- Bis zu 80 Seeminen blockieren die Straße von Hormus seit Frühjahr 2026
- Linke fordert: kein Bundeswehr-Mandat für Minenräumung am Golf
- Fraktion verlangt Diplomatie, Waffenexportstopp und Energiewende statt Militäreinsatz
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7059 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Im Frühjahr 2026 starteten die USA und Israel militärische Angriffe auf Iran. Die Straße von Hormus — eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt — wurde dadurch erheblich beeinträchtigt. Im Juni 2026 wurde eine Waffenruhe per Memorandum of Understanding vereinbart, die laut dem Antrag jedoch von beiden Seiten nicht eingehalten wird. Berichte über mögliche Bundeswehr-Minenräumboote kursierten in deutschen Medien (u.a. Tagesschau, Reuters). Verteidigungsminister Pistorius bezeichnete einen Einsatz als „völlig offen“.
- 12 bis 80 Seeminen — Spanne der Angaben westlicher Regierungs- und Sicherheitskreise zur Anzahl verlegter iranischer Minen in der Straße von Hormus.
- Juni 2026 — Vereinbarung einer Waffenruhe per Memorandum of Understanding zwischen den Konfliktparteien, die laut Antrag jedoch von beiden Seiten unterlaufen wird.
- 7 Forderungen — Die Linke richtet sieben konkrete Forderungen an die Bundesregierung, von diplomatischer Deeskalation bis zum Waffenexportstopp.
Im Detail
Eine Beteiligung der Bundeswehr an Minenräummaßnahmen in der Straße von Hormus ist daher konsequent und in jeder Form abzulehnen. Sie ist weder völkerrechtlich eindeutig legitimiert noch geeignet, zur Stabilisierung der Region beizutragen.
— BT-Drs. 21/7059, Antragsbegründung, Die Linke
Die Straße von Hormus steht im Sommer 2026 im Mittelpunkt einer der gefährlichsten maritimen Krisen seit Jahren. Nach dem Angriff der USA und Israels auf Iran im Frühjahr 2026 soll der Iran zwischen einem Dutzend und 80 Seeminen in diesem strategisch entscheidenden Meeresabschnitt verlegt haben. Zahlreiche Tanker und Handelsschiffe verharren in der Region, der globale Energiehandel ist erheblich gestört. Vor diesem Hintergrund diskutiert Deutschland, ob die Bundeswehr an Minenräumoperationen beteiligt werden soll — ein Schritt, den Die Linke mit dem Antrag BT-Drs. 21/7059 vom 9. Juli 2026 konsequent ablehnt.
Was gilt aktuell?
Seit dem Frühjahr 2026 ist die Straße von Hormus erheblich beeinträchtigt. Im Juni 2026 haben die Konfliktparteien zwar ein Memorandum of Understanding über eine Waffenruhe vereinbart, doch nach Darstellung der Fraktion unterlaufen beide Seiten diese Abmachung weiterhin: Iran greift Tanker an und attackiert US-Stützpunkte in Bahrain und Kuwait, während die USA Luftangriffe auf iranische Infrastruktur fortsetzen. Auch die deutsche Marine geht laut dem Antrag von einer Gefährdungslage aus, kann die Verlegeorte der Minen aber nicht eigenständig verifizieren. Verteidigungsminister Pistorius hatte einen Bundeswehreinsatz als „völlig offen“ bezeichnet.
Bundeswehr-Einsatz in der Straße von Hormus: Linke fordert klares Nein
Die Linke bewertet einen Bundeswehreinsatz in der Straße von Hormus als weder völkerrechtlich eindeutig legitimiert noch als geeignet, zur Stabilisierung der Region beizutragen. Die Fraktion verweist auf strukturelle Eskalationsrisiken durch hohe Verkehrsdichte, unklare Lagebilder und unzureichende Kommunikationsmechanismen zwischen den Konfliktparteien. Militärische Präsenz externer Akteure erhöhe das Risiko unbeabsichtigter Verstrickungen zusätzlich. Der Antrag stützt sich dabei auf Analysen des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) und der International Crisis Group.
Die sieben konkreten Forderungen der Fraktion reichen weit über die reine Ablehnung eines Mandats hinaus: Die Bundesregierung soll diplomatische Bemühungen intensivieren, bestehende Gesprächsformate stärken und neutrale Akteure wie Oman einbinden. Darüber hinaus verlangt Die Linke einen Stopp von Waffenexportgenehmigungen für Staaten, die an der Eskalation beteiligt sind oder diese befördern könnten, sowie die Ausweitung humanitärer Hilfe für die Zivilbevölkerung in der Region.
