- 344.452 Euro für Theaterprojekt in Simbabwe ausgegeben
- 39.236 Schüler erreicht mit sexueller Aufklärung
- Finanzierung über Evangelische Zentralstelle ohne BMZ-Kontrolle
Theater-Aufklärung Simbabwe: 344.000 Euro für 39.000 Schüler
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6274 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung fördert über eine Globalbewilligung die Evangelische Zentralstelle für Globale Entwicklung. Diese Organisation kann eigenständig über die Verwendung der Zuwendungen entscheiden, ohne politische Einflussnahme des BMZ. Das Theaterprojekt in Simbabwe war Teil dieser autonomen Projektauswahl und zielte auf die Förderung reproduktiver und sexueller Gesundheit bei Jugendlichen ab.
- 39.236 Schüler — erreicht durch Theateraufführungen und Workshops im Projektzeitraum
- 344.452,50 Euro — Gesamtvolumen der Bundesförderung für das dreijährige Projekt
- 80 Prozent — der Teilnehmer verfügten nach Projektende über umfassendes Wissen zu Risikovermeidung
- 40 Prozent — der Schüler nutzen nach dem Projekt Angebote der Gesundheitseinrichtungen
- 5 Monate — Verlängerung der Projektlaufzeit aufgrund der COVID-19-Pandemie
Im Detail
Es wurden 39.236 Schülerinnen und Schüler im Projektzeitraum erreicht.
— Antwort der Bundesregierung BT-Drs. 21/6274
Die deutsche Entwicklungspolitik finanzierte zwischen 2017 und 2020 ein Aufklärungsprojekt in Simbabwe. Für 344.452 Euro führten lokale Partnerorganisationen Theaterstücke zur sexuellen Gesundheit an Schulen auf. Das Projekt erreichte 39.236 Schüler und wurde über die Evangelische Zentralstelle für Globale Entwicklung abgewickelt.
Die AfD-Fraktion hat in ihrer Kleinen Anfrage die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit dieses kulturellen Ansatzes in Frage gestellt. Am 2. Juni 2026 antwortete die Bundesregierung, die EZE entscheide als Durchführungsorganisation eigenständig über Methodik und Projektauswahl. Eine politische Einflussnahme des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finde nicht statt.
Kostenaufschlüsselung zeigt Personalaufwand
Von den Gesamtprojektkosten in Höhe von 428.594 Euro sind 335.382 Euro aus Bundesmitteln geflossen. Den größten Posten haben Personalkosten mit 211.612 Euro gebildet, gefolgt von Projektmaßnahmen mit 147.047 Euro. Verwaltungskosten der Partnerorganisation belaufen sich auf 50.521 Euro. Für die Evaluierung wurden 19.413 Euro aufgewendet. Die EZE erhält keine Bundesmittel für ihre Verwaltungskosten.
Gagen für Theaterdarsteller sind nicht gezahlt worden. Das Projekt hat ausschließlich mit einheimischem Personal ohne deutsche Projektmitarbeiter vor Ort gearbeitet. Die lokalen Partnerorganisationen werden nicht namentlich genannt — die Bundesregierung verwies auf den Schutz vor politischer Repression in Simbabwe.
Messbarer Erfolg bei Wissensvermittlung
Das Monitoring des Projekts hat konkrete Ergebnisse dokumentiert. 80 Prozent der teilnehmenden Schüler verfügten nach den Aufführungen über umfassendes Wissen zur Vermeidung riskanter Verhaltensweisen bei sexuell übertragbaren Krankheiten und unerwünschten Schwangerschaften. Mindestens 40 Prozent nutzten nach dem Projekt Angebote der Gesundheitseinrichtungen.
Die COVID-19-Pandemie führte zu einer fünfmonatigen Verlängerung. Ursprünglich war das Ende für 2020 geplant gewesen. Eine unabhängige externe Evaluierung nach Projektende hat nicht stattgefunden — lediglich eine projektbegleitende Bewertung während der Laufzeit.
Was gilt aktuell?
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit finanziert weiterhin Bildungs- und Gesundheitsprojekte über kirchliche Träger. Die Globalbewilligung ermöglicht es Organisationen wie der EZE, eigenständig Schwerpunkte zu setzen. Das BMZ behält jedoch ein umfassendes Kontroll- und Prüfmandat. So wird die ordnungsgemäße Mittelverwendung sichergestellt.
Nachhaltigkeit ungeklärt
Ob die entwickelten Theaterstücke und pädagogischen Konzepte über das Projektende hinaus weitergenutzt werden, ist unklar. Der Bundesregierung liegen dazu keine Erkenntnisse vor. Die EZE verfügt laut eigenen Angaben über ein Konzept zur Qualitätssicherung, das Nachhaltigkeit als zentralen Bestandteil verankert. Konkrete Maßnahmen zur langfristigen Wirkungssicherung werden jedoch nicht benannt.
Das Projekt zahlt nach Regierungsangaben auf die UN-Nachhaltigkeitsziele 3 (Gesundheit und Wohlergehen), 5 (Geschlechtergerechtigkeit) und 17 (Partnerschaften) ein. Die Finanzierung erfolgte aus dem Haushaltstitel „Entwicklungswichtige Vorhaben der Kirchen“ im Einzelplan 23.
Weiterlesen:
- 13 Millionen Euro: Wie Thüringen Demokratie-Projekte fördert
- 205 Millionen Euro: So saniert der Bund Rheinland-Pfalz
Betroffen sind deutsche Steuerzahler, die das Projekt finanzieren, sowie 39.236 Schülerinnen und Schüler in Simbabwe, die an den Aufklärungsveranstaltungen teilnahmen. Indirekt betroffen sind auch zivilgesellschaftliche Organisationen in Simbabwe, die in einem repressiven Umfeld arbeiten.
Die Bundesregierung beantwortet die meisten Fragen vollständig, verweist aber bei kritischen Punkten auf die Autonomie der EZE als Durchführungsorganisation. Bei der Nennung lokaler Partner wird der Schutz vor Repression als Grund für Verweigerung der Auskunft angeführt.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 02.06.2026) AfD fragt nach 344.000 Euro für Sexualaufklärung per Theater in Simbabwe →
- IATI-Maßnahmen-ID
- Internationale Kennnummer für Entwicklungsprojekte zur transparenten Verfolgung von Hilfsmitteln.
- Globalbewilligung
- Finanzierungsform, bei der Träger eigenständig über Mittelverwendung entscheiden können.
Wie viel kostete das Theaterprojekt in Simbabwe?
Das Projekt kostete insgesamt 344.452,50 Euro an Bundesmitteln und lief von August 2017 bis Dezember 2020.
Wie viele Schüler wurden erreicht?
Insgesamt 39.236 Schülerinnen und Schüler nahmen an den Aufführungen und Workshops teil.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6274 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.



































































