Am 17. September 2026 dominierten im Bundestag zwei Themenkomplexe die parlamentarische Arbeit:
Landwirtschaft und Umweltrecht auf der einen, gesellschaftspolitische Fragen auf der anderen Seite.
Insgesamt sechs neue Drucksachen wurden veröffentlicht, darunter ein Antrag der CDU/CSU zur Organspende
sowie mehrere Kleine Anfragen von Die Linke und der AfD.
CDU/CSU
Die Unionsfraktion legte einen Antrag zur Stärkung der Freiwilligkeit bei der Organspende vor
(Drs. 21/8050). Ausgangspunkt ist die bekannte Diskrepanz: Obwohl rund 85 Prozent der Bevölkerung
Organspende grundsätzlich befürworten, sind lediglich etwa 515.000 Personen im Register erfasst.
Der Antrag fordert konkrete Maßnahmen:
- Barrierefreie und niedrigschwellige Registrierungsmöglichkeiten
- Bessere Aufklärung der Bevölkerung über das Thema Organspende
- Ablehnung einer Widerspruchsregelung als unverhältnismäßigen Eingriff in die Grundrechte
Die Union setzt damit auf das Modell der informierten Zustimmung und stellt sich gegen Bestrebungen,
eine automatische Spendebereitschaft gesetzlich zu verankern.
Die Linke
Die Linksfraktion reichte gleich drei Kleine Anfragen ein, die unterschiedliche Politikfelder abdecken.
-
Queerfeindliche Gewalt (Drs. 21/8013): In 29 Fragen thematisiert Die Linke koordinierte
Übergriffe im Zusammenhang mit Dating-Apps und Cruising-Bereichen. Die Anfrage zielt auf Erkenntnisse
der Bundesregierung zur Häufigkeit, Erfassung und Strafverfolgung solcher Taten. -
Biomasse-Strategie (Drs. 21/8014): Mit 36 Fragen beleuchtet die Fraktion Flächenkonflikte
rund um die Biomassenutzung im Jahr 2026. Im Mittelpunkt steht der Zielwert von 200 TWh und die Frage,
wie dieser mit konkurrierenden Nutzungsansprüchen — etwa für Nahrungsmittelproduktion und Naturschutz —
vereinbar ist. -
Düngeverordnung (Drs. 21/8010): Die Anfrage greift eine mögliche Rechtslücke bei der
Ausweisung nitratbelasteter Gebiete auf, die bis zur nächsten Überprüfungsrunde 2027 bestehen könnte.
Seit Oktober gilt eine geänderte Rechtslage, deren Umsetzung Die Linke nun von der Regierung
erläutert haben will.
AfD
Die AfD-Fraktion stellte zwei Kleine Anfragen mit landwirtschaftlichem Schwerpunkt.
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Agrardrohnen und KI (Drs. 21/8011): Die Anfrage befasst sich mit der aktuellen
Rechtslage beim Einsatz von Drohnen und künstlicher Intelligenz in der Landwirtschaft. Gefragt wird
unter anderem nach dem Anwendungsbereich des Paragraphen 18 der einschlägigen Regelungen sowie nach
dem wirtschaftlichen Potenzial dieser Technologien für landwirtschaftliche Betriebe. -
Natürliche-Infrastruktur-Gesetz (Drs. 21/8012): Die Fraktion fragt nach den
Auswirkungen des europäischen Natürliche-Infrastruktur-Gesetzes auf die deutsche Landwirtschaft.
Im Fokus stehen mögliche Einschränkungen für Betriebe durch neue Renaturierungspflichten und
Flächenvorgaben.
Ausblick
Parlamentarisch relevant bleibt zunächst der CDU/CSU-Antrag zur Organspende, der in den zuständigen
Ausschüssen beraten werden muss. Offen ist zudem, wie die Bundesregierung auf die drei Kleinen Anfragen
der Linken antwortet — insbesondere die Fragen zur Düngeverordnung und zur Biomasse-Strategie berühren
laufende EU-Verfahren. Auch die AfD-Anfragen zum Natürliche-Infrastruktur-Gesetz dürften angesichts
der anhaltenden Debatte über europäische Renaturierungsvorgaben weiter an Bedeutung gewinnen.
- Organspende: Bundestagsantrag stärkt Freiwilligkeit
Drs. 21/8050 - Queerfeindliche Gewalt: 29 Fragen zu Dating-Apps und Cruising
Drs. 21/8013 · Vorgang VO339078 - Agrardrohnen und KI: Rechtslage und Potenziale in der Landwirtschaft
Drs. 21/8011 · Vorgang VO339073 - Natürliche-Infrastruktur-Gesetz: Landwirtschaft unter Druck
Drs. 21/8012 · Vorgang VO339076 - Biomasse-Strategie: 36 Fragen zum Flächenkonflikt 2026
Drs. 21/8014 · Vorgang VO339079 - Düngeverordnung: Rechtslücke bei Nitrat-Gebieten vor 2027
Drs. 21/8010 · Vorgang VO339072

































































