort der Bundesregierung steht noch aus. Nach § 104 GO-BT sieht die Geschäftsordnung grundsätzlich eine Beantwortung innerhalb von 14 Tagen nach Zuleitung an das Bundeskanzleramt vor. Erst die Antwort wird zeigen, ob und in welcher Höhe tatsächlich Haushaltsmittel für Möblierung und Dekorationsgegenstände in den Bundesministerien aufgewendet wurden.
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Betroffen sind alle Bundesministerien als Auftraggeber öffentlicher Haushaltsmittel sowie mittelbar alle Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, die diese Ausgaben finanzieren. Konkret angesprochen werden Bundesminister, Parlamentarische Staatssekretäre und Staatssekretäre, deren Büroausstattung explizit abgefragt wird.
Die Kleine Anfrage ist beim Deutschen Bundestag eingegangen und wurde an die Bundesregierung zur Beantwortung weitergeleitet. Nach § 104 GO-BT sieht die Geschäftsordnung grundsätzlich eine Antwort innerhalb von 14 Tagen nach Zuleitung an das Bundeskanzleramt vor. Sobald die Antwort vorliegt, wird sie als gesonderte Drucksache veröffentlicht.
- Kleine Anfrage
- Parlamentarisches Kontrollinstrument, mit dem Fraktionen oder Abgeordnete die Bundesregierung schriftlich zu einem bestimmten Thema befragen. Die Regierung muss grundsätzlich innerhalb von 14 Tagen nach Zuleitung an das Bundeskanzleramt antworten.
- 21. Wahlperiode
- Die aktuelle Legislaturperiode des Deutschen Bundestages, die nach der Bundestagswahl 2025 begann. Alle Ausgaben seit diesem Zeitpunkt sind Gegenstand der Anfrage.
- Parlamentarischer Staatssekretär
- Ein Mitglied des Bundestages, das einem Bundesminister zugeordnet ist und diesen bei Aufgaben im Parlament und in der Öffentlichkeit unterstützt.
Was hat den Strandkorb-Vorfall ausgelöst?
In der zweiten Staffel der ZDF-Dokumentation 'Inside CDU' war die Lieferung eines Strandkorbs für Staatsminister Philipp Amthor zu sehen. Die Bundesregierung erklärte, er habe diesen privat gekauft und Lieferung sowie Aufbau privat bezahlt; der Strandkorb wurde anschließend wieder abtransportiert.
Welche Ministerien sind von der Anfrage betroffen?
Die Anfrage richtet sich an alle Bundesministerien und fragt jeweils nach aufgeschlüsselten Ausgaben pro Haushaltsjahr und Gegenstandsart seit Beginn der 21. Wahlperiode.
Wann muss die Bundesregierung antworten?
Für Kleine Anfragen sieht § 104 GO-BT grundsätzlich eine Antwort innerhalb von 14 Tagen nach Zuleitung an das Bundeskanzleramt vor. Das genaue Zuleitungsdatum ist der Drucksache nicht zu entnehmen.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/8527 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.






































































