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Home Themen Arbeit & Soziales

Bundesstiftung Mutter und Kind: Mehr Geld ab 2027

durch Redaktion Bundestag
28. September 2026
in Arbeit & Soziales
0
Illustration: Bundestagsdrucksache 21/8243

KI-generiertes Titelbild zur Bundestagsdrucksache 21/8243

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VerfahrensstandGesetzentwurf
Eingegangen
1
Gesetzesinitiative
Eingebracht von der Bundesregierung, dem Bundesrat oder aus der Mitte des Bundestages (mind. 1 Fraktion oder 5 % der Abgeordneten).
28.09.2026 · Drs. 21/8243
2
Erste Lesung
Vorstellung im Plenum; der Entwurf wird meist zur Beratung an zuständige Ausschüsse überwiesen.
⋮ 7 weitere Schritte anzeigen
3
Ausschussberatungen
Fachausschüsse prüfen den Entwurf, hören Sachverständige an und können Änderungen vorschlagen.
4
Zweite Lesung
Erneute Plenarberatung und Abstimmung über Änderungsanträge.
5
Dritte Lesung & Schlussabstimmung
Endgültige Abstimmung im Bundestag. Bei Annahme gilt das Gesetz als beschlossen.
6
Bundesrat
Zustimmungsgesetze erfordern Bundesratsmehrheit; bei Einspruchsgesetzen kann der Bundesrat Einspruch einlegen.
?
Vermittlungsausschuss (falls nötig)
Bei Uneinigkeit sucht ein gemeinsamer Ausschuss einen Kompromiss zwischen Bundestag und Bundesrat.
8
Ausfertigung
Unterzeichnung durch den Bundespräsidenten nach Gegenzeichnung durch die zuständigen Minister.
9
Verkündung im Bundesgesetzblatt
Offizielle Veröffentlichung — erst damit wird das Gesetz rechtlich verbindlich bekannt gemacht.
10
Inkrafttreten
Zum gesetzlich genannten Zeitpunkt; ohne Regelung am 14. Tag nach der Verkündung.
Vorgang VO338365 →

📄 Quelle: Deutscher Bundestag / DIP — BT-Drs. 21/8243 | Gesetzentwurf | Original-PDF | dip.bundestag.de

Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/8243 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

⏱ 6 Min. Lesezeit

⚡ Auf einen Blick
  • Bundeseinlage steigt ab 2027 auf mindestens 101 Millionen Euro
  • Ab 2032 weitere Erhöhung auf 105 Millionen Euro jährlich
  • Gesetzliche Mindestgrenze war seit 1993 unverändert geblieben

Hintergrund

Die Bundesstiftung Mutter und Kind wurde 1984 gegründet und unterstützt schwangere Frauen in Notlagen mit ergänzenden Geldleistungen. Die gesetzliche Mindesteinlage des Bundes von 92.033.000 Euro blieb seit 1993 unverändert, obwohl es zwischen 1995 und 2022 mehrfach temporäre Aufstockungen gab. Seit 2017 erhält die Stiftung über das parlamentarische Verfahren zusätzlich jährlich 4 Millionen Euro, womit die tatsächliche Bundeszuweisung 2026 bei 96.033.000 Euro liegt. Die Jugend- und Familienministerkonferenz der Länder forderte bereits 2016 eine dauerhafte gesetzliche Erhöhung. Auch der Bundesrechnungshof drängte auf eine Auflösung des Stiftungsvermögens, was der Entwurf durch die Neudefinition als Verbrauchsvermögen umsetzt.

