- 155 Vorfälle gegen Christen in Israel und Ost-Jerusalem im Jahr 2025 dokumentiert
- Christliche Bevölkerung im Gazastreifen seit 2007 von Tausenden auf wenige Hundert gesunken
- Bundesregierung soll Erkenntnisse zu Schutzmaßnahmen und Fördergeldern offenlegen
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7224 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Das Rossing Center for Education and Dialogue, eine zivilgesellschaftliche Beobachtungsstelle, dokumentierte für 2025 insgesamt 155 Vorfälle gegen Christen in Israel und Ost-Jerusalem. Am 28. April 2026 wurde zudem eine katholische Ordensfrau auf dem Berg Zion in Jerusalem tätlich angegriffen; die israelische Polizei bewertete den Angriff als mutmaßlich religiös bzw. rassistisch motiviert. Im weiteren regionalen Kontext ist die christliche Bevölkerung im gesamten Nahen Osten langfristig rückläufig, besonders deutlich im Gazastreifen seit der Machtübernahme der Hamas im Jahr 2007. Religionsfreiheit ist als Ziel in der deutschen Außen- und Entwicklungspolitik verankert; Deutschland leistet zudem erhebliche finanzielle und humanitäre Unterstützung in den palästinensischen Gebieten.
- 155 Vorfälle — gegen Christen in Israel und Ost-Jerusalem im Jahr 2025 laut Rossing Center Jahresbericht
- 61 physische Angriffe — davon entfallen auf Personen; dazu 52 Angriffe auf Kirchenbesitz und 28 verbale Belästigungen
- seit 2007 — Rückgang der christlichen Bevölkerung im Gazastreifen von mehreren Tausend auf wenige Hundert seit Hamas-Machtübernahme
- 22 Fragen — umfasst die Anfrage, gegliedert in Sicherheitslage, Schutzmaßnahmen, Demographie, Förderung und Asylstatistiken
Im Detail
Das Rossing Center for Education and Dialogue weist in seinem Jahresbericht 2025 insgesamt 155 Vorfälle gegen Christen in Israel und Ost-Jerusalem aus, darunter 61 physische Angriffe, 52 auf Kirchenbesitz sowie 28 verbale Belästigungen.
— Vorbemerkung der Fragesteller, BT-Drs. 21/7224
Die christliche Minderheit in Israel, Jerusalem, dem Gazastreifen und der Westbank steht im Mittelpunkt einer Kleinen Anfrage der AfD-Fraktion vom 30. Juni 2026 (BT-Drs. 21/7224). Ausgangspunkt sind konkrete Vorfälle und Zahlen: Das Rossing Center for Education and Dialogue dokumentierte für das Jahr 2025 insgesamt 155 Vorfälle gegen Christen in Israel und Ost-Jerusalem — darunter 61 physische Angriffe auf Personen, 52 Angriffe auf Kirchenbesitz sowie 28 verbale Belästigungen. Die AfD will wissen, ob und wie die Bundesregierung diese Zahlen bewertet und welche eigenen Erkenntnisse sie dazu besitzt.
Christliche Minderheit in Israel und Gaza unter Druck
Besonders drastisch ist laut Vorbemerkung der Fragesteller die Entwicklung im Gazastreifen: Seit der Machtübernahme der Hamas im Jahr 2007 sank die christliche Bevölkerung dort von mehreren Tausend auf heute nur noch wenige Hundert. Die Anfrage fragt nach den Ursachen dieses Rückgangs — aufgeteilt nach sicherheitspolitischen, wirtschaftlichen, religiös motivierten und politischen Faktoren sowie nach den Auswirkungen des Gaza-Krieges seit Oktober 2023. Ein konkreter Anlass der Anfrage ist auch der Angriff auf eine französische Ordensschwester am 28. April 2026 auf dem Berg Zion in Jerusalem, den die israelische Polizei als mutmaßlich religiös oder rassistisch motiviert einstufte.
22 Fragen zu Schutz, Förderung und Asylstatistiken
Die Anfrage umfasst insgesamt 22 Fragen. Neben der Sicherheitslage interessiert sich die AfD für die Maßnahmen israelischer Behörden sowie der palästinensischen Gebiete zum Schutz christlicher Minderheiten und religiöser Einrichtungen. Gefragt wird auch, ob deutsche Fördergelder für Programme zugunsten christlicher Gemeinschaften im Heiligen Land fließen — mit der Bitte um Aufschlüsselung nach Haushaltstiteln, Projekttiteln, Fördersummen und Durchführungsorganisationen. Einen eigenen Fragenkomplex bilden Asylstatistiken: Die Anfrage erkundigt sich nach der Anzahl der Asylbewerber aus den palästinensischen Gebieten seit 2017, deren Religionszugehörigkeit, Alters- und Geschlechtsstruktur sowie der Rückführungsquote aufgeschlüsselt nach Religionszugehörigkeit.
