- Seit 26 Jahren wird S15 zum Hauptbahnhof geplant
- Haustechnik des Interimsbahnhofs nicht genehmigungsfähig
- Grüne sehen Vertrauensverlust in staatliche Unternehmen
S-Bahn S15 Berlin: Grüne fragen nach Verzögerungen beim Hauptbahnhof
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6165 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Das Bauprojekt für die S-Bahn-Linie S15 begann bereits im Jahr 2000 mit dem Ziel, den Berliner Hauptbahnhof endlich an das S-Bahn-Netz anzuschließen. Bundesverkehrsminister Schnieder bezeichnete kürzlich den Zustand der Deutschen Bahn als ‚demokratiegefährdend‘. Die Deutsche Bahn erreicht wiederholt keine genehmigungsfähige Zulassung für den Interimsbahnhof, insbesondere bei der Haustechnik.
Bundesverkehrsminister Schnieder stellte zuletzt fest, dass der Zustand der Bahn 'demokratiegefährdend' sei.
— Begründung BT-Drs. 21/6165
Ein Infrastrukturprojekt, das seit über zwei Jahrzehnten auf seine Vollendung wartet: Die S-Bahn-Linie S15 soll den Berliner Hauptbahnhof an das bestehende S-Bahn-Netz anschließen. Das bereits im Jahr 2000 begonnene Vorhaben stockt weiter. Die Grünen-Fraktion fragt die Bundesregierung nach den konkreten Ursachen.
Die Kleine Anfrage (BT-Drs. 21/6165) vom 28. Mai 2026 umfasst 26 detaillierte Fragen zu Zeitplänen, Kosten und technischen Aspekten. Im Fokus steht die weiterhin nicht zulassungsfähige Haustechnik des geplanten Interimsbahnhofs. Die Deutsche Bahn erreicht laut Medienberichten wiederholt keine genehmigungsfähige Zulassung durch das Eisenbahnbundesamt (EBA).
Bundesverkehrsminister Schnieder hat den Zustand der Deutschen Bahn kürzlich als „demokratiegefährdend“ bezeichnet. In den wiederholten Verschiebungen wichtiger Infrastrukturmaßnahmen sieht die Grünen-Fraktion eine Ursache für den Vertrauensverlust in staatliche Unternehmen.
Europacity wartet auf Anbindung
Auf den Berliner Nahverkehr wirken sich die Verzögerungen aus. Über 12.000 Angestellte arbeiten mittlerweile in der Europacity. Darunter allein 2.000 Mitarbeiter im fertiggestellten DKB-Hochhaus, die auf eine funktionsfähige Nahverkehrsanbindung angewiesen sind.
Auch auf weitere geplante Bauabschnitte zwischen Hauptbahnhof und Potsdamer Platz erstreckt sich die Anfrage, sowie auf den Haltepunkt Perleberger Brücke. Dessen ursprünglich für 2026 geplante Eröffnung ist bereits auf frühestens 2029 verschoben worden. Die Abgeordneten fragten, welche Gelder für diese Projekte gesichert sind und ob es Verschiebungen zugunsten anderer Verkehrsprojekte gegeben hat.
Technische Hürden und Sicherheitsaspekte
Mit konkreten technischen Herausforderungen beschäftigt sich die Anfrage neben den Genehmigungsverfahren. Dazu gehören Maßnahmen zur Standfestigkeit der Humboldthafenbrücke und die Sanierung des Trägerrosts über der geplanten S-Bahn-Station. Die Betriebsdauer des provisorischen Bahnsteigs unter der Invalidenstraße steht ebenfalls zur Debatte.
Wie viele Gutachter bereits für die Abnahme der verschiedenen Gewerke eingesetzt worden sind, möchte die Grünen-Fraktion zudem erfahren. Auch warum bisherige Freigabeversuche scheiterten. Nach entstandenen Zusatzkosten durch geänderte Planungen fragten die Abgeordneten ebenso wie nach Mehraufwänden bei Bauarbeiten.
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Betroffen sind täglich Tausende Pendler und Reisende am Berliner Hauptbahnhof, die auf eine direkte S-Bahn-Anbindung angewiesen sind. Besonders die über 12.000 Angestellten in der Europacity, darunter 2.000 Mitarbeiter im DKB-Hochhaus, sind auf bessere Nahverkehrsverbindungen angewiesen.
Die Bundesregierung hat 21 Tage Zeit, um die umfangreiche Anfrage der Grünen-Fraktion zu beantworten. Die Antwort soll Klarheit über Zeitpläne, ausstehende Genehmigungen und die Gesamtkosten des Projekts bringen.
- Interimsbahnhof
- Ein provisorischer Bahnhof, der als Übergangslösung dient, bis die endgültige S-Bahn-Station fertiggestellt ist.
- GVFG
- Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz – regelt die Bundesförderung für den öffentlichen Nahverkehr in Städten und Gemeinden.
Was ist die S-Bahn-Linie S15?
Eine geplante S-Bahn-Verbindung, die den Berliner Hauptbahnhof endlich richtig an den S-Bahn-Ring anschließen soll.
Warum verzögert sich das Projekt?
Die Haustechnik des Interimsbahnhofs ist weiterhin nicht zulassungsfähig und kann daher nicht genehmigt werden.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6165 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

































































