Antwort der Bundesregierung …
Ärztliche Personalbemessung: Grüne kritisieren KPMG-Studie zu Krankenhauspersonal
Hintergrund
Das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) verpflichtete Krankenhäuser zu einer bedarfsgerechten ärztlichen Personalausstattung. Das Gesundheitsministerium beauftragte KPMG mit der Erprobung des ÄPS-BÄK-Systems zur Ermittlung angemessener Personalausstattung. Wissenschaftliche Studien belegen einen Zusammenhang zwischen ärztlicher Personalausstattung und Patientensterblichkeit.
Die Grünen-Fraktion stellt mit der Drucksache 21/5982 vom 19. Mai 2026 Fragen zur Qualität einer KPMG-Studie über ärztliche Personalbemessung in Krankenhäusern. Das Gesundheitsministerium hat die Beratungsgesellschaft mit der Erprobung des ÄPS-BÄK-Systems beauftragt. Ziel ist es gewesen, eine bedarfsgerechte ärztliche Personalausstattung zu ermitteln.
Rückgang der Teilnehmerzahl bei der Datenerhebung
Von ursprünglich 72 ausgewählten Krankenhäusern füllten lediglich 46 einen Initialfragebogen aus. 43 bearbeiteten den eigentlichen „ÄPS-BÄK-Bogen“. Am Ende haben nur 37 Häuser verwertbare Daten geliefert, obwohl die Krankenhäuser gesetzlich zur Teilnahme verpflichtet gewesen sind. Dies ist bemerkenswert, da die Grünen diese Beteiligung als unzureichend für repräsentative Ergebnisse bewerten.
Noch drastischer fiel der Datenverlust bei der Auswertung aus. Von ursprünglich 137 erhobenen Datensätzen blieben nach Ausreißer- und Fehlerbereinigung nur 78 auswertbare Datensätze übrig. KPMG hat die Datenqualität als „nur bedingt valide“ bewertet. Hintergrund ist, dass viele Zeitangaben auf subjektiven Schätzungen beruhten, so die Einschätzung der Abgeordneten zu den Defiziten in der Datenqualität.
Fragen zur Studienmethodik
Die Grünen erkundigen sich nach der Vergabe des Auftrags an KPMG. Ob eine ordnungsgemäße Ausschreibung stattgefunden hat, fragen sie. Nach welchen Kriterien die Auswahl erfolgt ist, ist eine weitere Frage. Zudem stellten sie fest, dass „manuelle Korrekturen von technischen System- oder Datenexportfehlern“ nicht Gegenstand des KPMG-Auftrags gewesen sind.
Die Studie sollte herausfinden, wie viele Ärzte in Krankenhäusern mindestens arbeiten müssen, damit Patienten gut behandelt werden können.
Besonders kritisch sehen die Grünen einen durchschnittlichen Erfüllungsgrad von über 100 Prozent bei der Personalbemessung. Dies steht im Widerspruch zu bestehenden Personalengpässen im ärztlichen Bereich und deutet auf unzureichende Datenplausibilisierung hin.
Weiteres Vorgehen ungewiss
Nach den nächsten Schritten des Gesundheitsministeriums fragt die Fraktion konkret. Ob eine Wiederholung der Erhebung geplant ist, bleibt offen. Welche alternativen Wege zur Erreichung einer bedarfsgerechten ärztlichen Personalausstattung verfolgt werden können, ist ebenfalls unklar. Die Rolle eines Personalbemessungsinstruments bei der geplanten Krankenhausreform bleibt ungeklärt.
Zusätzlich fragen die Grünen nach dem Status der gesetzlich geforderten Kommission nach § 137n SGB V. Diese soll sich mit Qualitätssicherung in Krankenhäusern beschäftigen. Die insgesamt 24 Fragen zeigen den erheblichen Umfang der Nachfragen zur bisherigen Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben zur ärztlichen Personalbemessung.
Weiterlesen:
Betroffen sind alle Patienten in deutschen Krankenhäusern, deren Behandlungsqualität von der ärztlichen Personalausstattung abhängt. Auch das ärztliche Personal profitiert von bedarfsgerechten Personalschlüsseln durch bessere Arbeitsbedingungen.
Die Bundesregierung muss die 24 Fragen der Grünen-Fraktion innerhalb von 21 Tagen beantworten. Dabei geht es um die Bewertung der KPMG-Studie und weitere Maßnahmen zur Verbesserung der ärztlichen Personalbemessung in Krankenhäusern.
- ÄPS-BÄK-System
- Ärztliche Personalbemessungssystem der Bundesärztekammer zur Ermittlung des Personalbedarfs in Krankenhäusern
- KHVVG
- Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz – regelt unter anderem die ärztliche Personalausstattung in Kliniken
- INEK
- Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus – sammelt Daten zur Krankenhausfinanzierung und -organisation























































