- GKV-Dialysekosten 2025: 2,38 Mrd. Euro – Anstieg seit 2023
- Keine GKV-Daten nach Migrationshintergrund oder Aufenthaltsstatus
- G-BA förderte keine Inklusionsprojekte im Bereich Nephrologie
Hintergrund
Dialysebehandlungen gehören zu den kostenintensivsten Dauerbehandlungen im deutschen Gesundheitssystem. Die chronische Nierenerkrankung (CKD) betrifft in Deutschland schätzungsweise mehrere Millionen Menschen; ein Teil davon benötigt eine dauerhafte Nierenersatztherapie. Die AfD-Fraktion hatte mit Kleiner Anfrage (BT-Drs. 21/8353) unter anderem Kostenaufschlüsselungen nach Migrationshintergrund sowie Informationen zu geförderten Versorgungsprojekten angefragt. Das Bundesministerium für Gesundheit hat die Antwort am 20. Oktober 2026 übermittelt.
- 2.380,9 Mio. Euro — GKV-Ausgaben für Dialysebehandlungen im Jahr 2025 (höchster Wert im Zeitraum 2020–2025)
- 2.227,6 Mio. Euro — niedrigster Jahreswert im Betrachtungszeitraum, im Jahr 2023
- 2.259,2 Mio. Euro — Ausgangswert 2020; seitdem insgesamt steigender Trend mit zwischenzeitlichem Rückgang
- 15 Fragen — Umfang der Kleinen Anfrage BT-Drs. 21/8353; mehrere davon konnten mangels Datenbasis nicht beantwortet werden
Im Detail
Ein etwaiger Migrationshintergrund ist aufgrund der Vielzahl der erfassten Personengruppen für eine Versicherung in der GKV irrelevant. Sofern die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft in der GKV erfüllt sind, ist auch der Aufenthaltsstatus für die Durchführung des Versicherungsverhältnisses irrelevant.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/8752, S. 5
Die Dialysekosten in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind seit 2023 wieder im Anstieg. Laut der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (BT-Drs. 21/8752, Antwort vom 21. Oktober 2026) beliefen sich die GKV-Ausgaben für Dialysebehandlungen im Jahr 2025 auf 2.380,9 Millionen Euro — der höchste Wert seit 2020. Zum Vergleich: 2023 hatte der Wert mit 2.227,6 Millionen Euro den niedrigsten Stand im Sechsjahreszeitraum erreicht.
Dialysekosten im Zeitverlauf
Die Dialyseausgaben der GKV zeigen von 2020 bis 2023 keinen klaren Trend, schwanken aber in einem engen Band zwischen 2,23 und 2,26 Milliarden Euro. Ab 2024 steigen die Kosten jedoch erkennbar: Von 2.307,8 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 2.380,9 Millionen Euro im Jahr 2025. Ursachen für diesen Anstieg nennt die Bundesregierung in ihrer Antwort nicht; die Daten stammen aus der amtlichen KJ1-Statistik der Krankenkassen.
Was gilt aktuell bei der GKV-Datenerfassung?
Die GKV erfasst in ihren Leistungs- und Rechnungsstatistiken weder den Migrationshintergrund noch den Aufenthaltsstatus der Versicherten. Die Bundesregierung stellt in ihrer Antwort klar, dass Migrationshintergrund und Aufenthaltsstatus für die Mitgliedschaft in der GKV rechtlich ohne Bedeutung sind — entscheidend sind ausschließlich die im SGB V geregelten Voraussetzungen. Eine getrennte Erfassung von Dialysekosten nach Rechtsgrundlage des Versicherungsverhältnisses — etwa nach AsylbLG oder § 264 SGB V — findet daher nicht statt und ist auch nicht geplant.
Die AfD-Fraktion hatte in der Kleinen Anfrage gefragt, welcher Anteil der Dialysekosten auf Personen entfällt, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen, wie viele Akutdialysen bei dieser Gruppe durchgeführt wurden und welche Kostenunterschiede zwischen Versicherten mit und ohne Migrationshintergrund bestehen. Auf alle diese Fragen lautet die Antwort der Bundesregierung: Die Datenbasis existiert nicht.
