- 1 Milliarde Euro Kürzung beim Wohngeld geplant
- 1,2 Millionen Menschen betroffen
- 42 Prozent weniger Budget für Wohnkostenunterstützung
Wohngeld 2027: Grüne stoppen 1 Milliarde Euro Kürzung
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6339 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Das Wohngeld wurde 2023 mit dem Wohngeld-Plus-Gesetz reformiert und der Berechtigtenkreis erweitert. Eine Dynamisierung sorgt für automatische Anpassung an Miet- und Verbraucherpreisentwicklung. Die Kommission zur Sozialstaatsreform empfiehlt eine Integration des Wohngelds in ein einheitliches digitalisiertes Sozialleistungssystem, betont aber den Erhalt des bisherigen Leistungsniveaus.
- 2,4 Milliarden Euro — aktueller Wohngeld-Etat für 2026, einer der größten Einzelposten im Bauministerium
- 1,2 Millionen Menschen — beziehen derzeit Wohngeld, über die Hälfte davon Ein-Personen-Rentner-Haushalte
- 42 Prozent Kürzung — würde die geplante Einsparung von einer Milliarde Euro bedeuten
- 52,8 Prozent — Mieteranteil in Deutschland, höchster Wert in der EU
Im Detail
Eine Milliarde Euro einzusparen, bedeutet also nicht, das Wohngeld einfach nur anders aufzusetzen, es bedeutet, fast die Hälfte des gesamten Etats zu streichen.
— Antragsbegründung BT-Drs. 21/6339
Die Grünen-Fraktion beantragt, eine geplante Kürzung beim Wohngeld zu stoppen. Der entsprechende Antrag wurde am 9. Juni 2026 in den Bundestag eingebracht (BT-Drs. 21/6339). Die Bundesregierung plant für den Haushalt 2027 Einsparungen von einer Milliarde Euro im Etat des Bauministeriums, was einer Kürzung um 42 Prozent beim Wohngeld entspricht.
1,2 Millionen Menschen betroffen – Das aktuelle Wohngeld-Budget beträgt 2,4 Milliarden Euro. Es stellt einen der größten Einzelposten im Bauministerium dar. Über die Hälfte der rund 1,2 Millionen Wohngeld-Bezieher sind Ein-Personen-Rentner-Haushalte, daneben nehmen vor allem Familien und Alleinerziehende die Leistung in Anspruch.
Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss zu den Wohnkosten für Menschen mit geringem Einkommen, die keine Grundsicherung beziehen. Anders als bei der Grundsicherung geht das Geld direkt an die Mieter.
2,2 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland gelten als armutsgefährdet, führten die Grünen an. Die Altersarmut hat ein Rekordniveau erreicht. Mit 52,8 Prozent wohnt die Hälfte aller Menschen in Deutschland zur Miete – mehr als in jedem anderen EU-Land.
Was gilt aktuell?
Das Wohngeld wurde 2023 mit dem Wohngeld-Plus-Gesetz reformiert. Der Berechtigtenkreis wurde erweitert. Eine Dynamisierung führt automatische Anpassungen an die Miet- und Verbraucherpreisentwicklung ein, zusätzlich gibt es eine dauerhafte Heizkosten- und Klimakomponente.
Mietpreise steigen weiter – In den letzten fünf Jahren sind die Mietpreise um durchschnittlich 9,7 Prozent gestiegen. Auch die Heizkosten haben über alle Heizarten hinweg zugenommen, während das Wohngeld Menschen mit geringem Einkommen dabei helfen soll, diese steigenden Kosten zu bewältigen.
Pläne für Sozialstaatsreform
Die Kommission zur Sozialstaatsreform hat in ihrem Abschlussbericht vorgeschlagen, das Wohngeld künftig in ein einheitliches, digitalisiertes Sozialleistungssystem zu integrieren. Zusammen mit Kinderzuschlag und Leistungen nach SGB II und XII sollen Antragstellung und Bearbeitung vereinfacht werden.
Bisherige Leistungsbeziehende sollen ihren Anspruch behalten, betont die Kommission dabei. Systematische Schlechterstellungen müssen ausgeschlossen werden. Bundesministerin Bas hat angekündigt, das soziale Schutzniveau bis 2028 zu erhalten.
Verwaltungseffizienz als Alternative – Einsparungen sollen nicht bei den Leistungen, sondern bei der Verwaltung erzielt werden, schlagen die Grünen vor. Mit der verpflichtenden EUDI-Wallet kann die Antragstellung digitalisiert und vereinfacht werden. Wenn Menschen ihre Daten nur noch einmal eingeben müssen, lassen sich Kosten bei den oft überlasteten Kommunen einsparen.
Der Antrag fordert außerdem den Ausbau sozialen Wohnungsbaus als langfristige Lösung. Mehr bezahlbare Wohnungen würden den Wohngeld-Bedarf nachhaltig senken und gleichzeitig gegen überhöhte Mieten wirken.
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Hauptsächlich betroffen sind die 1,2 Millionen aktuellen Wohngeld-Bezieher: Über die Hälfte sind Ein-Personen-Rentner-Haushalte, dazu kommen Familien und Alleinerziehende. In Deutschland leben bereits 2,2 Millionen armutsgefährdete Kinder und Jugendliche sowie 1,7 Millionen Alleinerziehende.
Der Antrag wird zunächst an den zuständigen Ausschuss überwiesen und dort beraten. Anschließend findet eine Abstimmung im Bundestag statt. Da es sich um einen Antrag der Opposition handelt, ist eine Ablehnung durch die Regierungskoalition wahrscheinlich.
- Wohngeld
- Staatlicher Zuschuss zu den Wohnkosten für Haushalte mit geringem Einkommen, die keine Grundsicherung beziehen.
- Dynamisierung
- Automatische Anpassung der Leistungen an die Entwicklung von Mieten und Verbraucherpreisen.
Wie hoch ist das aktuelle Wohngeld-Budget?
2026 beträgt der Wohngeld-Etat 2,4 Milliarden Euro und ist damit einer der größten Einzelposten im Bauministerium.
Wer würde von den Kürzungen betroffen?
Über die Hälfte der 1,2 Millionen Wohngeld-Bezieher sind Ein-Personen-Rentner-Haushalte, daneben vor allem Familien und Alleinerziehende.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6339 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

























































