Beantwortet
AfD will Bevölkerungsforschung nach ihren Vorstellungen umbauen
Die AfD-Fraktion hat am 5. Mai 2026 einen weitreichenden Antrag zur Umgestaltung der deutschen Bevölkerungsforschung vorgelegt. Die Drucksache 21/5757 fordert eine komplette Neuausrichtung des bisherigen Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden.
Ministerium soll umbenannt werden
Kernstück des Antrags ist die Forderung, das bisherige Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in ein „Bundesministerium für Familie und Bevölkerungsentwicklung“ umzuwandeln. Gleichzeitig soll das Bundesinstitut als „Bundesinstitut für Deutsche Bevölkerungsentwicklung“ zu einer rechtsfähigen Anstalt des öffentlichen Rechts ausgebaut werden.
Bisher ist das Institut eine nicht rechtsfähige Bundesanstalt – das würde sich grundlegend ändern.
Die Forschungsschwerpunkte würden sich drastisch ändern. Dies ist bemerkenswert, da das bisherige Institut eine breite internationale Ausrichtung verfolgt. Statt „Migration und Mobilität“ soll es künftig um „Urbane und ländliche Räume in Deutschland“ gehen, während der Schwerpunkt „Demographischer Wandel und Alterung“ durch „Demographieziele für ein junges Deutschland“ ersetzt werden soll.
Zuwanderungsforschung soll wegfallen
Zuwanderungsfragen sollen vom Institut nicht mehr behandelt werden. Besonders kontrovers erscheint diese Forderung vor dem Hintergrund der aktuellen demografischen Herausforderungen. In der Begründung heißt es, Zuwanderung lässt die demographischen Probleme Deutschlands nicht verschwinden und schafft in vielen anderen Bereichen zusätzliche neue Probleme.
Das Institut soll stattdessen „Demographieziele“ entwickeln. Diese sollen zu einer „merklichen Verjüngung der deutschen Bevölkerung“ führen und mit Handlungsempfehlungen für die Bundesregierung verbunden werden. Ein neuer Abteilungsname im Ministerium soll „Demographieziele, Bevölkerungsentwicklung und Willkommenskultur für Kinder“ lauten.
Hintergrund ist die aktuelle Diskussion über demografische Entwicklungen, die auch bei Reformvorschlägen für die Sozialversicherungen eine zentrale Rolle spielt. Die wissenschaftliche Unabhängigkeit wird in dem Antrag zwar erwähnt. Die politisch motivierte Neuausrichtung der Forschungsschwerpunkte könnte diese jedoch faktisch einschränken.























































