- 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen zeigen psychische Auffälligkeiten
- 30 Prozent der 11- bis 17-Jährigen berichten regelmäßig von Mobbing
- Deutschland belegt Platz 25 von 37 Industriestaaten beim Kindeswohl
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7369 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Mehrere aktuelle Studien belegen eine Verschlechterung der psychischen Lage von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Das Deutsche Schulbarometer 2025/26 der Robert Bosch Stiftung stellt fest, dass 25 Prozent der Schülerinnen und Schüler psychische Auffälligkeiten aufweisen und besonders Kinder aus sozial schwachen Familien überdurchschnittlich belastet sind. Die seit 2020 laufende COPSY-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf dokumentiert eine stetige Zunahme psychosomatischer Beschwerden. Die UNICEF-Studie zum Kindeswohl 2026 ordnet Deutschland nur auf Platz 25 von 37 untersuchten Industriestaaten ein. Trotz umfangreicher Förderprogramme von Bund, Ländern und Kommunen sinken die Belastungswerte nicht nachweislich.
- 25 Prozent — der Kinder und Jugendlichen weisen laut Deutschem Schulbarometer 2025/26 psychische Auffälligkeiten auf.
- 30 Prozent — der 11- bis 17-Jährigen berichten von regelmäßigen Mobbingerfahrungen.
- 61 Prozent — der befragten Schülerinnen und Schüler geben an, dass an ihrer Schule viel verlangt wird.
- 47 Prozent — berichten, auch am Wochenende lernen zu müssen.
- Platz 25 von 37 — Deutschland im UNICEF-Kindeswohlranking 2026 unter Industriestaaten.
Im Detail
Die Fragesteller sehen daher Aufklärungsbedarf hinsichtlich der politischen Schlussfolgerungen der Bundesregierung, der ergriffenen Maßnahmen im Zuständigkeitsbereich des Bundes, der hierfür eingesetzten Haushaltsmittel sowie der tatsächlichen Wirksamkeit dieser Maßnahmen.
— Vorbemerkung der Fragesteller, BT-Drs. 21/7369
Ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland zeigt psychische Auffälligkeiten — das geht aus dem Deutschen Schulbarometer 2025/26 der Robert Bosch Stiftung hervor. Rund 30 Prozent der 11- bis 17-Jährigen berichten von regelmäßigen Mobbingerfahrungen, 61 Prozent geben an, dass an ihrer Schule viel verlangt wird, und 47 Prozent lernen auch am Wochenende. Vor diesem Hintergrund hat die AfD-Fraktion am 28. Juli 2026 die Kleine Anfrage BT-Drs. 21/7369 an die Bundesregierung gerichtet und stellt darin 36 Fragen zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.
Psychische Gesundheit Kinder: Studienlage gibt Anlass zur Sorge
Die Anfrage stützt sich auf drei zentrale Studien: Die seit 2020 laufende COPSY-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf dokumentiert eine kontinuierliche Zunahme psychischer Belastungen und psychosomatischer Beschwerden. Das Deutsche Schulbarometer 2025/26 liefert konkrete Zahlen zu Leistungsdruck, Mobbing und Zukunftsängsten. Besonders drastisch ist der Befund der UNICEF-Studie zum Kindeswohl 2026: Deutschland landet darin nur auf Platz 25 von 37 untersuchten Industriestaaten. Kinder aus Familien mit sozialen oder wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind laut Schulbarometer besonders stark betroffen — sie berichten überdurchschnittlich häufig von psychischen Belastungen, geringem schulischen Wohlbefinden und niedriger Lebenszufriedenheit.
Was gilt aktuell?
Bund, Länder und Kommunen finanzieren zahlreiche Programme zur Förderung psychischer Gesundheit, zur Gewaltprävention, zur Demokratieförderung, zur Medienkompetenz sowie zur allgemeinen Unterstützung von Kindern und Jugendlichen. Trotz dieser Investitionen verbleiben die gemessenen Belastungswerte laut Vorbemerkung der Fragesteller auf hohem Niveau oder nehmen teils weiter zu. Eine umfassende öffentliche Übersicht über die Gesamtausgaben des Bundes in diesem Bereich seit Januar 2020 liegt bisher nicht vor.
36 Fragen zur Wirksamkeit der Bundesmaßnahmen
Die Anfrage gliedert sich thematisch in mehrere Blöcke. Zunächst erkundigt sie sich nach den Schlussfolgerungen der Bundesregierung aus den drei genannten Studien (Fragen 1–5). Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf konkreten Bundesmaßnahmen: Die Abgeordneten fragen, welche Programme aufgrund der COPSY-Studie, der Erkenntnisse zu Mobbing und Cybermobbing, zu Leistungsdruck und zu Zukunftsängsten eingeleitet, erweitert oder verändert wurden (Fragen 6–10). Besonderes Gewicht legen die Fragesteller auf Transparenz bei den Förderprogrammen: Für Programme zu psychischer Gesundheit, Gewaltprävention und Demokratieförderung sollen Laufzeiten und Fördervolumen aufgeschlüsselt werden (Fragen 11–13).