Energiepolitische Dimension: Abhängigkeit von Krisenregionen verringern
Bemerkenswert ist die energiepolitische Forderung im Antrag: Die Linke verlangt, den Ausbau erneuerbarer Energien und Energieeffizienzmaßnahmen zu beschleunigen, um Deutschlands und Europas Abhängigkeit von fossilen Energieimporten aus Krisenregionen wie dem Persischen Golf langfristig zu verringern. Die Straße von Hormus gilt als eines der zentralen Nadelöhre des globalen Energiehandels — Störungen dort treffen Verbraucher über steigende Energie- und Spritpreise direkt. Wer langfristig über Altersvorsorge und wirtschaftliche Sicherheit nachdenkt, spürt solche geopolitischen Risiken indirekt durch inflationäre Effekte.
Diplomatische Alternativen statt Minenräumboote
Statt militärischer Beteiligung setzt die Fraktion auf politische Instrumente: belastbare Kommunikationskanäle zwischen den Konfliktparteien, regionale Mechanismen zur Vermeidung maritimer Zwischenfälle sowie die Einbindung neutraler regionaler Akteure. Entsprechende Ansätze werden laut dem Antrag von Sicherheitsforschern als deutlich nachhaltiger für die Stabilisierung der Region bewertet als militärische Präsenz in unmittelbarer Konfliktnähe. Auch soll Deutschland sich für koordinierte humanitäre Aufnahmeprogramme für Schutzsuchende einsetzen, die infolge der Eskalation vertrieben wurden.
Die Bundeswehr-Debatte um Hormus reiht sich in eine breitere sicherheitspolitische Diskussion ein: Während die Bundesregierung unter Kanzler Merz zuletzt Milliardenzusagen für die Ukraine machte, streiten Fraktionen über die Grenzen deutscher Auslandseinsätze. Auch die Kapazitäten der Sicherheitsbehörden im Innern stehen dabei im Hintergrund der Debatte.
Der Antrag wurde am 7. Juli 2026 von Heidi Reichinnek und Sören Pellmann sowie der gesamten Fraktion Die Linke unterzeichnet und am 9. Juli 2026 als Drucksache 21/7059 eingebracht. Die Ausschussberatung steht noch aus.
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Unmittelbar betroffen sind Seeleute auf Tankern und Handelsschiffen, die die Straße von Hormus passieren. Mittelbar betroffen sind europäische Verbraucher, da Energielieferungen über diese Route laufen. Im Falle eines Bundeswehreinsatzes wären auch deutsche Soldaten direkt in das Konfliktgeschehen einbezogen.
AfD: Die Fraktion lehnt ebenfalls weitere Militärausgaben und Auslandseinsätze ab, wie Stellungnahmen zu verwandten Themen zeigen. Pressemitteilung lesen →
Der Antrag (BT-Drs. 21/7059) wurde am 9. Juli 2026 eingebracht und liegt dem Bundestag zur ersten Lesung vor. Als nächste Schritte stehen die Überweisung an den zuständigen Ausschuss — voraussichtlich den Auswärtigen Ausschuss oder den Verteidigungsausschuss — sowie anschließende Ausschussberatungen und eine Abstimmung im Plenum aus.
- Memorandum of Understanding (MoU)
- Eine politische Absichtserklärung zwischen Staaten oder Parteien, die weniger verbindlich ist als ein völkerrechtlicher Vertrag, aber eine vereinbarte Grundlage für Verhalten — hier eine Waffenruhe — schafft.
- Straße von Hormus
- Meerenge zwischen Iran und der arabischen Halbinsel. Über sie werden rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels abgewickelt — sie gilt als eines der bedeutendsten maritimen Nadelöhre.
- Bundeswehr-Auslandseinsatz
- Jeder bewaffnete Einsatz der Bundeswehr außerhalb Deutschlands bedarf laut Grundgesetz eines konstitutiven Mandats des Deutschen Bundestages.
Warum ist die Straße von Hormus so bedeutsam?
Durch die Straße von Hormus läuft ein Großteil des globalen Öl- und Gashandels. Störungen auf dieser Route treffen Energiemärkte weltweit und können zu Preissteigerungen führen.
Was genau soll die Bundeswehr dort tun?
Laut Antragsbegründung werden Minenräummaßnahmen diskutiert. Iran soll im Zuge des Konflikts mit den USA und Israel zwischen einem Dutzend und 80 Seeminen verlegt haben.
Was fordert Die Linke konkret?
Die Fraktion fordert unter anderem kein Bundeswehr-Mandat, verstärkte Diplomatie, einen Waffenexportstopp für Konfliktparteien sowie humanitäre Hilfe und den Ausbau erneuerbarer Energien.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7059 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.


































































