Noch nicht beantwortet
Grüne fragen nach Kostenexplosion bei der Deutschen Bahn
Hintergrund
Die DB InfraGO AG hat der Bundesnetzagentur im November 2025 umfangreiche zusätzliche Kostenpositionen für 2026 dargelegt. Die Kosten steigen insbesondere durch Instandhaltung, bauaffine Kosten, Kapitalverzinsung, Personalaufbau und KRITIS-Schutz. Der Bund plant eine Instandhaltungsförderung von 4,1 Milliarden Euro über das Sondervermögen.
Die Grünen-Fraktion im Bundestag will Klarheit über die dramatisch gestiegenen Kosten der Deutschen Bahn. In einer Kleinen Anfrage vom 8. April 2026 (BT-Drs. 21/5233) forderten die Abgeordneten um Matthias Gastel detaillierte Angaben zu den 9,2 Milliarden Euro, die die DB InfraGO AG für das Jahr 2026 bei der Bundesnetzagentur angemeldet hat.
Kostenexplosion bei der Bahn-Infrastruktur
Die DB InfraGO AG hat im November 2025 der Bundesnetzagentur umfangreiche zusätzliche Kostenpositionen vorgelegt. Diese Mehrkosten entstehen nach Angaben des Unternehmens vor allem durch Instandhaltung, bauaffine Kosten und Kapitalverzinsung. Personalaufbau spielt ebenfalls eine Rolle. Ebenso der KRITIS-Schutz. Gleichzeitig plant der Bund eine Instandhaltungsförderung von 4,1 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen.
Die Grünen befürchten, dass die steigenden Kosten zu höheren Trassenpreisen und damit teureren Bahntickets führen könnten.
Die zwölf Fragen der Grünen zielten darauf ab, die Kostenentwicklung seit 2019 transparent zu machen. Besonders interessiert sie, welche Kosten bereits in den Vorjahren angefallen sind und wie diese finanziert worden sind. „Insbesondere vor dem Hintergrund steigender Trassenpreise und möglicher Auswirkungen auf den Schienenpersonen- und Schienengüterverkehr besteht ein Interesse an Transparenz“, heißt es in der Begründung. Dies ist bemerkenswert, da die Kostenentwicklung bei der Bahninfrastruktur seit Jahren intransparent ist.
Finanzierung durch Steuerzahler und Bahnkunden
Die Abgeordneten fragten auch nach den Finanzierungsquellen der Kosten. Trassenentgelte kommen in Betracht. Bundesmittel ebenfalls. Auch Eigenkapital oder Fremdkapital sind möglich. Der Bund hat bereits mit der Umwidmung von Haushaltsgeldern Mehrkosten teilweise finanziert. Hintergrund ist die angespannte Haushaltslage bei der Deutschen Bahn, die eine externe Finanzierung notwendig macht. Die Grünen forderten nun eine detaillierte Aufschlüsselung der Finanzierungsströme von 2019 bis 2026.
Zusätzlich fragten sie nach der erwarteten Entwicklung bis 2030 und den Auswirkungen auf die Trassenpreise im Personen- und Güterverkehr. Auch die Frage, ob die Bundesregierung die Finanzierung gestiegener Instandhaltungskosten aus dem Sondervermögen in den kommenden Jahren fortsetzen will, steht im Fokus der Anfrage.
Betroffen sind alle Bahnkunden durch mögliche Preiserhöhungen bei Trassenentgelten, die sich auf Fahrpreise auswirken können. Auch Steuerzahler sind betroffen, da der Bund die gestiegenen Kosten teilweise über Haushaltsgelder finanziert.
Die Bundesregierung muss die zwölf Fragen der Grünen-Fraktion innerhalb der üblichen Frist beantworten. Die Antwort wird Aufschluss über die Kostenentwicklung seit 2019 und die geplante Finanzierung bis 2030 geben.
- Trassenpreise
- Entgelte, die Eisenbahnverkehrsunternehmen für die Nutzung der Schieneninfrastruktur an den Netzbetreiber zahlen müssen.
- KRITIS-Schutz
- Maßnahmen zum Schutz kritischer Infrastrukturen wie Bahnnetze vor Ausfällen, Störungen oder Angriffen.
- LuFV III
- Dritte Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung zwischen Bund und Deutscher Bahn zur Finanzierung der Schieneninfrastruktur.























































