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Queere Gesundheit: Die Linke fragt nach Diskriminierungsdaten
Hintergrund
Queere Menschen sind häufiger von bestimmten Erkrankungen betroffen und haben besondere Bedarfe wie geschlechtsangleichende Maßnahmen. Der Aktionsplan „Queer leben“ der Bundesregierung beschreibt das Ziel einer bedarfsgerechten und diskriminierungsfreien Versorgung für alle. Zivilgesellschaftliche Organisationen wie Queermed Deutschland versuchen bereits, Lücken im Gesundheitssystem zu schließen, indem sie queersensible Angebote auflisten.
Die Fraktion Die Linke hat am 19. Mai 2026 eine Kleine Anfrage zur Diskriminierung im Gesundheitswesen eingereicht (BT-Drs. 21/5991). Die Abgeordneten um Stella Merendino stellen der Bundesregierung zehn konkrete Fragen dazu, wie systematisch Deutschland Daten zu queersensiblen Gesundheitsangeboten erfasst.
Etwa ein Sechstel der queeren Menschen berichtet von Diskriminierung durch Gesundheitspersonal. Dies ergibt eine EU-weite Studie. Hintergrund ist, dass LGBTI-Personen häufiger besondere medizinische Bedarfe haben – etwa bei geschlechtsangleichenden Maßnahmen. Zivilgesellschaftliche Organisationen wie Queermed Deutschland listen bereits queersensible Angebote auf, um entsprechende Versorgungslücken zu schließen.
Eine queersensible Gesundheitsversorgung berücksichtigt die besonderen Bedürfnisse von LGBTI-Menschen und verhindert Diskriminierung bei der medizinischen Behandlung.
Welche Daten zur Anzahl und Verteilung queersensibler Gesundheitsangebote liegen vor? So lautet eine der zentralen Fragen. Außerdem will die Linke wissen, wie Community-basierte Datenquellen einbezogen werden und ob die Regierung ein bundesweites Monitoring-System zu Diskriminierung im Gesundheitswesen plant.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Mehrfachdiskriminierung – also wenn Menschen gleichzeitig wegen mehrerer Merkmale benachteiligt werden. Dies ist bemerkenswert, da solche intersektionalen Ansätze in der Gesundheitspolitik bisher wenig Beachtung finden. Die Anfrage thematisiert auch Diskriminierung von queeren Beschäftigten im Gesundheitsbereich. Zudem fragt sie nach internationalen Best-Practice-Modellen.
Der Aktionsplan „Queer leben“ der Bundesregierung beschreibt bereits das Ziel einer diskriminierungsfreien Versorgung für alle. Systematische Datenerhebung zu Diskriminierungserfahrungen fehlt jedoch bisher bundesweit. Die Antwort der Bundesregierung ist bis zum 2. Juni 2026 fällig.
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Betroffen sind queere Menschen (LGBTI-Personen), die im Gesundheitswesen auf Diskriminierung stoßen. Besonders Menschen mit mehreren Diskriminierungsmerkmalen erleben Ungleichbehandlung. Auch queere Beschäftigte im Gesundheitsbereich können von Diskriminierung betroffen sein.
Die Bundesregierung muss die zehn Fragen bis zum 2. Juni 2026 beantworten. Die Antwort wird zeigen, ob und wie systematisch Deutschland Diskriminierung im Gesundheitswesen erfasst. Möglich ist auch eine Zuweisung an den Gesundheitsausschuss für weitere Beratungen.
- Queersensibel
- Bezeichnung für Angebote und Dienste, die auf die besonderen Bedürfnisse von LGBTI-Menschen eingehen und Diskriminierung vermeiden.
- Intersektionalität
- Konzept, das beschreibt, wie sich verschiedene Diskriminierungsformen wie Geschlecht, sexuelle Orientierung oder Herkunft überschneiden und verstärken können.
- Gender Medicine
- Medizinische Forschung und Praxis, die geschlechtsspezifische Unterschiede in Gesundheit und Krankheit berücksichtigt.























































