Eingegangen im Bundestag
- Begleitetes Trinken ab 14 soll abgeschafft werden
- Werbeverbote für Alkohol auf Jugendplattformen geplant
- Alkoholsteuer soll am Alkoholgehalt ausgerichtet werden
Alkoholprävention: Grüne fordern umfassendes Schutzgesetz
Hintergrund
Deutschland hat mit 10,6 Litern reinem Alkohol pro Kopf und Jahr einen vergleichsweise hohen Alkoholkonsum. Trotz rückläufiger Trends bei Jugendlichen sind riskante Konsummuster wie Rauschtrinken weiterhin verbreitet. Die Grünen hatten bereits 2020 eine umfassende Alkoholpräventionsstrategie gefordert und knüpfen nun mit verschärften Maßnahmen an diese Initiative an.
Es ist an der Zeit, den gesundheitspolitischen Stellenwert der Alkoholprävention deutlich zu erhöhen und bestehende Lücken konsequent zu schließen.
— Begründung BT-Drs. 21/6016
Die Grünen-Fraktion hat ein Alkoholschutz für Kinder und Jugendliche betreffendes Maßnahmenpaket vorgelegt. Der am 19. Mai 2026 eingereichte Antrag (BT-Drs. 21/6016) fordert eine Reform der deutschen Alkoholpolitik.
Zentral ist die Abschaffung des begleiteten Trinkens ab 14 Jahren nach § 9 Abs. 2 Jugendschutzgesetz. Nach geltendem Recht dürfen Jugendliche in Begleitung ihrer Eltern bereits ab 14 Jahren Bier und Wein trinken. Diese Regelung soll entfallen. Eine Evaluation der Wirkung auf den Jugendschutz ist zwei Jahre nach der Umsetzung vorgesehen.
Die Grünen fordern strengere Regeln für Alkohol zum Schutz von Kindern und Jugendlichen.
Weitreichende Werbebeschränkungen sieht der Antrag vor. Alkoholwerbung in jugendorientierten Apps, Online-Plattformen und Printmedien sowie in der Außenwerbung an Verkaufsstellen soll untersagt werden. Auch die Verfügbarkeit alkoholischer Getränke soll eingeschränkt werden – etwa durch ein Verbot im Kassenbereich von Supermärkten. Bemerkenswert ist, dass sich die Grünen damit für deutlich strengere Regelungen als in vielen anderen EU-Ländern aussprechen.
Eine Reform der Alkoholsteuer ist vorgesehen, die künftig stärker am Alkoholgehalt ausgerichtet werden soll. Die zusätzlichen Einnahmen sollen in Präventions- und Suchthilfeangebote fließen. Wie die Umsatzsteuer-Diskussion zeigt, sind Steuerreformen oft umstritten und langwierig.
Als Begründung führt die Fraktion an, dass Deutschland mit 10,6 Litern reinem Alkohol pro Kopf und Jahr einen im internationalen Vergleich hohen Konsum aufweist. Obwohl sich bei Jugendlichen positive Entwicklungen zeigen, bleiben riskante Konsummuster wie Rauschtrinken verbreitet. Hintergrund ist eine seit Jahren anhaltende Debatte über die Liberalität des deutschen Jugendschutzes beim Alkohol.
Die Situation von Bier- und Weinwirtschaft durch Klimafolgen und veränderte Konsumgewohnheiten berücksichtigt der Antrag. Die Grünen schlagen daher auch die Förderung alkoholfreier Alternativen und eine Rodungsprämie vor.
Ähnlich wie bei anderen kontroversen Themen – etwa der Cannabis-Debatte – dürfte auch dieser Antrag zu Diskussionen im Bundestag führen. Die Opposition wird voraussichtlich Eingriffe in die Wirtschaftsfreiheit thematisieren.
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Betroffen wären vor allem Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern, die Alkoholindustrie durch Werbe- und Verkaufsbeschränkungen, Gastronomiebetriebe durch neue Verfügbarkeitsregeln und Verbraucher durch mögliche Preisveränderungen bei alkoholischen Getränken.
Der Antrag wird zunächst an den zuständigen Gesundheitsausschuss überwiesen. Dort findet die Beratung statt, bevor eine Entscheidung im Plenum erfolgt. Die Grünen erwarten eine kontroverse Debatte über die weitreichenden Präventionsmaßnahmen.
- Begleitetes Trinken
- Regelung im Jugendschutzgesetz (§ 9 Abs. 2 JuSchG), die Jugendlichen ab 14 Jahren den Konsum von Bier und Wein in Begleitung der Eltern erlaubt.
- Verhältnisprävention
- Präventionsansatz, der darauf abzielt, die Rahmenbedingungen so zu verändern, dass riskantes Verhalten weniger begünstigt wird.
Was bedeutet begleitetes Trinken ab 14 Jahren?
Jugendliche dürfen aktuell ab 14 Jahren in Begleitung ihrer Eltern Bier und Wein trinken – das soll abgeschafft werden.
Wie soll die Alkoholsteuer reformiert werden?
Die Steuer soll vereinfacht und stärker am Alkoholgehalt ausgerichtet werden, um gesundheitspolitische Ziele zu unterstützen.























