📊 Zahlen auf einen Blick
  • 96.033.000 Euro — Tatsächliche Bundeszuweisung 2026 (gesetzliche Basis 92.033.000 Euro plus 4 Mio. Euro über parlamentarisches Verfahren)
  • 101 Millionen Euro — Neue gesetzliche Mindesteinlage ab 1. Januar 2027 (Mehrausgaben: rund 4,967 Mio. Euro jährlich)
  • 105 Millionen Euro — Weitere Erhöhung ab Haushaltsjahr 2032 (zusätzliche 4 Mio. Euro jährlich)
  • 109.000 Frauen — Begünstigte im Jahr 2024, annähernd jede sechste Schwangere in Deutschland
  • 1993 — Letztes Jahr, in dem die gesetzliche Mindesteinlage angehoben wurde

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Infografik BT-Drs. 21/8243
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Im Detail

Die gesetzlich festgelegte Mindestsumme ist seit 1993 unverändert geblieben, obwohl die Lebenshaltungskosten seither erheblich gestiegen sind.

— Begründung BT-Drs. 21/8243, Abschnitt A. Problem und Ziel

Schwangere Frauen in finanziellen Notlagen sollen ab 2027 höhere Hilfsleistungen aus der Bundesstiftung Mutter und Kind erhalten. Die Bundesregierung hat am 28. September 2026 den Entwurf des Fünften Gesetzes zur Änderung des Stiftungsgesetzes (5. MuKStiftÄndG) in den Bundestag eingebracht (BT-Drs. 21/8243). Im Kern steht eine stufenweise Erhöhung der jährlichen Bundeseinlage: auf mindestens 101 Millionen Euro ab 2027 und auf mindestens 105 Millionen Euro ab 2032.

Was gilt aktuell?

Die gesetzliche Mindesteinlage des Bundes für die Stiftung Mutter und Kind beträgt derzeit 92.033.000 Euro — und das seit 1993 unverändert. Zusätzlich erhält die Stiftung seit 2017 über das parlamentarische Verfahren jährlich 4 Millionen Euro, sodass die tatsächliche Bundeszuweisung im Jahr 2026 bei 96.033.000 Euro liegt. Es gab in der Vergangenheit vereinzelt temporäre Aufstockungen, etwa 1995 bis 1997 um 10 Millionen Euro und einmalig 2022 um 5,5 Millionen Euro — diese hatten jedoch keine gesetzliche Grundlage. Die Entlastungswirkung der Stiftungshilfen hat sich durch die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten seit 1993 real deutlich vermindert.

Bundesstiftung Mutter und Kind: Reichweite und Wirkung

Die 1984 gegründete Bundesstiftung ist eine wichtige Säule der Schwangerschaftsunterstützung in Deutschland. Im Jahr 2024 erreichte sie laut Gesetzesbegründung rund 109.000 Frauen — das entspricht annähernd jeder sechsten Schwangeren. Die Hilfsleistungen werden über ein bundesweites Netz von Schwangerschaftsberatungsstellen sowie 16 zentrale Einrichtungen in den Bundesländern vergeben. Die Stiftung kombiniert finanzielle Leistungen mit psychosozialer Beratung und öffnet Betroffenen zugleich den Zugang zu weiteren Unterstützungssystemen wie den Frühen Hilfen.

Die Leistungen sind nachrangig ausgestaltet: Sie greifen nur, wenn Hilfe auf andere Weise nicht oder nicht rechtzeitig möglich ist. Vor jeder Bewilligung erfolgt eine individuelle Bedarfsprüfung. Länder und Kommunen werden durch die Erhöhung der Bundeseinlage nicht zusätzlich belastet.

Erhöhung in zwei Stufen und neue Vermögensregel

Der Gesetzentwurf sieht neben der Anhebung der Bundeseinlage eine wichtige strukturelle Änderung vor: Das Stiftungsvermögen wird künftig als Verbrauchsvermögen definiert. Das bedeutet, es darf vollständig für den Stiftungszweck eingesetzt werden. In den Jahren 2027 bis 2031 soll der Stiftungsrat jährlich zusätzlich 4 Millionen Euro aus dem Stiftungsvermögen entnehmen und an die zentralen Einrichtungen weitergeben — was die effektive Förderung in diesen Jahren auf das Niveau von 105 Millionen Euro hebt. Ab 2032 übernimmt dann die zweite gesetzliche Erhöhungsstufe diese Funktion dauerhaft. Mit dieser Konstruktion folgt die Bundesregierung auch einer Forderung des Bundesrechnungshofes, das Stiftungsvermögen aufzulösen.

