Eingereicht, Antwort aussteh…
Warum fahren keine Schlafwagen im Nachtzug Berlin-Polen?
Hintergrund
Seit dem Fahrplanwechsel 2025/2026 verkehrt ein neuer Nachtzug von Berlin über Krakau und Warschau nach Przemyśl und Chełm in Polen. Die Verbindung führt jedoch ausschließlich Sitzwagen der zweiten Klasse mit sich. Nach Angaben des polnischen Infrastrukturministeriums soll Deutschland der polnischen Bahngesellschaft PKP Intercity keine Genehmigung für den Einsatz komfortablerer Schlaf- oder Liegewagen erteilt haben.
Die Fraktion Die Linke fragt die Bundesregierung, warum der neue Nachtzug von Berlin nach Polen nur mit Sitzwagen verkehrt. Die Verbindung führt seit dem Fahrplanwechsel 2025/2026 über Krakau und Warschau nach Przemyśl und Chełm. Schlaf- oder Liegewagen sind nicht vorhanden.
Deutsche Seite verweigert angeblich Genehmigung
Deutschland hat der polnischen Bahngesellschaft PKP Intercity keine Genehmigung für komfortablere Wagen erteilt. So lautet eine Antwort des polnischen Infrastrukturministeriums an einen Sejm-Abgeordneten. Diese Darstellung prüft die Linksfraktion nun in ihrer Kleinen Anfrage (BT-Drs. 21/4697) vom 16. März 2026. Dies ist bemerkenswert, da internationale Nachtzugverbindungen normalerweise in enger Abstimmung zwischen den beteiligten Ländern entwickelt werden.
Ein Nachtzug ohne Schlafwagen ist wie ein Hotel ohne Betten – theoretisch möglich, aber wenig kundenfreundlich.
Christian Görke und weitere 14 Abgeordnete der Linken wollen wissen, wer für die Verweigerung verantwortlich ist. Das Eisenbahn-Bundesamt? Die Deutsche Bahn InfraGO AG? Auch die Kapazitätsfrage beschäftigt die Parlamentarier: Verfügt Berlin überhaupt über ausreichende Abstellmöglichkeiten für zwei zusätzliche Schlafwagen?
Internationale Gespräche ohne Ergebnis?
Ob das Nachtzug-Thema beim Treffen zwischen Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und seinen polnischen sowie französischen Amtskollegen am 17. Februar 2026 besprochen worden ist, fragen die Abgeordneten ebenfalls. Hintergrund ist, dass das Gespräch im Rahmen des „Weimarer Dreiecks“ der Stärkung der Verkehrszusammenarbeit gedient hat. Beim digitalen Verwaltungsausbau bestehen bereits andere Herausforderungen.
Die Antwort der Bundesregierung wird zeigen, was den Einsatz von Schlaf- und Liegewagen verhindert. Mangelnde Infrastruktur? Bürokratische Hürden? Andere Gründe? Reisende müssen bis dahin mit Sitzwagen für die nächtliche Fahrt nach Polen vorliebnehmen.
Betroffen sind alle Reisenden auf der neuen Nachtzugverbindung zwischen Berlin und Polen, die auf eine unbequeme Nacht im Sitzwagen angewiesen sind. Besonders ältere Menschen und Familien mit Kindern leiden unter dem fehlenden Liegekomfort auf der mehrstündigen Fahrt.
Die Bundesregierung muss binnen vier Wochen auf die Kleine Anfrage antworten. Dabei soll geklärt werden, wer für die Verweigerung der Schlafwagen verantwortlich ist und ob Kapazitätsprobleme in Berlin der Grund sind. Auch die Rolle der Gespräche zwischen deutschen, polnischen und französischen Verkehrsministern wird hinterfragt.
- PKP Intercity
- Polnische staatliche Eisenbahngesellschaft für den Fernverkehr
- DB InfraGO AG
- Deutsche Bahn-Tochter für Infrastruktur und Netzmanagement























































