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Binnenschifffahrt bricht am Hamburger Hafen dramatisch ein
Hintergrund
Aktuelle Zahlen der „Hafenrundschau Lübeck“ zeigen einen dramatischen Einbruch der Binnenschifffahrt im norddeutschen Raum. Während 2015 noch über 18.500 Binnenschiffe mit mehr als 10 Millionen Tonnen Ladung die Schleuse Geesthacht passierten, waren es 2025 nur noch 7.994 Schiffe mit rund 5,2 Millionen Tonnen. Als Ursachen werden unter anderem eine achtmonatige Sperrung der Donnerschleuse, der Kohleausstieg und strukturelle Verlagerungen im Güterverkehr genannt.
Die Binnenschifffahrt in Norddeutschland bricht dramatisch ein. Laut aktuellen Zahlen aus der „Hafenrundschau Lübeck“ sind 2025 nur noch 7.994 Binnenschiffe mit rund 5,2 Millionen Tonnen Ladung die Schleuse Geesthacht passiert. Zehn Jahre zuvor waren es noch über 18.500 Schiffe mit mehr als 10 Millionen Tonnen gewesen – ein Rückgang um 57 Prozent.
Die AfD-Fraktion hat in ihrer Kleinen Anfrage (BT-Drs. 21/5429) vom 17. April 2026 nach den Ursachen dieses Einbruchs gefragt. Insgesamt stellt sie 15 Fragen. Besonders gravierend zeigt sich die Entwicklung am Elbe-Lübeck-Kanal: 2025 haben nur noch 234 Binnenschiffe die Schleuse Lauenburg durchfahren. Dies ist bemerkenswert, da dieser Kanal traditionell eine wichtige Verbindung für den norddeutschen Güterverkehr darstellt.
Ursachen des Rückgangs
Eine achtmonatige Sperrung der Donnerschleuse hat erhebliche Auswirkungen gehabt, heißt es in der Anfrage. Strukturelle Veränderungen spielen ebenfalls eine Rolle. Der politisch gewollte Kohleausstieg führt zu weniger Transporten auf dem Wasserweg. Verlagerungen im Güterverkehr auf Straße und Schiene kommen hinzu.
Die Binnenschifffahrt gilt als besonders umwelt- und energieeffizient – ihr Rückgang steht im Widerspruch zu Klima- und Verkehrszielen der Bundesregierung.
Die AfD will von der Bundesregierung unter anderem wissen, welche konkreten Auswirkungen die Schleusenprobleme gehabt haben. Nach geplanten Investitionen für die Modernisierung der Infrastruktur fragt sie ebenso. Hintergrund ist die jahrzehntelange Unterfinanzierung der Wasserstraßen-Infrastruktur. Zudem erkundigt sich die Fraktion nach Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Binnenschifffahrt.
Der Bedeutungsverlust der Wasserstraßen steht laut der Fraktion im Widerspruch zu verkehrs- und klimapolitischen Zielsetzungen. Eine Antwort der Bundesregierung steht noch aus.
Betroffen sind Reedereien, Hafenbetriebe, Logistikunternehmen und die gesamte norddeutsche Wirtschaft, die auf den Hamburger Hafen angewiesen ist. Auch Verbraucher könnten durch höhere Transportkosten und mehr Straßenverkehr belastet werden.
Die Bundesregierung muss die 15 Fragen der AfD-Fraktion beantworten. Eine Antwortfrist ist nicht erkennbar. Je nach Antwort könnte das Thema in den zuständigen Verkehrsausschuss überwiesen werden.
- Binnenschifffahrt
- Transport von Gütern und Personen auf Binnengewässern wie Flüssen und Kanälen innerhalb eines Landes.
- Hinterlandverkehr
- Transport von Waren zwischen einem Seehafen und dem Inland über verschiedene Verkehrsträger wie Schiff, Bahn oder LKW.
- Elbe-Lübeck-Kanal
- Künstlicher Wasserweg, der die Elbe bei Lauenburg mit der Ostsee bei Lübeck verbindet und wichtige Transportroute für die Binnenschifffahrt darstellt.























