Die Mehrausgaben für den Bund betragen ab 2027 rund 4,967 Millionen Euro jährlich, ab 2032 weitere 4 Millionen Euro pro Jahr. Der erste Mehrbedarf wird im Einzelplan 17 des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gegenfinanziert. Auf Länder und Kommunen kommen keine zusätzlichen Haushaltsmehrausgaben zu.

Weitere Änderungen im Stiftungsgesetz

Neben der finanziellen Aufstockung modernisiert der Entwurf das seit der Stiftungsgründung weitgehend unveränderte Gesetz in mehreren Punkten: Der gesamte Gesetzestext wird geschlechtsneutral formuliert. Die Zuständigkeit des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend — das nach der Regierungsbildung 2025 umbenannt wurde — wird korrekt eingetragen. Die Berufungszeit für Stiftungsratsmitglieder verlängert sich auf vier Jahre. Das Kuratorium erhält neue Mitglieder, darunter Vertreter der Hebammen, der Bundesstiftung Frühe Hilfen und des Deutschen Behindertenrates sowie sechs Mitglieder des Deutschen Bundestages aus drei Fachausschüssen. Die Einzelvertretungsberechtigung aller Mitglieder der Geschäftsführung wird gesetzlich klargestellt.

Der Bundesrat hat in seiner 1068. Sitzung am 25. September 2026 beschlossen, gegen den Gesetzentwurf keine Einwendungen zu erheben. Das Gesetz soll am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Mehr zu aktuellen familienpolitischen Vorhaben und Reformen in der Kinder- und Jugendhilfe sowie zum Finanzausgleich zwischen Bund, Ländern und Kommunen finden Sie auf drucksachlich.de.

Weiterlesen:

  • ERP-Sondervermögen 2027: 12 Mrd. Euro Mittelstandsförderung
  • Bundestag 27.09.2026: Die wichtigsten Drucksachen
👥 Wen betrifft das?

Direkt betroffen sind schwangere Frauen in finanziellen Notlagen, die Leistungen der Bundesstiftung beantragen. Im Jahr 2024 waren das laut Gesetzesbegründung rund 109.000 Frauen — durchschnittlich fast jede sechste Schwangere in Deutschland. Die Antragsstellung erfolgt über Schwangerschaftsberatungsstellen und 16 zentrale Einrichtungen in den Bundesländern, die das Vergabeverfahren organisieren.

📅 Parlamentarischer Fahrplan

Der Gesetzentwurf (BT-Drs. 21/8243) wurde am 28. September 2026 in den Deutschen Bundestag eingebracht. Als nächster Schritt steht die Zuweisung an den zuständigen Ausschuss sowie die Beratung und Abstimmung im Bundestags-Plenum an. Das Gesetz soll laut Entwurf am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Der Bundesrat hat bereits keine Einwendungen erhoben.

⚖️ Erwähnte Gesetze
  • Gesetz zur Errichtung einer Stiftung Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens
📖 Begriffe erklärt
Bundeseinlage
Der jährliche Geldbetrag, den der Bund der Stiftung Mutter und Kind zur Verfügung stellt und der gesetzlich als Mindesthöhe festgelegt ist.
Verbrauchsvermögen
Stiftungsvermögen, das vollständig für den Stiftungszweck ausgegeben werden darf — im Gegensatz zu einem dauerhaft zu erhaltendem Grundstockvermögen.
Einzelplan 17
Der Haushaltsplan des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, aus dem die Mehrkosten der ersten Erhöhungsstufe gedeckt werden.
❓ Häufige Fragen

Was ist die Stiftung Mutter und Kind?