Keine Inklusionsprojekte in der Nephrologie gefördert
Einen weiteren Fragenkomplex widmete die Anfrage dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Die Bundesregierung stellt dazu fest: Durch den Innovationsfonds wurden keine Projekte zur Inklusion oder interkulturellen Öffnung im Bereich Nephrologie in der laufenden oder vergangenen Legislaturperiode gefördert. Die in der Anfrage genannten Projekte „NoMiG“ und „CKD-up“ thematisierten Inklusion und interkulturelle Öffnung laut Bundesregierung nicht im nephrologischen Kontext. Auch Bundes- oder Beitragsmittel für mehrsprachige Informationskampagnen zum Check-up 35 wurden nicht aufgewendet.
Beim Check-up 35 — der allgemeinen Gesundheitsuntersuchung für gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren — liegen der Regierung keine Daten zur Inanspruchnahme aufgeschlüsselt nach Staatsangehörigkeit vor, da die GKV-Statistik diese Unterscheidung nicht vornimmt.
Dolmetscherkosten: Länder und Kommunen zuständig
Zu Kosten für Sprachmittlung bei Dialysebehandlungen erklärt die Bundesregierung, dass die GKV solche Kosten grundsätzlich nicht übernimmt. Für Personen mit Anspruch auf Leistungen nach dem AsylbLG kann Sprachmittlung im Einzelfall nach § 6 Abs. 1 AsylbLG übernommen werden, wenn sie zur Sicherung der Gesundheit unerlässlich ist. Da die Ausführung des AsylbLG den Ländern und Kommunen obliegt, liegen der Bundesregierung keine Gesamtdaten zu entsprechenden Kosten vor.
Die Bundesregierung hat mit BT-Drs. 21/8752 eine vollständige Antwort zu den quantifizierbaren Fragen vorgelegt, bei den Aufschlüsselungen nach sozialen Merkmalen aber durchgängig auf fehlende Datenbasis verwiesen. Zu den Gesamtkosten im GKV-System gibt es weitere aktuelle Informationen, etwa zur Pflegereform PNOG mit 600 Mio. Euro Mehrkosten für Kommunen.
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Betroffen von den Dialysekosten sind alle GKV-Beitragszahlerinnen und -zahler, da die Ausgaben über Kassenbeiträge finanziert werden. Direkt betroffen sind Patientinnen und Patienten mit chronischer Nierenerkrankung, die auf regelmäßige Dialyse angewiesen sind.
Die Bundesregierung beantwortet die Fragen zu den Gesamtausgaben vollständig mit Zahlenmaterial. Zu allen Fragen nach Aufschlüsselung nach Migrationshintergrund, Aufenthaltsstatus oder AsylbLG-Zugehörigkeit verweist sie darauf, dass diese Daten in der GKV-Statistik schlicht nicht erhoben werden. Die Antwort ist insoweit sachlich begründet, nicht ausweichend.
Die Kleine Anfrage ist mit der Antwort des Bundesministeriums für Gesundheit vom 20. Oktober 2026 abgeschlossen. Weitere parlamentarische Schritte sind aus dieser Drucksache nicht abzuleiten.
- Dialyse
- Medizinisches Verfahren zur künstlichen Blutreinigung bei Nierenversagen; eine der teuersten Dauerbehandlungen in der GKV.
- KJ1-Statistik
- Amtliche Rechnungsergebnisse der gesetzlichen Krankenkassen, aus denen die Bundesregierung die Dialyseausgaben ableitet.
- AsylbLG
- Asylbewerberleistungsgesetz; regelt Sozialleistungen für Asylsuchende und bestimmte weitere Ausländergruppen in Deutschland.
Wie viel kostet Dialyse die GKV pro Jahr?
Laut KJ1-Statistik lagen die GKV-Ausgaben für Dialysebehandlungen 2025 bei 2.380,9 Millionen Euro, nach 2.307,8 Millionen Euro im Vorjahr.
Erfasst die GKV Behandlungskosten nach Herkunft der Patienten?
Nein. Laut Bundesregierung werden in den GKV-Statistiken weder Migrationshintergrund noch Aufenthaltsstatus der Versicherten erfasst.
Wurden Inklusionsprojekte im Bereich Nephrologie vom G-BA gefördert?
Laut Bundesregierung wurden durch den Innovationsfonds beim G-BA keine Projekte zur Inklusion oder interkulturellen Öffnung im Bereich Nephrologie in der laufenden oder vergangenen Legislaturperiode gefördert.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/8752 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.





































































