- Schwarz-Rot streitet über Attestpflicht ab erstem Krankheitstag
- Regierung plant erweiterte BND-Befugnisse gegen russische Hybridaktivitäten
- Deutschland protestiert gegen chinesisch-russische Zusammenarbeit
- Nato-Gipfel: Milliardenhilfen für Ukraine in Aussicht
Die Bundesregierung und ihre Koalitionspartner ringen um zentrale Reformvorhaben, während außenpolitisch die Spannungen mit Russland und China in den Fokus rücken. Innenpolitisch sorgt eine geplante Gesetzesänderung zur Krankschreibung für massiven Streit innerhalb der Koalition.
Attestpflicht spaltet die Koalition
Ein geplantes Reformpaket zur Krankschreibung führt zu erheblichen Differenzen zwischen Union und SPD. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Arbeitnehmer bereits ab dem ersten Krankheitstag ein ärztliches Attest vorlegen müssen. Der CDU-Arbeitnehmerflügel lehnt diese Regelung ab und warnt vor zusätzlichen Belastungen für Patienten und Arztpraxen. Kritiker argumentieren, dass die Maßnahme zu Überlastungen im Gesundheitswesen führt und den Koalitionsfrieden gefährdet. Hausärzte äußern bereits Bedenken zur praktischen Umsetzbarkeit. Die Abstimmung gilt als Test für die Stabilität der Regierungskoalition und wird in den kommenden Wochen eine zentrale parlamentarische Herausforderung darstellen.
Regierung rüstet BND-Kompetenzen auf
Das Bundeskanzleramt plant eine deutliche Ausweitung der Befugnisse für den Bundesnachrichtendienst im Bereich der hybriden Kriegsführung gegen Russland. Der Gesetzentwurf soll dem BND erweiterte Möglichkeiten zur Abwehr von Cyberangriffen, Desinformationskampagnen und anderen nicht-militärischen Bedrohungen geben. Diese Maßnahmen werden als notwendig erachtet angesichts der wachsenden russischen Aktivitäten gegen deutsche Infrastruktur und Institutionen. Ein entsprechender Gesetzentwurf wird dem Bundestag zur Beratung vorgelegt. Die Regelung berührt Fragen zum Verhältnis zwischen Sicherheit und Datenschutz und dürfte intensiv diskutiert werden.
Diplomatischer Protest gegen China
Das Auswärtige Amt hat den chinesischen Botschafter zu einem Gespräch gebeten und übt Druck wegen der wachsenden militärischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Peking und Moskau aus. Deutschland sieht in dieser Allianz eine Bedrohung für die europäische Sicherheit und die globale Stabilität. Die diplomatische Note markiert eine Eskalation im Ton gegenüber China und signalisiert, dass die Bundesregierung die Achse Moskau-Peking als prioritäres sicherheitspolitisches Problem betrachtet. Ähnliche Bedenken werden auch von NATO-Partnern geteilt. Die Regierung will damit Druck auf China ausüben, seine Unterstützung für Russland zu überdenken.
NATO-Gipfel: Ukraine-Hilfen im Fokus
Vor dem bevorstehenden NATO-Gipfel zeichnet sich ab, dass die Mitgliedstaaten zusätzliche Milliardenhilfen für die Ukraine zusagen werden. Deutschland ist dabei ein wesentlicher Mitgestalter dieser Zusagen. Die Unterstützung konzentriert sich auf militärische Ausrüstung, wirtschaftliche Stabilisierung und den Wiederaufbau. Parallel zu diesen Ankündigungen mehren sich Signale, dass einige NATO-Länder ihre militärische Rolle ausbauen wollen — etwa durch Beteiligung an nuklearer Abschreckung. Die parlamentarischen Debatten zu diesen Verpflichtungen werden zeigen, wie weit die Bundesrepublik in ihrer Ukraine-Politik gehen wird.
In den kommenden Sitzungswochen werden Bundestag und Bundesrat über die Attestpflicht, die BND-Befugnisse und mögliche Ukraine-Hilfen abstimmen müssen — zentrale Entscheidungen für Innenpolitik und Außenpolitik gleichermaßen.

































































