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Gefährdet Bovaer-Futterzusatz Kühe und Milchqualität?
Hintergrund
Der Futterzusatz Bovaer des niederländischen Unternehmens DSM Firmenich wurde 2022 von der EU-Kommission zugelassen. Das Mittel enthält 3-Nitrooxypropanol und soll Methanemissionen von Kühen um bis zu 30 Prozent reduzieren. In Dänemark ist der Einsatz seit 2025 für Betriebe mit mehr als 50 Kühen gesetzlich vorgeschrieben. Kritiker berichten von Gesundheitsproblemen bei Kühen, die mit Bovaer gefüttert wurden.
Die AfD-Fraktion stellt der Bundesregierung 16 Fragen zum Futterzusatz Bovaer. Die Kleine Anfrage (BT-Drs. 21/4722) vom 17. März 2026 behandelt internationale Erfahrungen mit dem Mittel, das Methanemissionen von Kühen reduzieren soll.
Berichte aus verschiedenen Ländern
Besonders brisant ist die Lage in Dänemark. Dort müssen Betriebe mit mehr als 50 Kühen den Zusatz seit 2025 gesetzlich verwenden. Landwirte berichteten von verringerter Futteraufnahme und gefallener Milchleistung. Kühe sind zusammengebrochen. In mehreren Fällen wurden Tiere eingeschläfert.
Auch aus anderen Ländern kommen kritische Meldungen. Die norwegische Molkerei Tine hat Milch von Kühen, die mit Bovaer gefüttert wurden, aus dem Sortiment genommen. In Großbritannien führten Testversuche der Molkereigenossenschaft Arla zu Verbraucherbeschwerden und Boykottaufrufen.
Deutschland testet in Pilotprojekten
Dies ist bemerkenswert, da Deutschland bisher einen anderen Weg geht. In Deutschland wird Bovaer nach Angaben der AfD nur in Pilotprojekten auf einzelnen Höfen getestet. Die Fraktion fragt, ob die Bundesregierung gesetzliche Vorgaben wie in Dänemark plant. Wie viele Betriebe davon betroffen wären, will sie ebenfalls wissen.
Bovaer enthält 3-Nitrooxypropanol und hemmt Bakterien im Kuhmagen, die Methan produzieren – das klimaschädliche Gas soll so um 30 Prozent reduziert werden.
Die AfD-Abgeordneten fragten nach Entschädigungsregelungen für Landwirte und Verbraucher. Nach geplanten Untersuchungen zu möglichen Rückständen in Milchprodukten erkundigten sie sich ebenso.
Hintergrund ist eine EU-weite Zulassung. Die EU-Kommission ließ Bovaer 2022 zu, nachdem die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) das Mittel als unbedenklich für Milchkühe eingestuft hatte.
Betroffen wären deutsche Milchviehbetriebe und ihre Kühe, falls Bovaer auch hierzulande eingeführt wird. Verbraucher könnten indirekt durch mögliche Rückstände in Milchprodukten betroffen sein.
Die Bundesregierung hat mehrere Wochen Zeit, um auf die 16 Einzelfragen der AfD zu antworten. Die Antwort wird als separate Drucksache veröffentlicht und könnte Aufschluss über den geplanten Umgang mit Bovaer in Deutschland geben.
- Bovaer
- Futterzusatz mit dem Wirkstoff 3-Nitrooxypropanol, der Methanemissionen von Kühen reduzieren soll
- 3-Nitrooxypropanol (3-NOP)
- Chemische Verbindung, die methanproduzierende Bakterien im Kuhmagen hemmt























































