Noch nicht beantwortet
Kinospot-Projekt: AfD hinterfragt 450.000 Euro für zwei Monate
Hintergrund
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) förderte 2018 das Projekt „Kinospot Es beginnt mit dir“ mit 450.000 Euro über TransFair e.V. Die Kampagne lief nur zwei Monate und sollte deutsche Verbraucher für fairen Handel sensibilisieren. Die AfD sieht das Kosten-Nutzen-Verhältnis kritisch und fordert detaillierte Angaben zur Mittelverwendung.
Die AfD-Fraktion hat am 15. Mai 2026 eine Kleine Anfrage (Drucksache 21/5937) zum BMZ-Projekt „Kinospot Es beginnt mit dir“ eingereicht. Die Abgeordneten um Rocco Kever fragten nach der Ausgabe von 450.000 Euro für eine nur zweimonatige Kampagne aus dem Jahr 2018.
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat das Projekt über TransFair e.V. gefördert, den Träger des Fairtrade-Siegels in Deutschland. Der Kinospot ist vom 26. September bis 28. November 2018 gelaufen. Zielgruppe waren deutsche Verbraucher zur Sensibilisierung für fairen Handel. Die Projektlaufzeit betrug acht Wochen.
17 Fragen zur Mittelverwendung
Die parlamentarische Anfrage umfasst detaillierte Fragen zur Kostenaufschlüsselung, Wirkungsmessung und Vergabeverfahren. Dies ist bemerkenswert, da solche Einzelprojekte selten derart intensive parlamentarische Aufmerksamkeit erhalten. Die AfD fragt, wie sich die Gesamtkosten auf Filmproduktion, Kinowerbung und Verwaltung aufteilen. Zudem sollen die Anzahl der erreichten Kinogänger und die Kosten pro Kontakt offengelegt werden.
Ein weiterer Punkt betrifft die entwicklungspolitische Relevanz. Die Abgeordneten fragten, welchen „unmittelbaren Beitrag“ ein deutscher Kinospot zur operativen Projektarbeit in Partnerländern leiste. Diese Frage bezieht sich auf die Berechtigung von Inlandskampagnen im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit.
Einfach erklärt: Die AfD will wissen, ob fast eine halbe Million Euro für einen achtwöchigen Kinospot gut angelegtes Steuergeld war oder Verschwendung.
Weitere Fragen betreffen die externe Evaluierung des Projekts und mögliche Anmerkungen der Rechnungsprüfung. Hintergrund ist, dass externe Evaluierungen bei derartigen Kampagnen oftmals erst nachträglich in die Kritik geraten. Die AfD fragt auch, ob das Projekt im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung vergeben worden ist oder kostengünstigere Alternativen zur Verfügung gestanden haben.
Transparenz und Nachnutzung
Die Fraktion erkundigt sich nach den Urheberrechten. Wem gehört das produzierte Filmmaterial nach Projektende? Die AfD möchte wissen, ob und wie der Kinospot seit 2018 kostenfrei für weitere entwicklungspolitische Bildungsarbeit genutzt wird. Dies kann die Wirtschaftlichkeit der Investition beeinflussen.
Das BMZ muss nun die Fragen beantworten. Details zur Projektförderung sollen preisgegeben werden. Die Antwort wird zeigen, ob die Kampagne messbare Erfolge für den fairen Handel erzielt hat oder ob die Ausgaben das erwartete Verhältnis zur Wirkung aufweisen.
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Betroffen sind Steuerzahler, die über die Verwendung ihrer Mittel informiert werden sollen. Das BMZ muss Rechenschaft über die Projektförderung ablegen. Auch TransFair e.V. als Durchführungsorganisation steht im Fokus der parlamentarischen Kontrolle.
Das BMZ hat nun Zeit, die 17 Fragen der AfD-Fraktion zu beantworten. Die Antwort wird voraussichtlich binnen weniger Wochen als neue Drucksache veröffentlicht. Dabei müssen Details zur Kostenaufschlüsselung, Wirkungsmessung und Vergabeverfahren offengelegt werden.
- IATI-Maßnahmen-ID
- Eindeutige Kennnummer für internationale Entwicklungsprojekte zur transparenten Nachverfolgung von Mitteln
- TransFair e.V.
- Gemeinnütziger Verein, der das Fairtrade-Siegel in Deutschland vergibt und fairen Handel fördert
- Informationelle Zusammenarbeit
- Aufklärungs- und Bildungsarbeit des BMZ zur Sensibilisierung der deutschen Öffentlichkeit für Entwicklungsthemen























