Religionsfreiheit im regionalen Kontext
Die Anfrage stellt die Lage in Israel und den palästinensischen Gebieten in einen breiteren Nahost-Kontext: Der christliche Bevölkerungsanteil im gesamten Nahen Osten ist laut Fragesteller langfristig stark rückläufig — ein Trend, der auf Bürgerkriege in Syrien und dem Irak sowie auf den Iran-Krieg zurückgeführt wird. Für Irak und Libanon verweist die Anfrage auf existenzgefährdende Tendenzen für christliche Gemeinschaften. Die Bundesregierung soll darlegen, ob sie sich eine eigene Auffassung zur Entwicklung der Religionsfreiheit für Christen im internationalen Vergleich erarbeitet hat — differenziert nach Sicherheit von Geistlichen, Schutz religiöser Einrichtungen, Zugang zu heiligen Stätten und strafrechtlicher Verfolgung von Tätern in den drei Regionen Israel, Gazastreifen und Westbank.
Religionsfreiheit ist als Ziel in der deutschen Außen- und Entwicklungspolitik verankert. Deutschland unterhält enge bilaterale Beziehungen zu Israel und leistet erhebliche finanzielle sowie humanitäre Unterstützung in den palästinensischen Gebieten. Vor diesem Hintergrund fragt die AfD auch, welche Rolle das Thema Religionsfreiheit für Christen in den bilateralen Beziehungen Deutschlands zu den beteiligten Akteuren spielt. Die Frage nach der Konsistenz deutscher Menschenrechtspolitik im Nahen Osten steht damit im Zentrum des parlamentarischen Kontrollinteresses, das die Fragesteller für die Anfrage geltend machen.
Thematisch steht diese Anfrage im Zusammenhang mit anderen parlamentarischen Initiativen zu Religionsfreiheit, Minderheitenschutz und der Transparenz deutscher Außenpolitik. Einen Überblick über weitere aktuelle Drucksachen bietet der Beitrag Bundestag 24.07.2026: Die wichtigsten Drucksachen. Zur deutschen Nahostpolitik und dem Einsatz von Fördergeldern im weiteren Kontext ist auch die Drucksache zur Deutsch-ukrainischen Strategischen Partnerschaft vergleichend relevant, die ebenfalls Fragen zu Kosten und Kontrolle von Auslandsmitteln aufwirft. Die Frage nach staatlicher Förderung zivilgesellschaftlicher Organisationen beleuchtet zudem der Beitrag Demokratie leben!: NGO-Förderung in Rheinland-Pfalz unter der Lupe.
Weiterlesen:
- Bundestag 24.07.2026: Die wichtigsten Drucksachen
- Deutsch-ukrainische Strategische Partnerschaft: 54 Fragen zu Kosten und Kontrolle
- Demokratie leben!: NGO-Förderung in Rheinland-Pfalz unter der Lupe
Betroffen sind christliche Minderheiten in Israel, Jerusalem, dem Gazastreifen und der Westbank — Gemeinden, die nach Angaben der Fragesteller einem zunehmenden Druck durch Übergriffe, wirtschaftliche Faktoren und politische Rahmenbedingungen ausgesetzt sind. Mittelbar betroffen sind auch deutsche Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, deren Gelder über Förderprogramme in die Region fließen.
Die Kleine Anfrage BT-Drs. 21/7224 wurde am 21. Juli 2026 veröffentlicht. Die Bundesregierung hat nun 21 Tage Zeit, die Fragen schriftlich zu beantworten. Die Antwort wird als eigene Bundestagsdrucksache veröffentlicht und beendet das Verfahren.
- Rossing Center
- Das Rossing Center for Education and Dialogue ist eine israelisch-zivilgesellschaftliche Organisation, die antichristliche Vorfälle in Israel und Ost-Jerusalem systematisch dokumentiert und in Jahresberichten veröffentlicht.
- Religionsfreiheit
- Das völkerrechtlich in Artikel 18 des UN-Zivilpakts verankerte Recht, eine Religion frei zu wählen, zu praktizieren und zu wechseln. Es ist ein erklärtes Ziel deutscher Außenpolitik.
- Kleine Anfrage
- Parlamentarisches Instrument, mit dem Fraktionen die Bundesregierung zu konkreten Sachverhalten befragen können. Die Regierung ist zur Beantwortung innerhalb von 21 Tagen verpflichtet.
Wie viele Vorfälle gegen Christen wurden 2025 dokumentiert?
Das Rossing Center dokumentierte laut Anfrage 155 Vorfälle gegen Christen in Israel und Ost-Jerusalem, darunter 61 physische Angriffe, 52 Angriffe auf Kirchenbesitz und 28 verbale Belästigungen.
Wie hat sich die christliche Bevölkerung im Gazastreifen entwickelt?
Laut Vorbemerkung der Fragesteller sank die Zahl der Christen im Gazastreifen seit der Hamas-Machtübernahme 2007 von mehreren Tausend auf heute nur noch wenige Hundert.
Wann muss die Bundesregierung die Anfrage beantworten?
Die gesetzliche Antwortfrist beträgt 21 Tage ab Einreichung. Die Anfrage wurde am 30. Juni 2026 eingereicht, die Frist läuft bis zum 21. Juli 2026; die Drucksache wurde am 21. Juli 2026 veröffentlicht.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7224 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.


































































