Bericht vorgelegt
Bundesrechnungshof kritisiert schwerwiegende Verwaltungsmängel
Hintergrund
Der Bundesrechnungshof legt jährlich seine Bemerkungen zur Haushalts- und Wirtschaftsführung vor, die Grundlage für die Entlastung der Bundesregierung durch den Bundestag sind. Der Ergänzungsband enthält zusätzliche Prüfungsergebnisse, die nach dem Hauptband im Dezember 2025 abgeschlossen wurden.
Der Bundesrechnungshof hat in seinem am 29. April 2026 vorgelegten Ergänzungsband zur Drucksache 21/5600 schwerwiegende Mängel in verschiedenen Bundesbehörden aufgedeckt. Die Prüfer kritisierten ineffiziente Strukturen. Diese kosteten den Steuerzahler Millionen.
Bundespolizei verschwendet seit 18 Jahren Geld
Besonders drastisch sind die Verhältnisse bei den Werkstätten der Bundespolizei. Das BMI hat bereits 2008 ein Konzept für acht regionale Bereichswerkstätten vorgelegt. Dies ist bemerkenswert, da die Bundespolizei heute jedoch noch 26 Standorte betreibt – historisch gewachsen und nicht strategisch ausgerichtet. Unwirtschaftliche Kleinstwerkstätten wurden nie aufgelöst. Ein Evaluationsbericht hat 2016 deren Schließung empfohlen.
Die Werkstätten befinden sich oft nicht dort, wo besonders viel Ausstattung repariert werden muss – ein klassisches Beispiel für ineffiziente Verwaltungsstrukturen.
IT-Chaos bei der Bundesagentur
Die Bundesagentur für Arbeit plant IT-Vorhaben systematisch fehlerhaft. Hintergrund ist, dass sie den Bedarf oft unzutreffend ermittelt und sich vorschnell auf Lösungen festlegt, so der Bundesrechnungshof. Beim System „YouConnect“ für Jugendberufsagenturen nutzt nur jede fünfte der 367 Einrichtungen die über 60 Millionen Euro teure Software. Bereits frühere Berichte zeigten ähnliche Probleme bei der Arbeitsagentur.
Millionenschwere Steuerrisiken
Dramatisch sind auch die Verhältnisse beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt). Die Bearbeitung von Anträgen auf Erstattung von Kapitalertragsteuer dauert über 20 Monate. Das bekannte Volumen beträgt 5,2 Milliarden Euro. Daraus ergeben sich jährliche Zinsrisiken von bis zu 312 Millionen Euro, die Bund und Länder jeweils zur Hälfte tragen müssen.
Der Bundesrechnungshof fordert von allen betroffenen Ministerien konkrete Verbesserungsmaßnahmen. Eine grundlegende Modernisierung der kritisierten Bereiche ist notwendig. Die parlamentarische Behandlung der Bemerkungen wird zeigen, ob die Bundesregierung die Kritik ernst nimmt.
Betroffen sind alle Steuerzahler, da ineffiziente Verwaltungsstrukturen Millionen kosten. Besonders leiden Opioidabhängige unter schlechter Substitutionsversorgung und ausländische Investoren unter monatelangen Steuererstattungsverfahren.
Der Rechnungsprüfungsausschuss des Bundestages wird die Bemerkungen beraten und die Bundesministerien zur Rechenschaft ziehen. Die Bundesregierung muss Stellung zu den Kritikpunkten nehmen und Verbesserungsmaßnahmen einleiten.
- Bemerkungen
- Jährlicher Bericht des Bundesrechnungshofs über Mängel in der Haushalts- und Wirtschaftsführung des Bundes.
- Substitutionstherapie
- Medizinische Behandlung von Opioidabhängigen mit kontrollierten Ersatzstoffen wie Methadon.
- Kapitalertragsteuer
- Steuer auf Kapitalerträge wie Dividenden, die automatisch einbehalten und später teilweise erstattet wird.























































