- HdBA-Budget lag 2022 bei ca. 24,1 Mio. Euro aus Beitragsmitteln
- Studierende erhalten 1.925 Euro monatlich — 15 % über Bundesverwaltungsniveau
- Pflichtmodule zu Gender und Diversity im Fokus der Kostenkritik
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7769 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA) wurde als eigenständige Bildungseinrichtung der BA gegründet und bildet Personal für die öffentliche Arbeitsverwaltung aus. Ihr Budget wurde für das Jahr 2022 mit rund 24,1 Millionen Euro angegeben. Die Finanzierung erfolgt aus Beitragsmitteln der Arbeitslosenversicherung, nicht aus Steuermitteln. Parallel unterhält die BA das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) als eigene Forschungseinrichtung, was im Kontext der Anfrage auf mögliche Doppelstrukturen hinweist.
- ca. 24,1 Mio. Euro — Gesamtbudget der HdBA für das Jahr 2022 laut Vorbemerkung der Anfrage
- 1.925 Euro/Monat — Aktuelle Studienvergütung an der HdBA (Stand November 2025, zuzüglich möglicher Zuschüsse)
- 1.667,75 Euro/Monat — Anwärtergrundbetrag im gehobenen Bundesdienst (Stand 2024/2025) zum Vergleich
- +15 % — Mehrvergütung an der HdBA gegenüber dem Standardniveau der allgemeinen Bundesverwaltung laut Drucksache
- 13 Fragen — Umfang der Kleinen Anfrage zu Kosten, Curriculum und externer Beratung der BA
Im Detail
Angesichts der angespannten Haushaltslage und der Notwendigkeit einer effizienten Arbeitsmarktverwaltung ist die wirtschaftliche Notwendigkeit dieser spezialisierten Hochschulstruktur sowie der direkte Bezug der genannten Lehrinhalte zur Kernaufgabe der Arbeitsvermittlung aus Sicht der Fragesteller kritisch zu hinterfragen.
— Vorbemerkung der Fragesteller, BT-Drs. 21/7769
Die Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA) steht im Fokus einer Kleinen Anfrage der AfD-Fraktion (BT-Drs. 21/7769, eingereicht am 31. August 2026). Die 13 Fragen umfassende Anfrage richtet sich an die Bundesregierung und verlangt Auskunft über Ausgaben, Studienkonditionen, Lehrmodule und den Einsatz externer Berater bei der Bundesagentur für Arbeit.
HdBA-Kosten: 24 Millionen Euro aus Beitragsmitteln
Die HdBA betreibt als sogenannte besondere Dienststelle der Bundesagentur für Arbeit (BA) Standorte in Mannheim und Schwerin. Ihr Betrieb wird nach Angaben in der Drucksache nahezu vollständig aus Beitragsmitteln der Arbeitslosenversicherung finanziert — also nicht aus dem Bundeshaushalt, sondern aus den Pflichtbeiträgen von Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Für 2022 wurde das Budget zuletzt mit rund 24,1 Millionen Euro beziffert. Die AfD-Fraktion verlangt eine aktuelle Aufschlüsselung der Ausgaben nach Personal-, Sach- und Investitionskosten sowie nach Standorten für die Jahre 2021 bis 2025.
Studierendenvergütung deutlich über Bundesverwaltungsniveau
Ein weiterer Schwerpunkt der Anfrage betrifft die finanzielle Förderung der Studierenden. Laut BA-Angaben (Stand November 2025) beträgt die monatliche Vergütung derzeit 1.925 Euro, hinzu kommen mögliche Zuschüsse für Unterkunft und Verpflegung. Zum Vergleich liegt der Anwärtergrundbetrag für den gehobenen Dienst des Bundes bei 1.667,75 Euro monatlich — die HdBA-Vergütung übersteigt diesen Wert damit um mehr als 15 Prozent. Die Fragesteller fragen zudem nach den Gesamtkosten pro Absolvent über die gesamte Regelstudienzeit, einschließlich Sozialversicherungsbeiträgen. Außerdem interessiert sie die Zahl der Studienabbrüche in den vergangenen fünf Jahren sowie der Betrag, den die BA dabei an bereits ausgezahlten Vergütungen zurückgefordert oder abgeschrieben hat.
Pflichtmodule zu Gender und Diversity im Mittelpunkt
Die Drucksache thematisiert explizit zwei Pflichtmodule des HdBA-Curriculums: Modul 17 „Arbeitsmarktökonomie und Gender“ sowie Modul 23 „Diversity Management“. Die Anfrage erkundigt sich, welchen konkreten Nutzen die Bundesregierung diesen Modulen für die Vermittlungsquote in den ersten Arbeitsmarkt beimisst, ob ihr Bestehen zwingende Voraussetzung für den Abschluss und die Übernahme in ein Beschäftigungsverhältnis bei der BA ist, und in welcher Höhe seit 2020 externe Honorare für Lehrbeauftragte, Trainer oder Berater gezahlt wurden, die Inhalte zu diesen Themenfeldern vermittelt haben. Außerdem fragt die AfD-Fraktion, wie die BA die politische Neutralität bei der Vergabe von Forschungsaufträgen und der Berufung von Lehrpersonal sicherstellt. Diese Fragen gehen auf die Vorbemerkung zurück, in der die Fragesteller aus ihrer Sicht bezweifeln, dass diese Lehrinhalte einen direkten Bezug zur Kernaufgabe der Arbeitsvermittlung haben.
