Beantwortet
Linke fragt zu Security-Einsatz in der Jugendhilfe
Die Bundesregierung hat kaum Erkenntnisse ĂĽber den Einsatz privater Security-Unternehmen in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Das geht aus ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion hervor (BT-Drs. 21/5669 vom 29. April 2026).
Anlass war ein brisanter Fall
Ausgangspunkt der parlamentarischen Initiative war eine MDR-Dokumentation „Der Fall Ole – Wie Security in der Jugendhilfe zur Gefahr wird“. Diese berichtete ĂĽber mutmaĂźliche jahrelange Misshandlungen unter der Obhut der Jugendhilfe. Mitarbeiter eines Security-Unternehmens haben dabei Körperverletzung begangen und mĂĽssen sich vor Gericht verantworten.
Die Linke befĂĽrchtet eine „Deprofessionalisierung der Jugendhilfe“ durch den Einsatz von Sicherheitsdiensten statt qualifizierter Sozialpädagogen.
Heidi Reichinnek, Nicole Gohlke und Dr. Michael Arndt stellten der Bundesregierung 21 detaillierte Fragen. Diese sind bemerkenswert breit gefächert. Sie fragten, in welchen Einrichtungen Security-Unternehmen eingesetzt werden, zu welchen Zwecken und unter welchen Bedingungen.
Bundesregierung verweist auf Länder
Die Antwort fällt ernĂĽchternd aus. „Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse zu dem Einsatz von Security-Unternehmen in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe vor, die ĂĽber allgemein zugängliche Berichterstattungen in der Presse hinausgehen“, heiĂźt es dort.
Was die Recherche der Linken ergab
Eine Internetrecherche der Fraktion ergab „dutzende Sicherheitsunternehmen“, die ihre Dienste explizit der Jugendhilfe anbieten. Hintergrund ist offenbar ein weit verbreitetes Phänomen, das bislang kaum wissenschaftlich untersucht wurde. Dies ist insofern bemerkenswert, als die Bundesregierung gleichzeitig betont, die Umsetzung der Kinder- und Jugendhilfe ist Aufgabe der Jugendbehörden in den Ländern. Eine Studie zu diesem Thema plant sie nicht.
Gleichzeitig verweist die Regierung auf bestehende Schutzvorschriften im Achten Buch Sozialgesetzbuch, die das Kindeswohl in Einrichtungen sichern sollen. Die Linke hatte bereits 2019 eine ähnliche Anfrage zu Problemen in der Jugendhilfe gestellt. Der aktuelle Fall zeigt erneut Defizite bei der Kontrolle und dem Schutz von Kindern und Jugendlichen in staatlicher Obhut auf.























































