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- 2023 und 2018 war keine der 72 Bundeswehr-Topstellen mit Ostdeutschen besetzt
- Anfrage fordert Daten zu Heer, Luftwaffe und Marine nach Dienstgrad
- Jahresbericht 2025: Ostdeutsche in Bundesbehörden rückläufig vertreten
Hintergrund
Die Staatsministerin für Ostdeutschland, Elisabeth Kaiser, stellte im 35. Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit (2025) fest, dass gebürtige Ostdeutsche in Führungspositionen der obersten Bundesbehörden deutlich unterrepräsentiert sind und dieser Anteil in den letzten Jahren sogar rückläufig war. Die Erhebung basierte auf der Auswertung von 24 Institutionen. Zusätzlich zeigte der sogenannte Elitenmonitor, dass weder 2018 noch 2023 eine der 72 definierten Topstellen in der Bundeswehr mit einer Person ostdeutscher Herkunft besetzt war.
- 24 Institutionen — Basis der Datenerhebung im Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit 2025, darunter Bundesministerien und Verfassungsorgane.
- 72 TOP-Positionen — So viele Führungsstellen in der Bundeswehr definiert der Elitenmonitor; 2018 und 2023 war keine davon mit einer ostdeutschen Person besetzt.
- 2025 — Jahr des 35. Jahresberichts zum Stand der Deutschen Einheit, der die rückläufige Repräsentation von Ostdeutschen in Bundesbehörden dokumentiert.
Im Detail
Laut dem sog. 'Elitenmonitor' war zum Beispiel 2023 und 2018 keine der definierten 72 TOP-Positionen in der Bundeswehr mit Ostdeutschen besetzt.
— Vorbemerkung der Fragesteller, BT-Drs. 21/8206
Wie stark sind Ostdeutsche in der Bundeswehr vertreten – und reicht ihre Präsenz bis in die Führungsebene? Diese Frage stellt die Fraktion Die Linke in einer Kleinen Anfrage vom 21. September 2026 (BT-Drs. 21/8206). Anlass ist ein besorgniserregender Befund: Laut dem sogenannten Elitenmonitor war 2023 und auch 2018 keine einzige der 72 definierten Topstellen in der Bundeswehr mit einer Person ostdeutscher Herkunft besetzt.
Ostdeutsche in der Bundeswehr – was die Daten zeigen sollen
Die Anfrage verlangt von der Bundesregierung eine detaillierte statistische Übersicht zur Repräsentation ostdeutscher Soldatinnen und Soldaten. Gefragt wird nach absoluten Zahlen und prozentualen Anteilen, aufgeschlüsselt nach Teilstreitkraft und Dienstgrad. Konkret umfasst die Anfrage das Heer, die Luftwaffe und die Marine – jeweils von den Mannschaften bis hin zu Generalen und Admiralen. Auch die Aufschlüsselung nach Statusgruppen (Freiwillige, Wehrdienstleistende, Soldaten auf Zeit, Berufssoldaten) ist Teil der Fragen.
Hintergrund ist der 35. Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit, den Staatsministerin Elisabeth Kaiser 2025 vorlegte. Darin wird festgehalten, dass gebürtige Ostdeutsche in Führungspositionen der obersten Bundesbehörden gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil deutlich unterrepräsentiert sind – und dieser Anteil zuletzt sogar rückläufig war. Die Fraktion Die Linke sieht in der Bundeswehr als Trägerin des staatlichen Gewaltmonopols eine Institution mit besonderer symbolischer Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt des wiedervereinigten Deutschlands.
Was gilt aktuell?
Eine systematische, öffentlich zugängliche Statistik zur regionalen Herkunft von Bundeswehrangehörigen existiert bislang nicht. Die Bundeswehr erfasst zwar verschiedene Personalstatistiken, eine Aufschlüsselung nach ostdeutscher oder westdeutscher Herkunft ist jedoch nicht standardmäßig veröffentlicht. Der Elitenmonitor – eine wissenschaftliche Studie zur sozialen und regionalen Herkunft von Führungspersonen in Deutschland – hat für den Militärbereich wiederholt eine vollständige Abwesenheit ostdeutscher Personen in den Spitzenpositionen dokumentiert. Ostdeutschland stellt rund 17 bis 18 Prozent der Gesamtbevölkerung – eine Vergleichsgröße, an der sich die politische Debatte über angemessene Repräsentation orientiert.