Forschungsstrukturen und externe Beratung
Die Anfrage greift auch die Frage nach möglichen Doppelstrukturen auf: Die BA verfügt neben der HdBA mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) über eine weitere eigene Forschungseinrichtung. Die Fragesteller erkundigen sich, wie viele gemeinsame Forschungsprojekte zwischen HdBA und IAB in den vergangenen fünf Jahren durchgeführt wurden und wie eine kostspielige Parallelstruktur vermieden wird. Zudem fragen sie, welcher Anteil der HdBA-Forschungsergebnisse in den letzten drei Jahren direkten Eingang in die Fachlichen Weisungen der BA für die operative Vermittlungsarbeit gefunden hat. Ein weiteres Thema ist der externe Beratungseinsatz: Die Anfrage verlangt Auskunft darüber, in welchem Umfang seit 2021 externe Unternehmensberatungen — genannt werden McKinsey und Roland Berger — für Organisationsentwicklung, Personalmanagement oder Strukturoptimierung der BA beauftragt wurden, aufgeschlüsselt nach Projekt, Auftragnehmer und Kosten. Diese Frage stellt die Fraktion ausdrücklich vor dem Hintergrund, dass die BA mit der HdBA über einen eigenen Forschungs- und Lehrkörper verfügt. Ergänzend fragen die Abgeordneten, warum die Ausbildung nicht über die Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung (HS Bund) organisiert wird, um Synergieeffekte bei Infrastruktur und Lehrbetrieb zu nutzen.
Effektivität: Vergleich HdBA-Absolvent kontra Quereinsteiger
Abgerundet wird die Anfrage durch zwei Fragen zur Personalwirksamkeit: Die Bundesregierung soll angeben, ob vergleichende Daten zur Vermittlungseffektivität zwischen Beratern mit HdBA-Abschluss und Quereinsteigern mit fachfremdem Hochschulabschluss vorliegen. Zudem erkundigt sich die Anfrage nach der Fluktuationsquote von HdBA-Absolventen nach Ablauf der vertraglichen oder gesetzlichen Bindungsfrist an die BA. Eine Antwort der Bundesregierung steht noch aus. Mehr zur Transparenz bei Bundesbehörden-Ausgaben findet sich auch im Beitrag über den BZSt-Stellenabbau sowie zur IT-Kostenkontrolle im Digitalministerium.
Weiterlesen:
- Minijob-Abschaffung: 6,8 Mio. Beschäftigte betroffen
- Bundestag 01.09.2026: Die wichtigsten Drucksachen
Beitragszahler zur Arbeitslosenversicherung — also Arbeitnehmer und Arbeitgeber in Deutschland — finanzieren die HdBA. Direkt betroffen sind außerdem Studierende der HdBA sowie das Lehr- und Forschungspersonal an den Standorten Mannheim und Schwerin.
Die Kleine Anfrage (BT-Drs. 21/7769) wurde am 31. August 2026 eingereicht. Die Bundesregierung hat die Anfrage zu beantworten; eine Antwort ist bisher nicht veröffentlicht. Nach Zuleitung an das Bundeskanzleramt sieht § 104 GO-BT grundsätzlich eine Antwortfrist von 14 Tagen vor.
- Beitragsmittel
- Gelder, die durch Pflichtbeiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgebern zur Sozialversicherung — hier der Arbeitslosenversicherung — aufgebracht werden und zweckgebunden einzusetzen sind.
- Duales Studium
- Studienform, bei der Phasen an einer Hochschule mit praktischer Ausbildung in einem Unternehmen oder einer Behörde kombiniert werden; Studierende erhalten dabei eine Vergütung.
- Fachliche Weisungen (FW)
- Verbindliche interne Handlungsanweisungen der Bundesagentur für Arbeit, die das operative Vorgehen der Mitarbeitenden in der Arbeitsvermittlung und Beratung regeln.
Was ist die HdBA?
Die Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA) ist eine 'besondere Dienststelle' der BA mit Standorten in Mannheim und Schwerin, die dual Studierende für die Arbeitsverwaltung ausbildet.
Woher stammt die Finanzierung der HdBA?
Laut Drucksache wird die HdBA nahezu vollständig aus Beitragsmitteln der Arbeitslosenversicherung finanziert, die von Arbeitnehmern und Arbeitgebern eingezahlt werden.
Wie hoch ist die Vergütung der HdBA-Studierenden?
Laut aktuellen BA-Angaben (Stand November 2025) beträgt die monatliche Vergütung 1.925 Euro zuzüglich möglicher Zuschüsse für Unterkunft und Verpflegung.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7769 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

































