Die Bundesstiftung Mutter und Kind unterstützt schwangere Frauen in finanziellen Notlagen mit ergänzenden Hilfsleistungen. Sie erreicht laut Begründung des Gesetzentwurfs durchschnittlich fast jede sechste schwangere Frau — im Jahr 2024 waren das rund 109.000 Frauen.

Warum wird die Förderung jetzt erst erhöht?

Die gesetzliche Mindesteinlage von 92.033.000 Euro wurde seit 1993 nicht angehoben. Durch die seitdem stark gestiegenen Lebenshaltungskosten hat sich die reale Kaufkraft der Hilfen deutlich verringert. Ländereinrichtungen und die Jugend- und Familienministerkonferenz forderten eine Anpassung.

Wann tritt das Gesetz in Kraft?

Laut Gesetzentwurf soll das Gesetz am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Die Bundestagsabstimmung steht noch aus.

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Aus den Ausschüssen – KW23/2026

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Plenarsaal des Deutschen Bundestages

Heute im Bundestag – 24.09.2026

12
Bundesförderung im Bundestag: Kontrolle, Transparenz und Millionenbeträge

Bundesförderung im Bundestag: Kontrolle, Transparenz und Millionenbeträge

11
Bundestag 26.07.2026: Die wichtigsten Drucksachen

Bundestag 26.07.2026: Die wichtigsten Drucksachen

10
Illustration: Bundestagsdrucksache

Begriff erklärt: Parlamentarische Kontrollrecht

9

Bundestag 28.09.2026: Die wichtigsten Drucksachen

28. September 2026
Illustration: Bundestagsdrucksache 21/8044

Deutschland und Taliban: Kontakte, Hilfe und Hawala-Fragen

28. September 2026
Illustration: Bundestagsdrucksache 21/8043

KI-Verwaltungssoftware SPARK: 3,3 Mio. Euro Entwicklungskosten

28. September 2026
Illustration: Bundestagsdrucksache 21/8245

Doppelbesteuerung: Neues Abkommen mit Ukraine 2026

28. September 2026
Illustration: Bundestagsdrucksache 21/8244

Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-Albanien: Reform 2026

28. September 2026
Illustration: Bundestagsdrucksache 21/8241

Ukraine-Schadensersatzkommission: Bundestag soll Übereinkommen ratifizieren

28. September 2026

Meistgelesen

Wirtschaft & Finanzen

Oberschlesisches Landesmuseum: 870.000 Euro Bundesförderung

23. September 2026
Rente & Alterssicherung

Altersteilzeit-Blockmodell: Reform und Fakten 2026

26. August 2026
Wirtschaft & Finanzen

Tabaksteuer-Reform 2027: Bis zu 3,6 Mrd. Euro Mehreinnahmen

9. September 2026
Bundestag WD

Versicherungsfremde Leistungen in GKV und Pflegeversicherung

24. August 2026

Neueingänge

  • Bundestag 28.09.2026: Die wichtigsten Drucksachen
  • Deutschland und Taliban: Kontakte, Hilfe und Hawala-Fragen
  • KI-Verwaltungssoftware SPARK: 3,3 Mio. Euro Entwicklungskosten
  • Doppelbesteuerung: Neues Abkommen mit Ukraine 2026
  • Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-Albanien: Reform 2026
  • Ukraine-Schadensersatzkommission: Bundestag soll Übereinkommen ratifizieren
  • Einkommensteuerreform 2027: 5,6 Mrd. Euro Entlastung
  • Stromnetzentgelte: 5,5 Mrd. Euro Zuschuss jährlich 2027–2029
  • Kita-Qualität: Bundesregierung legt SCQEG-Entwurf vor
  • FAG-Änderungsgesetz 2026: 500 Mio. Euro Umsatzsteuer-Neuverteilung
  • Polizeivertrag Deutschland-Belgien: Ratifizierung 2026

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