- 205 Mio. Euro jährlicher Mittelbedarf für beide Länder
- 42 Autobahnbrücken werden jährlich saniert
- Konkrete Standortlisten bleiben aus Sicherheitsgründen geheim
Bundesbrücken: 205 Mio. Euro jährlich für Rheinland-Pfalz
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6266 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Nach dem Einsturz der Carolabrücke in Dresden 2024 und anhaltenden Sperrungen wie der Ringbahnbrücke in Berlin rückt der Zustand deutscher Brücken verstärkt in den Fokus. Experten kritisieren, die Bundesregierung unterschätze den Umfang der Schäden. Beim Brückengipfel 2022 wurde die Priorisierung auf ein Kernnetz besonders wichtiger Autobahnabschnitte konzentriert.
- 145 Mio. Euro — Jährlicher Mittelbedarf für Brückenerhaltung in Rheinland-Pfalz bis 2032
- 60 Mio. Euro — Jährlicher Mittelbedarf für Brückenerhaltung im Saarland bis 2032
- 42 Teilbauwerke — Durchschnittliche Anzahl jährlich sanierter Autobahnbrücken in beiden Ländern
- 11.000 Brücken — Gesamtmodernisierungsbedarf bundesweit (8.000 Autobahn, 3.000 Bundesstraße)
Im Detail
Für die Brückenerhaltung unter Bundesverwaltung wurde im Zeitraum bis 2032 ein Mittelbedarf von rund 145 Mio. Euro p.a. in Rheinland-Pfalz und rund 60 Mio. Euro p.a im Saarland ermittelt.
— Antwort der Bundesregierung BT-Drs. 21/6266
Die Bundesregierung beziffert den jährlichen Mittelbedarf für die Brückenerhaltung in Rheinland-Pfalz auf 145 Millionen Euro. Im Saarland sind 60 Millionen Euro erforderlich. Dies geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor (BT-Drs. 21/6266). Bis 2032 sind damit rund 205 Millionen Euro pro Jahr für die Sanierung und den Ersatz von Brückenbauwerken in beiden Ländern eingeplant.
Die Anfrage thematisiert den Zustand deutscher Brücken nach dem Einsturz der Carolabrücke in Dresden im September 2024. Nach Berechnungen der Organisation Transport & Environment sind bei knapp 6.000 Brückenbauwerken unter Bundesverwaltung Ersatzneubauten notwendig. Weitere 10.000 Brücken benötigen Verstärkungen.
Was gilt aktuell?
Seit dem Brückengipfel 2022 konzentriert sich die Bundesregierung auf ein Kernnetz wichtiger Autobahnabschnitte. Etwa 4.000 Brücken wurden als prioritär eingestuft. Diese sollen vorrangig ertüchtigt oder durch Ersatzneubauten ersetzt werden. In Rheinland-Pfalz und dem Saarland werden im Durchschnitt jährlich 42 Teilbauwerke von Autobahnbrücken modernisiert und instandgesetzt.
Die Finanzierung erfolgt über das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität. EU-Förderprogramme für die Brückenerhaltung gibt es laut Bundesregierung nicht. Die Autobahn GmbH des Bundes hat seit Januar 2021 die Verantwortung für Planung, Bau, Betrieb und Erhaltung der Autobahnen übernommen.
Sicherheitsbedenken bei Transparenz
Konkrete Standortlisten der sanierungsbedürftigen Brücken hält die Bundesregierung unter Verschluss. Sie begründet dies mit einem Bundestagsbeschluss vom 28. Januar 2026 zu verschärften Transparenzregeln zum Schutz kritischer Infrastrukturen. Die entsprechenden Informationen sind als „VS-VERTRAULICH“ eingestuft. Sie sind nur in der Geheimschutzstelle des Bundestages einsehbar.
In ihrer Antwort verweist die Regierung auf die sich verschärfende Sicherheitslage. Sie warnt vor gezielten Sabotagen und Angriffen auf die Verkehrsinfrastruktur. Diese Einstufung betrifft auch Fragen nach konkreten Abriss- und Sanierungsplänen sowie Verkehrseinschränkungen durch Brückenbauwerke.
Wie hat sich das entwickelt?
Der Modernisierungsbedarf ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Bundesweit ergibt sich ein Modernisierungsbedarf von rund 8.000 Brücken-Teilbauwerken im Bundesautobahnnetz. Etwa 3.000 sind es im Bundesstraßennetz. Die Bundesregierung räumt ein, dass einige Bauwerke zum Zeitpunkt der letzten Erhebung 2022 noch nicht vollständig bewertet gewesen sind.
Zur Minimierung von Verkehrsbehinderungen setzt die Autobahn GmbH auf Bauverfahren mit verkürzten Bauzeiten. Optimierte Verkehrsführungen kommen zum Einsatz. Online-Informationen über anstehende Bauprojekte und eine Baustellenkarte sollen Verkehrsteilnehmer rechtzeitig informieren.
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Betroffen sind Autofahrer in Rheinland-Pfalz und im Saarland, die mit Verkehrsbehinderungen durch Baumaßnahmen rechnen müssen. Die Sanierungen betreffen sowohl Bundesautobahnen als auch Bundesstraßen unter Bundesverwaltung.
Die Bundesregierung hat konkrete Zahlen zum Finanzbedarf genannt, aber detaillierte Standortlisten aus Sicherheitsgründen als Verschlusssache eingestuft.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 02.06.2026)
- Kernnetz
- Besonders wichtige Autobahnabschnitte, die prioritär mit leistungsfähigen Brücken ausgestattet werden sollen.
- Teilbauwerk
- Einzelne Brückenabschnitte, die separat saniert oder ersetzt werden können.
Warum werden konkrete Brückenstandorte nicht genannt?
Die Bundesregierung stuft diese Informationen als sicherheitsrelevant ein, um Sabotage und Angriffe zu verhindern.
Wie viele Brücken werden jährlich saniert?
Im Durchschnitt werden 42 Teilbauwerke von Autobahnbrücken pro Jahr modernisiert und instandgesetzt.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6266 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
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