- S-Bahn-Zustandsdaten bleiben geheim
- Störungen stiegen um 250% seit 2021
- 1,6 Milliarden Euro Investitionen 2021-2024
S-Bahn Berlin: Bundesregierung verweigert Zustandsdaten
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6096 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die Grünen hatten nach dem schlechten Zustand der Berliner S-Bahn-Infrastruktur gefragt, da ein guter Infrastrukturzustand Voraussetzung für pünktlichen Nahverkehr ist. Die Bundesregierung verwies auf einen Bundestagsbeschluss vom Januar 2026 zu verschärften Transparenzregeln zum Schutz kritischer Infrastrukturen und stufte die Daten als ‚VS-Vertraulich‘ ein.
In Anbetracht der sich in den letzten Jahren sowohl global als auch in Deutschland zunehmend verschärfenden Sicherheitslage würde durch die Veröffentlichung der Daten ein Sicherheitsrisiko entstehen, weil dadurch gezielte Sabotagen und Angriffe auf diese Infrastrukturen ermöglicht würden.
— Bundesregierung BT-Drs. 21/6096
Die Bundesregierung hat eine Anfrage der Grünen-Fraktion zu Infrastrukturzustandsnoten der Berliner S-Bahn mit Verweis auf Sicherheitsbedenken größtenteils verweigert. Die entsprechenden Daten sind als „VS-Vertraulich“ eingestuft worden und können nur in der Geheimschutzstelle des Bundestages eingesehen werden, wie aus der Antwort-Drucksache 21/6096 vom 21. Mai 2026 hervorgeht.
Die Grünen fragten nach dem Zustand der S-Bahn-Strecken in Berlin. Die Bundesregierung stuft diese Informationen als geheim ein und verweist auf möglichen Missbrauch durch Terroristen.
Anstieg der Störungen
Dramatisch entwickelten sich die Ausfallzahlen. Die ausgefallenen Zugkilometer im S-Bahn-Netz Berlin stiegen von 181.000 Kilometern im Jahr 2021 auf 634.000 Kilometer im Jahr 2025. Dies entspricht einem Anstieg um mehr als 250 Prozent.
Investitionen in die Infrastruktur
Von 2021 bis 2024 hat die Deutsche Bahn 614,84 Millionen Euro aus Eigenmitteln in die Instandhaltung investiert. Hinzu kommen weitere 185,63 Millionen Euro in Ersatzinvestitionen. Der Bund steuerte zusätzlich 775,35 Millionen Euro für Ersatzinvestitionen bei. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich somit auf über 1,6 Milliarden Euro. Bemerkenswert ist, dass trotz dieser erheblichen Investitionen die Ausfallzahlen weiter anstiegen.
Die Geheimhaltung erfolgt auf Basis eines Bundestagsbeschlusses vom Januar 2026. Hintergrund sind verschärfte Transparenzregeln zum Schutz kritischer Infrastrukturen. Die Bundesregierung begründet dies damit, dass in der aktuellen Sicherheitslage die Veröffentlichung der Zustandsdaten gezielte Sabotagen ermöglichen kann.
Stand der Technik-Modernisierung
Immerhin 81 Prozent des S-Bahn-Netzes sind bereits mit dem Zugbeeinflussungssystem (ZBS) ausgerüstet. Bis 2028 ist die Umrüstung weiterer Strecken geplant. Die Leit- und Sicherungstechnik hat für 2024 die Gesamtnote 3,77 erhalten.
Weiterlesen:
Betroffen sind alle S-Bahn-Fahrgäste in Berlin und Brandenburg sowie Politiker, die den Zustand der Infrastruktur kontrollieren wollen. Die Geheimhaltung verhindert öffentliche Transparenz über Investitionsbedarfe.
Die Bundesregierung hat die Kernfragen zu Infrastrukturzustandsnoten komplett verweigert und stattdessen auf Sicherheitsbedenken verwiesen. Nur bei technischen und finanziellen Details wurde konkret geantwortet.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet.
- VS-Vertraulich
- Geheimhaltungsgrad für Verschlusssachen, die bei unbefugter Preisgabe nachteilige Auswirkungen auf Belange der Bundesrepublik haben könnten.
- ZBS
- Zugbeeinflussungssystem – Sicherheitstechnik, die Züge automatisch bremst, wenn Signale überfahren werden oder zu schnell gefahren wird.
- DB InfraGO
- Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn AG, die für den Betrieb und Unterhalt der Schieneninfrastruktur zuständig ist.
Warum sind S-Bahn-Zustandsdaten geheim?
Die Bundesregierung begründet dies mit Terrorabwehr – die Daten könnten für Sabotage missbraucht werden.
Wie stark sind die S-Bahn-Störungen gestiegen?
Von 181.000 km ausgefallenen Fahrten 2021 auf 634.000 km im Jahr 2025 – ein Anstieg um 250 Prozent.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6096 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

































































