Vollständig beantwortet
- DB-Kosten steigen auf 9,2 Milliarden Euro 2026
- Bund finanziert Instandhaltung über Sondervermögen
- Trassenpreise könnten weiter steigen
Trassenpreise: Bundesregierung erklärt Milliarden-Kostenentwicklung der DB
Hintergrund
Die DB InfraGO AG hatte im November 2025 der Bundesnetzagentur umfangreiche zusätzliche Kostenpositionen für 2026 mitgeteilt, die sich auf rund 9,2 Milliarden Euro summieren. Dies erfolgte im Rahmen des Verfahrens zur Festlegung der Obergrenze der Gesamtkosten für die Netzfahrplanperiode 2025/2026. Die steigenden Kosten wirken sich direkt auf die Trassenpreise aus, die Eisenbahnverkehrsunternehmen für die Nutzung der Schieneninfrastruktur zahlen müssen.
Nach Darstellung der DB InfraGO AG ergeben sich erhebliche Mehrkosten insbesondere in den Bereichen Instandhaltung, bauaffine Kosten, Kapitalverzinsung, Personalaufbau, KRITIS-Schutz sowie aus regulatorischen Effekten.
— Vorbemerkung der Fragesteller BT-Drs. 21/5965
Die Bundesregierung hat detailliert auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion zur Entwicklung der Trassenpreise bei der DB InfraGO AG geantwortet (BT-Drs. 21/5965 vom 13. Mai 2026). Die Fraktion um Matthias Gastel und Dr. Paula Piechotta will wissen, wie sich die von der Deutschen Bahn angegebenen Gesamtkosten von 9,2 Milliarden Euro für das Jahr 2026 zusammensetzen.
Kostenentwicklung im Detail
Die 9,2 Milliarden Euro ergeben sich aus einem komplexen Rechenmodell, so die Bundesregierung. Ausgangspunkt ist eine durch das Verwaltungsgericht Köln festgesetzte Obergrenze von 7,8 Milliarden Euro. Hinzu kommen erhebliche Mehraufwände: 2,98 Milliarden Euro für Instandhaltung und 719 Millionen Euro für bauaffine Kosten. Weitere Kostensteigerungen verschärfen das Bild zusätzlich. Eine Instandhaltungsförderung des Bundes von 3,85 Milliarden Euro wird allerdings abgezogen.
Bemerkenswert ist die Entwicklung bei den Instandhaltungskosten. Diese sind seit 2019 von 1,986 Milliarden Euro auf geplante 4,473 Milliarden Euro in 2025 gestiegen. Die Verkehrsinfrastruktur verzeichnet generell steigende Kosten. Besonders drastisch fällt der Anstieg bei den Ausgaben für KRITIS-Schutz aus – von 98 Millionen Euro (2019) auf 324 Millionen Euro (2025). Hintergrund sind verschärfte Anforderungen zum Schutz kritischer Infrastrukturen.
Steigende Kosten bei der Bahn-Infrastruktur führen zu höheren Trassenpreisen, die sich letztendlich auf die Ticketpreise auswirken können.
Finanzierung und Zukunftsperspektive
Die gestiegenen Kosten werden weiterhin teilweise über Bundesmittel finanziert, erklärte die Bundesregierung. Dies ist insofern bedeutsam, als der Bundestag bereits die Instandhaltungsfinanzierung aus dem Sondervermögen beschlossen hat. Zum 1. Januar 2027 wird die aktuelle Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung durch eine neue Leistungsvereinbarung (LV InfraGO) ersetzt.
Konkrete Prognosen für die Jahre ab 2027 gab die Bundesregierung nicht ab. Begründung: Es liegt noch keine vom Aufsichtsrat beschlossene Mittelfristplanung vor. Die Verhandlungen zur neuen Leistungsvereinbarung sollen erst im Juni 2026 beginnen.
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Betroffen sind alle Eisenbahnverkehrsunternehmen, die Trassenentgelte zahlen müssen, sowie indirekt alle Bahnreisenden und Gütertransporteure, da höhere Trassenpreise zu steigenden Ticketpreisen führen können. Dies betrifft sowohl den Fernverkehr als auch den Regional- und Güterverkehr.
Die Bundesregierung beantwortet die meisten Fragen vollständig, verweist jedoch bei historischen Kostendaten teilweise auf die Beschluss-Datenbank der Bundesnetzagentur. Für Zukunftsprognosen ab 2027 erklärt sie, dass keine beschlossene Mittelfristplanung vorliege.
Die Bundesregierung plant, die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung III zum 1. Januar 2027 durch eine neue Leistungsvereinbarung (LV InfraGO) zu ersetzen. Die Verhandlungen dazu beginnen im Juni 2026. Der Bundestag hatte bereits eine Entschließung zur Instandhaltungsfinanzierung aus dem Sondervermögen verabschiedet.
- Trassenpreise
- Entgelte, die Eisenbahnverkehrsunternehmen für die Nutzung der Schieneninfrastruktur an die DB InfraGO AG zahlen müssen.
- KRITIS-Schutz
- Schutzmaßnahmen für kritische Infrastrukturen wie das Schienennetz vor Cyber- und physischen Angriffen.
- Obergrenze der Gesamtkosten (OGK)
- Von der Bundesnetzagentur festgelegte Höchstgrenze für die Kosten, die über Trassenpreise refinanziert werden dürfen.
Warum steigen die Trassenpreise?
Hauptgründe sind höhere Instandhaltungskosten, bauaffine Kosten, KRITIS-Schutz und Personalaufbau bei der DB InfraGO AG.
Wie finanziert der Bund die gestiegenen Kosten?
Über Bundesmittel aus der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung sowie zusätzliche Instandhaltungsförderung aus dem Sondervermögen.














































