Tagesrückblick Bundestag – 3. Juli 2026
Im Bundestag standen am heutigen Tag vor allem zwei große Zukunftsthemen im Mittelpunkt: die Regulierung und Förderung von Künstlicher Intelligenz sowie der Schutz von Verbrauchern im Gesundheitswesen. Insgesamt wurden vier neue Drucksachen eingebracht, verteilt auf drei Fraktionen. Die parlamentarische Debatte um digitale Souveränität, KI-gestützte Grenzsicherung und den Umgang mit Individuelle-Gesundheitsleistungen zeigt die unterschiedlichen Prioritäten der im Bundestag vertretenen Gruppen.
Die Linke
Die Linke hat mit Drucksache 21/6793 einen Antrag zur Reform sogenannter IGeL-Leistungen eingebracht. IGeL – Individuelle Gesundheitsleistungen – werden von Arztpraxen angeboten, jedoch nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Die Fraktion fordert nach eigenen Angaben einen stärkeren Schutz für GKV-Versicherte, die nach Einschätzung der Linken bei solchen Angeboten häufig unter Druck geraten oder unzureichend aufgeklärt werden.
- Drs. 21/6793 – IGeL-Reform: Schutz für GKV-Versicherte (Antrag, eingebracht am 30.06.2026)
Bündnis 90/Die Grünen
Die Grünen haben mit Drucksache 21/6825 einen weitreichenden Antrag zur KI-Politik auf europäischer Ebene vorgelegt. Die Fraktion fordert Investitionen in Höhe von 100 Milliarden Euro, um Europa als KI-Standort zu stärken und digitale Souveränität gegenüber den USA und China zu sichern. Der Antrag zielt darauf ab, Forschung, Infrastruktur und regulatorische Rahmenbedingungen für europäische KI-Entwicklung auszubauen.
- Drs. 21/6825 – KI-Standort Europa: 100 Mrd. Euro für digitale Souveränität (Antrag, eingebracht am 02.07.2026)
AfD
Die AfD hat gleich zwei Drucksachen eingebracht und damit das breiteste parlamentarische Aufkommen des heutigen Tages. Inhaltlich bewegt sich die Fraktion in zwei sehr unterschiedlichen Feldern: KI-gestützte Grenzsicherung einerseits und energiepolitische Kontrollfragen andererseits.
- Drs. 21/6822 – KI-Grenzschutz: Die AfD fordert 100 Millionen Euro für den Einsatz digitaler Technologien zur Sicherung der deutschen Außengrenzen. Der Antrag steht in direktem thematischen Bezug zum Grünen-Antrag zur KI-Förderung, verfolgt jedoch einen sicherheitspolitischen statt industriepolitischen Ansatz. (Antrag, eingebracht am 01.07.2026)
- Drs. 21/6801 – Energieeffizienzgesetz: Mit 21 Einzelfragen richtet die AfD eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung zu den im Energieeffizienzgesetz festgelegten Sparzielen und möglichen Risiken für die Wirtschaft. Die Regierung ist verpflichtet, innerhalb der gesetzlichen Fristen schriftlich zu antworten. (Kleine Anfrage, eingebracht am 01.07.2026)
Ausblick
Parlamentarisch relevant bleiben in den kommenden Wochen vor allem die beiden KI-Anträge: Sowohl der Grünen-Antrag zur europäischen Digitalstrategie als auch der AfD-Antrag zur KI-gestützten Grenzsicherung dürften in einer Plenardebatte aufeinandertreffen und grundsätzlich verschiedene Vorstellungen vom Einsatz neuer Technologien sichtbar machen. Zudem ist die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der AfD zum Energieeffizienzgesetz abzuwarten – sie kann Aufschluss darüber geben, wie die Regierung die wirtschaftlichen Auswirkungen des Gesetzes selbst einschätzt. Der IGeL-Antrag der Linken wird voraussichtlich an den Gesundheitsausschuss überwiesen.
- IGeL-Reform: Linke fordert Schutz für GKV-Versicherte
Drs. 21/6793 · Vorgang VO336851 - KI-Standort Europa: Grüne fordern 100 Mrd. Euro für digitale Souveränität
Drs. 21/6825 · Vorgang VO336850 - KI-Grenzschutz: AfD fordert 100 Mio. Euro für digitale Grenzsicherung
Drs. 21/6822 · Vorgang VO336849 - Energieeffizienzgesetz: 21 Fragen zu Sparzielen und Wirtschaftsrisiken
Drs. 21/6801 · Vorgang VO336773

































































