Der Bundestag beschäftigte sich heute mit 18 neuen Drucksachen, die ein breites Spektrum politischer Themen abdecken. Im Mittelpunkt standen energiepolitische Weichenstellungen mit der Einführung eines Kapazitätsmarktes und Änderungen beim Heizungsgesetz sowie Fragen zur inneren Sicherheit und Wirtschaftspolitik. Die AfD dominierte mit zwölf Anfragen das parlamentarische Geschehen und beleuchtete dabei Themen von Agrarpolitik bis hin zu russischen Spionageaktivitäten.
Energiepolitische Kehrtwende
Die Bundesregierung brachte zwei bedeutsame Gesetzentwürfe ein: einen Kapazitätsmarkt mit einem Volumen von bis zu drei Milliarden Euro zur Sicherung der Stromversorgung sowie eine Novelle des Heizungsgesetzes. Die CDU/CSU bezeichnete letztere als „Ende des Heizungszwangs“ und Umstellung auf „Wahlfreiheit“ beim Heizungstausch.
AfD: Vielfältige Kontrollfragen
Die AfD stellte zwölf parlamentarische Anfragen zu unterschiedlichen Politikbereichen. Bei der Agrarpolitik kritisierte sie, dass die Bundesregierung keine Statistiken zu Betriebspleiten führe, obwohl Großinsolvenzen wie bei PORKY 30.000 Schweine betrafen. In der Sicherheitspolitik thematisierte sie die russische Rekrutierung von „Wegwerfagenten“ über Telegram sowie die Reorganisation krimineller Netzwerke. Weitere Anfragen betrafen die Schweinepest-Ausbreitung in fünf Bundesländern, Infrastruktur-Modernisierung bei 11.000 Brücken und die deutsche ESM-Haftung von 189,5 Milliarden Euro bei einer möglichen Frankreich-Krise. Im Kulturbereich fragte sie nach dem Ausschluss von drei Buchläden wegen Extremismus-Verdachts und nach hohen Krankenständen in Kulturbehörden.
Grüne: Sozialpolitik und Rechtsextremismus
Bündnis 90/Die Grünen konzentrierten sich auf zwei Kernthemen: Die Finanzströme der rechten Szene, bei denen ein rechtsextremer Verlag 445.192 Euro Umsatz erzielte, und das Straßenbaum-Programm mit geplanten 46.000 Neupflanzungen, bei dem der Bundesregierung jedoch Gesamtdaten fehlen. Eine weitere grüne Anfrage betraf technische Probleme beim Direktauszahlungsmechanismus, der noch nicht für alle 16 Millionen Kontoinhaber funktioniert.
Die Linke: Datenschutz im Sport
Die Linke erkundigte sich nach dem Umgang mit Fandaten zur WM 2026. Dabei stellte sich heraus, dass 6.740 Personen in der Datei „Gewalttäter Sport“ erfasst sind, jedoch keine Datenübermittlung zur Weltmeisterschaft erfolgte.
Ausblick
Die beiden energiepolitischen Gesetzentwürfe werden voraussichtlich intensive Ausschussberatungen nach sich ziehen und könnten zu kontroversen Plenardiskussionen führen. Die zahlreichen noch unbeantworteten Anfragen der AfD zu Sicherheits- und Wirtschaftsthemen dürften in den kommenden Wochen für weitere parlamentarische Aktivität sorgen.
- 1-3 Milliarden Euro: Deutschland führt Kapazitätsmarkt ein
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Drs. 21/6190 · Vorgang VO334921

































