Die Fragen 14 bis 18 zielen auf die Gesamtausgaben aus Bundesmitteln seit dem 1. Januar 2020 — differenziert nach Studienfinanzierung, Gesundheitsmaßnahmen, Mobbingprävention und Demokratieprogrammen. Besonders kritisch sind die Fragen zur Wirksamkeitskontrolle (Fragen 19–27): Die Fragesteller möchten wissen, welche Programme evaluiert wurden, welche Zielgrößen erreicht wurden und bei welchen Programmen trotz fehlender Wirksamkeitsnachweise die Förderung fortgesetzt wird. Frage 25 fragt explizit, welche Programme trotz fehlender oder nicht nachgewiesener Wirksamkeit fortgeführt wurden. Abschließend fragen die Abgeordneten nach geplanten zusätzlichen Maßnahmen, dem Zeitplan für messbare Verbesserungen und konkreten Zielwerten für die laufende Wahlperiode (Fragen 30–36).
Kernfrage der Anfrage: Wenn die psychische Gesundheit von Kindern trotz umfangreicher staatlicher Programme nicht besser wird — welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung daraus?
Hintergrund: Versorgungslücken in der Kinder-Psychotherapie
Die Anfrage zur psychischen Gesundheit Kinder steht in einem größeren Kontext: Wartezeiten auf Therapieplätze für Kinder und Jugendliche sind in Deutschland seit Jahren ein bekanntes Problem. Das Thema hat zuletzt durch eine weitere parlamentarische Anfrage neue Aufmerksamkeit erhalten — Kinder-Psychotherapie: 34 Fragen zur Versorgungslage 2026 beleuchtet die Versorgungsseite im Gesundheitssystem, während die vorliegende Anfrage auf die Präventions- und Förderprogramme des Bundes abzielt. Beide Perspektiven zusammen zeichnen ein Bild einer wachsenden Problemlage, auf die Politik und Versorgungsstruktur bisher keine ausreichende Antwort gefunden zu haben scheinen.
Auch der digitale Schutz von Kindern und Jugendlichen ist eng mit psychischer Gesundheit verknüpft: Cybermobbing und übermäßige Bildschirmnutzung gelten als Risikofaktoren, wie auch der Beitrag Kinder und Jugendliche in der digitalen Welt schützen dokumentiert. Die Fragen 7 und 12 der vorliegenden Anfrage greifen dieses Thema explizit auf.
Weiterlesen:
- Kinder-Psychotherapie: 34 Fragen zur Versorgungslage 2026
- Kinder und Jugendliche in der digitalen Welt schützen
- Ganztagsanspruch sorgt für mehr Chancengerechtigkeit und Entlastung von Familien
Betroffen sind Kinder und Jugendliche in Deutschland, insbesondere die Altersgruppe der 11- bis 17-Jährigen. Besonders stark belastet sind nach den Studienergebnissen Kinder aus Familien mit sozialen oder wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die überdurchschnittlich häufig über psychische Probleme, geringes schulisches Wohlbefinden und niedrige Lebenszufriedenheit berichten.
Berlin, 22. Juli 2026. Wir als AfD-Bundestagsfraktion fordern ein Ende der Förderung von Nichtregierungsorganisationen durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und setzen uns stattdessen für die Einrichtung eines „Heimatfonds“ ein, der Traditionshandwerk und duale Ausbildung in Hochtechnologieberufen gezielt stärkt. Das BMAS verteilt derzeit Steuergelder an einen linksorientierten NGO-Komplex, der… …
Die Kleine Anfrage wurde am 28. Juli 2026 eingereicht. Die Bundesregierung hat nun 21 Tage Zeit zur Beantwortung; die Antwortfrist läuft bis zum 18. August 2026. Nach Eingang der Antwort wird diese als eigene Drucksache veröffentlicht.
- COPSY-Studie
- Langzeitstudie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, die seit 2020 durchgeführt wird.
- Deutsches Schulbarometer
- Regelmäßige Befragungsstudie der Robert Bosch Stiftung zur Lage an deutschen Schulen aus Schüler- und Lehrerperspektive.
- Cybermobbing
- Mobbing über digitale Kanäle wie soziale Medien, Messenger-Dienste oder Online-Spiele, das zunehmend als Belastungsfaktor für Kinder und Jugendliche gilt.
Was zeigt das Deutsche Schulbarometer 2025/26?
Laut Schulbarometer weisen 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen psychische Auffälligkeiten auf, rund 30 Prozent der 11- bis 17-Jährigen berichten von regelmäßigen Mobbingerfahrungen, und 47 Prozent geben an, auch am Wochenende lernen zu müssen.
Wie schneidet Deutschland im UNICEF-Kindeswohlranking ab?
Die UNICEF-Studie zum Kindeswohl 2026 ordnet Deutschland auf Platz 25 von 37 untersuchten Industriestaaten ein.
Worum geht es bei der COPSY-Studie?
Die seit 2020 vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf durchgeführte COPSY-Studie dokumentiert eine deutliche Zunahme psychischer Belastungen und psychosomatischer Beschwerden bei Kindern und Jugendlichen.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7369 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

































































