- 25,84 Mio. Euro GRW-Bundesmittel für Tourismus in Bayern 2020–2025
- Freyung-Grafenau und Regen erhielten zusammen über 15 Mio. Euro
- GAK-Infrastrukturprogramm förderte in Bayern keine Tourismusprojekte
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7551 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Der deutsche Tourismus hat sich nach dem Einbruch durch die Corona-Pandemie ab 2020 noch nicht vollständig auf das Vorkrisenniveau von 2019 erholt. Gleichzeitig kürzte der Bund in den vergangenen Jahren die GRW-Fördermittel, was der Deutsche Tourismusverband öffentlich kritisierte. Die GRW ist das zentrale Bund-Länder-Instrument zur Förderung strukturschwacher Regionen; Bund und Länder tragen die Kosten je zur Hälfte. Die Durchführung — Projektauswahl und Kontrolle — liegt bei den Ländern, weshalb der Bundesregierung detaillierte Antragsdaten auf Landkreisebene nicht vollständig vorliegen.
- 25.840.006 Euro — GRW-Bundesmittel für gewerbliche Tourismuswirtschaft in Bayern, 2020 bis 2025 gesamt (Quelle: BAFA)
- 8.956.272 Euro — Größter Einzelanteil für Landkreis Freyung-Grafenau, vor allem 2020 mit 6,44 Mio. Euro
- rund 13,4 Mio. Euro — Gesamtförderung beider Mittelstand-Digital Zentren in Bayern (Augsburg 8,7 Mio., Franken 4,7 Mio.) bis Ende 2026
- 75 Förderfälle — GAK-Diversifizierungsförderung ‚Gästebeherbergung auf dem Bauernhof‘ in Bayern, Neubewilligungen 2020–2024 (10+19+12+18+16)
- 0 Euro — GRW-Mittel für touristische Infrastruktur (Bereich IN) in Bayern 2020–2025; keine einzige Bewilligung
Im Detail
Im Rahmen der GAK wurden im Förderbereich „Integrierte Ländliche Entwicklung“, Maßnahme 4.0 „Dem ländlichen Charakter angepasste Infrastrukturmaßnahmen“, in Bayern in den Jahren 2020 bis 2024 sowie nach vorläufigem Stand auch im Jahr 2025 keine touristischen Infrastrukturprojekte gefördert.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/7551, S. 2
Rund 25,84 Millionen Euro an GRW-Bundesmitteln hat der Bund zwischen 2020 und 2025 für die gewerbliche Tourismuswirtschaft in Bayern bewilligt. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung (BT-Drs. 21/7551) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (BT-Drs. 21/7335) hervor, die das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie am 10. August 2026 beantwortet hat. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie effektiv Bundesförderprogramme für touristische Infrastruktur und Betriebe in Bayern genutzt werden.
Die Fördermittel aus der Gemeinschaftsaufgabe GRW (Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur) flossen ausschließlich in die gewerbliche Wirtschaft — also in Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe. Für touristische Infrastruktur (etwa öffentliche Wege, Aussichtspunkte oder Besucherzentren) wurden im gesamten Zeitraum keine GRW-Mittel bewilligt. Die Bundesregierung vermerkt dazu schlicht: „Fehlanzeige“.
Tourismusförderung Bayern: Konzentration auf wenige Strukturregionen
Alle GRW-Mittel für den Tourismus in Bayern konzentrieren sich laut Drucksache auf neun Landkreise — allesamt in strukturschwachen Regionen des Bayerischen Waldes, des Fichtelgebirges und des Oberpfälzer Waldes. Den größten Anteil erhielt der Landkreis Freyung-Grafenau mit rund 8,96 Mio. Euro, gefolgt von Regen mit 6,38 Mio. Euro und Wunsiedel im Fichtelgebirge mit rund 4,91 Mio. Euro. Allein diese drei Landkreise vereinten über 78 Prozent aller bayerischen GRW-Tourismusmittel auf sich. Die jährlichen Bewilligungssummen schwankten stark: 2020 wurden 9,15 Mio. Euro bewilligt, 2023 nur 1,12 Mio. Euro.
Neben der GRW setzt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die LIFT-Fördermaßnahmen um. Für Bayern wurden dabei zwischen 2020 und 2025 insgesamt 18 laufende Förderfälle mit einem bewilligten Volumen von zusammen rund 1,04 Mio. Euro verzeichnet. Im Jahr 2023 gab es keine einzige bayerische Förderung über dieses Instrument.
GAK: Bauernhof-Übernachtungen werden gefördert, Infrastruktur nicht
Im Rahmen der GAK (Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz) zeigt sich ein zweigeteiltes Bild: Über den Fördergrundsatz „Diversifizierung“ wurden landwirtschaftliche Betriebe mit Gästebeherbergung auf dem Bauernhof (bis zu 25 Gästebetten) durchaus gefördert. Zwischen 2020 und 2024 gab es in Bayern 75 Neubewilligungen mit einem förderfähigen Investitionsvolumen von insgesamt rund 24 Mio. Euro. Die öffentlichen GAK-Ausgaben für Neubewilligungen lagen je nach Jahr zwischen 0,43 und 0,88 Mio. Euro.