Repräsentation als politisches Thema
Die Frage nach der Repräsentation von Ostdeutschen in staatlichen Institutionen ist seit der Wiedervereinigung 1990 ein wiederkehrendes politisches Thema. Während die Integration auf gesellschaftlicher Ebene fortgeschritten ist, zeigen Studien wie der Elitenmonitor, dass die Führungsebenen großer Institutionen – von Universitäten über Gerichte bis hin zur Bundeswehr – nach wie vor überwiegend von Menschen aus den alten Bundesländern besetzt sind. Aus Sicht der Fragesteller ermöglichen Daten zur Repräsentation Rückschlüsse auf soziale Durchlässigkeit und Aufstiegschancen innerhalb der Streitkräfte sowie auf die generelle Attraktivität des Soldatenberufs für Menschen aus den neuen Bundesländern.
Die Anfrage ist Teil einer breiteren parlamentarischen Debatte über Chancengleichheit in Bundesinstitutionen. Ähnliche Fragen wurden in der Vergangenheit zur Besetzung von Spitzenstellen in Ministerien, Bundesgerichten und anderen Bundesbehörden gestellt. Vergleichbare Themen – etwa die Digitalisierung der Bundesverwaltung oder die Einkommensteuerreform 2027 – zeigen, dass parlamentarische Transparenzanfragen ein zentrales Instrument der Kontrolle staatlicher Institutionen bleiben.
Die Bundesregierung muss die Fragen innerhalb von 14 Tagen nach Zuleitung an das Bundeskanzleramt beantworten. Ob und wie detailliert die Personalstatistiken der Bundeswehr eine Auswertung nach regionaler Herkunft ermöglichen, wird die Antwort zeigen.
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Betroffen sind Soldatinnen und Soldaten aus den neuen Bundesländern, die in der Bundeswehr dienen oder eine militärische Karriere anstreben. Darüber hinaus betrifft die Frage der Repräsentation die gesamte ostdeutsche Bevölkerung, die rund 17 bis 18 Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands ausmacht.
Die Kleine Anfrage wurde am 24. September 2026 als Drucksache 21/8206 veröffentlicht. Die Bundesregierung soll die Fragen innerhalb von 14 Tagen nach Zuleitung an das Bundeskanzleramt beantworten. Die Antwort wird als eigene Drucksache veröffentlicht.
- Portepee
- Ein Portepee ist ein Säbelquast als Rangabzeichen. Unteroffiziere 'mit Portepee' sind höherrangige Unteroffiziere (z. B. Feldwebel), solche 'ohne Portepee' sind niedrigere Dienstgrade (z. B. Unteroffizier, Stabsunteroffizier).
- Elitenmonitor
- Wissenschaftliche Studie, die die regionale und soziale Herkunft von Führungspersonen in deutschen Spitzeninstitutionen untersucht und regelmäßig aktualisiert wird.
- Berufssoldatin / Berufssoldat
- Soldatinnen und Soldaten, die auf Lebenszeit in der Bundeswehr dienen, im Unterschied zu Soldaten auf Zeit oder Freiwilligen.
Was ist der 'Elitenmonitor'?
Der Elitenmonitor ist eine Studie, die die Herkunft von Personen in Spitzenpositionen deutscher Institutionen untersucht. Laut der Studie war 2023 und 2018 keine der 72 definierten Topstellen in der Bundeswehr mit Ostdeutschen besetzt.
Warum fragt die Linke ausgerechnet nach der Bundeswehr?
Die Fraktion sieht die Bundeswehr als Institution mit besonderer Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt des wiedervereinigten Deutschlands und möchte die Aufstiegschancen und Repräsentation von Ostdeutschen in den Streitkräften transparent machen.
Welche Teilstreitkräfte werden abgefragt?
Die Anfrage erfragt Daten für das Heer, die Luftwaffe und die Marine – jeweils aufgeschlüsselt nach Dienstgraden von Mannschaften bis hin zu Generalen und Admiralen.































































