- 31 Millionen Euro für 63.000 Familien in Mosambik
- Keine abschließende Kostenaufschlüsselung verfügbar
- Externe Kontrollen fanden nicht statt
Mosambik-Hilfe: 31 Millionen Euro ohne lückenlose Kontrolle
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6230 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Das Projekt sollte die Folgen der COVID-19-Pandemie und des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine in Mosambik abfedern. 63.000 Familien erhielten monatlich etwa 40 Euro über Mobile-Money-Systeme. Das Welternährungsprogramm (WFP) führte das Projekt durch, die KfW verwaltete die deutschen Mittel.
- 31,05 Millionen Euro — Gesamtvolumen des Projekts über KfW und WFP
- 63.000 Familien — erhielten monatlich etwa 40 Euro Unterstützung
- 4,9 Millionen Euro — zusätzlich aus humanitärer Hilfe für Cash-Transfer-Projekte
- November 2025 — letzte Vor-Ort-Kontrolle durch KfW in Provinz Nampula
Im Detail
Das Projekt wurde noch nicht schlussgerechnet, sodass noch keine abschließenden Angaben zu den Kosten des Projekts vorliegen.
— Bundesregierung BT-Drs. 21/6230
Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) hat ein 31,05 Millionen Euro schweres Hilfsprojekt in Mosambik durchgeführt, kann aber keine abschließende Kostenaufschlüsselung vorlegen. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor (BT-Drs. 21/6230).
Das Projekt unterstützte 63.000 Familien in urbanen und suburbanen Gebieten. Monatliche Cash-Transfers von etwa 40 Euro sollten die wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie und des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine abfedern. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) führte das Programm in Zusammenarbeit mit dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) durch.
Keine externe Kontrolle
Konkrete Audit-Berichte? Fehlanzeige. Auf entsprechende Nachfragen antwortet die Bundesregierung: „In beiden Fällen sieht das Berichtswesen von WFP die genannten Mechanismen nicht vor. Es wurden keine externen Prüfinstanzen beauftragt.“ Die Kontrolle beschränkt sich auf interne Berichte der beteiligten Organisationen.
Direkten Einblick in die Transaktionsprotokolle der Zahlungsdienstleister hat die Bundesregierung ebenfalls nicht. Diese unterliegen der Vertraulichkeit und werden daher nicht an externe Stellen weitergegeben, heißt es in der Antwort.
Was gilt aktuell?
Einheitliche Standards für externe Kontrollen bei Cash-Transfer-Programmen gibt es in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit nicht. Die Überwachung erfolgt primär über die Durchführungsorganisationen selbst, das BMZ verlässt sich auf das interne Berichtswesen der Partner-Organisationen.
Bei der Empfängerauswahl nutzte das Projekt nationale Systeme Mosambiks. Dazu zählten das Sozialregister (e-INAS) und das Begünstigtenidentifizierungssystem SIB. Das nationale Sozialversicherungsinstitut INAS führte die Registrierung durch, technisch unterstützt vom WFP.
Gesamtkosten bleiben unklar
Die zentrale Frage nach der Aufschlüsselung zwischen direkten Transferzahlungen, WFP-Verwaltungskosten und KfW-Managementhonorar bleibt unbeantwortet. „Das Projekt wurde noch nicht schlussgerechnet, sodass noch keine abschließenden Angaben zu den Kosten des Projekts vorliegen“, gibt die Regierung zur Antwort.
Verdachtsfälle von Unregelmäßigkeiten sind dem BMZ nicht gemeldet worden. „Es gibt keine Verdachtsfälle, die dem BMZ gemeldet wurden“, heißt es. Ob dies an funktionierenden Kontrollmechanismen liegt oder an deren Abwesenheit, bleibt offen.
Die KfW führte ihre letzte Vor-Ort-Kontrolle im November 2025 in der Provinz Nampula durch. Die deutsche Botschaft nimmt regelmäßig an Koordinierungsterminen teil, führt aber keine eigenen Kontrollen durch.
Deutschland finanzierte seit 2020 Cash-Transfer-Leistungen in Mosambik mit insgesamt 50,9 Millionen Euro. 46,1 Millionen entfielen auf KfW-Programme. Weitere 4,9 Millionen flossen in humanitäre Hilfe über Organisationen wie das Welternährungsprogramm, die Johanniter Unfallhilfe und das Norwegian Refugee Council.
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Betroffen sind 63.000 Familien in urbanen und suburbanen Gebieten Mosambiks, deren informelle Einkommensmöglichkeiten durch die Pandemie-Folgen und den Ukraine-Krieg beeinträchtigt wurden. Besonders Kinder, Frauen und ältere Menschen sollten von besserer Ernährungssicherheit profitieren.
Die Bundesregierung konnte zentrale Fragen nicht beantworten: keine Kostenaufschlüsselung, keine externen Prüfungen, keine Daten zu Mehrfachempfängern. Verweist häufig auf fehlende Daten oder Zuständigkeiten des WFP.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 29.05.2026) AfD hinterfragt 31 Millionen Euro Cash-Transfer-Projekt Mosambik →
- Cash-Transfer
- Direkte Geldleistungen an bedürftige Haushalte zur Verbesserung der Grundversorgung.
- Mobile Money
- Bargeldloser Zahlungsverkehr über Mobiltelefone, besonders in Entwicklungsländern verbreitet.
Wie hoch waren die direkten Transferzahlungen an die Familien?
Die Regierung kann keine abschließende Aufschlüsselung zwischen direkten Transfers, Verwaltungskosten und Managementgebühren vorlegen.
Wurden externe Kontrollen durchgeführt?
Nein, es wurden keine externen, unabhängigen Prüfinstanzen mit dem Monitoring beauftragt.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6230 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.



























