Demgegenüber wurden über den GAK-Förderbereich „Integrierte Ländliche Entwicklung“ — der explizit ländliche Infrastrukturmaßnahmen umfasst — in Bayern keinerlei touristische Infrastrukturprojekte gefördert. Dies gilt für die Jahre 2020 bis 2025. Eine Aufschlüsselung nach Bundesanteil, Landesanteil und privatem Eigenanteil kann die Bundesregierung nicht liefern, da ihr diese Daten nicht vorliegen.
Digitalisierungshilfen: 13 Millionen Euro für KMU in Bayern
Ergänzend zur direkten Investitionsförderung fördert der Bund über das Programm Mittelstand-Digital zwei bayerische Zentren, die kostenfreie Beratung zur digitalen Transformation anbieten. Das Mittelstand-Digital Zentrum Augsburg erhält eine Gesamtfördersumme von rund 8,7 Mio. Euro (März 2022 bis Dezember 2026), das Zentrum Franken rund 4,7 Mio. Euro (Juni 2023 bis Dezember 2026). Tourismusbetriebe können diese Angebote nutzen, werden jedoch nicht direkt gefördert — die Mittel fließen an die Zentren als gemeinnützige Konsortien. Wer als bayerischer Gastronomiebetrieb spezifische Fragen zur Digitalisierung oder zu KI-Anwendungen hat, kann sich laut Drucksache auch an das bundesweit tätige Mittelstand-Digital Zentrum Tourismus in Berlin, Aachen und Stuttgart wenden.
Was gilt aktuell?
Die GRW-Tourismusförderung in Bayern ist auf strukturschwache Regionen beschränkt. Die Durchführung liegt bei den Ländern: Bayern wählt selbst aus, welche Projekte gefördert werden, und kontrolliert deren Wirksamkeit. Der Bund trägt die Hälfte der GRW-Kosten, hat aber keinen Zugriff auf Antragsdaten auf Landkreisebene. Für touristische Infrastruktur — im Unterschied zu gewerblichen Betrieben — wurden in Bayern im gesamten Betrachtungszeitraum keine GRW-Mittel abgerufen. Dies betrifft insbesondere öffentliche Einrichtungen wie Wander- und Radwege oder Tourismusverbände. Auch im Kontext strukturschwacher Regionen zeigt sich, dass staatliche Förderung oft stark konzentriert auf wenige Gebiete wirkt.
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Betroffen sind vor allem kleine und mittlere Betriebe aus Beherbergung und Gastronomie in strukturschwachen bayerischen Landkreisen wie Freyung-Grafenau, Regen und Wunsiedel im Fichtelgebirge. Daneben können landwirtschaftliche Betriebe mit Gästebeherbergung (Bauernhöfe mit bis zu 25 Gästebetten) über die GAK-Diversifizierungsförderung Bundesmittel erhalten. Kommunen und Stadtmarketinggesellschaften erhielten im betrachteten Zeitraum keine GRW-Mittel für Tourismusprojekte.
Die Bundesregierung hat die Fragen weitgehend vollständig beantwortet und konkrete Zahlentabellen geliefert. Bei der Aufschlüsselung nach Bundesanteil, Landesanteil und privatem Eigenanteil im GAK-Bereich sowie bei Antragsverfahrensdaten für Landkreise verweist sie auf fehlende eigene Daten, da die Durchführung Ländersache ist.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. Tourismusförderung Bayern: GRW- und GAK-Mittel auf dem Prüfstand →
- GRW
- Gemeinschaftsaufgabe 'Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur': Bund-Länder-Programm zur Förderung strukturschwacher Regionen, finanziert je zur Hälfte von Bund und Ländern.
- GAK
- Gemeinschaftsaufgabe 'Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes': Förderprogramm für ländliche Räume, u. a. für Diversifizierung landwirtschaftlicher Betriebe wie Bauernhof-Übernachtungen.
- LIFT-Programm
- Fördermaßnahmen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (LIFT, LIFT Wissen, LIFT Klima, LIFT Transformation) zur direkten Projektförderung von Tourismusbetrieben.
Welche bayerischen Landkreise erhielten die meisten GRW-Mittel?
Freyung-Grafenau erhielt mit rund 8,96 Mio. Euro den größten Anteil, gefolgt von Regen mit rund 6,38 Mio. Euro und Wunsiedel im Fichtelgebirge mit rund 4,91 Mio. Euro.
Was ist die GRW-Förderung?
Die Gemeinschaftsaufgabe 'Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur' (GRW) ist ein Bund-Länder-Programm zur Förderung strukturschwacher Regionen. Bund und Länder tragen die Kosten je zur Hälfte.
Wurden über die GAK touristische Infrastrukturprojekte in Bayern gefördert?
Nein. Im GAK-Förderbereich 'Integrierte Ländliche Entwicklung' wurden in Bayern in den Jahren 2020 bis 2025 keine touristischen Infrastrukturprojekte gefördert.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7551 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
































































