Antwort ausstehend
Sind Messerdaten unbrauchbar? AfD fragt nach Validitätsproblemen
Hintergrund
Die Innenministerkonferenz beschloss 2018, Messerangriffe bundesweit statistisch zu erfassen. Seit Januar 2020 werden diese als „Phänomen“ in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) registriert. 2024 wurden 29.014 solcher Fälle erfasst. Seit 2025 sollten zusätzlich Daten zu Tatverdächtigen und der Art der Messerverwendung erhoben werden, doch diese erwiesen sich als nicht valide.
Die AfD-Fraktion hakt nach: Warum funktioniert die bundesweite Erfassung von Messerangriffen auch nach Jahren nicht richtig? In ihrer Kleinen Anfrage vom 7. April 2026 (BT-Drs. 21/5205) stellt die Fraktion zwölf detaillierte Fragen zu den Problemen bei der Datenerhebung.
Kernproblem: Daten nicht auswertbar
Seit 2020 erfasst die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) Messerangriffe als sogenanntes „Phänomen“. 2024 wurden bundesweit 29.014 solcher Fälle registriert. Aussagen über die Tatverdächtigen sind bislang jedoch nicht möglich gewesen, da bei einem Fall auch unbewaffnete Mittäter erfasst werden können. Dies ist bemerkenswert, da die Datensammlung bereits seit mehreren Jahren läuft.
Die Polizei sammelt zwar Zahlen über Messerangriffe, kann aber nicht sagen, wer die Täter sind – die Daten sind unvollständig.
Seit Januar 2025 hat sich das ändern sollen. Die Polizei erhebt nun zusätzlich zur fallbezogenen Erfassung auch die Art der Messerverwendung und Informationen zu Tatverdächtigen. Bei der Vorbereitung der PKS-Veröffentlichung hat die Bundesregierung jedoch festgestellt, dass diese neuen Daten nicht valide sind.
AfD sieht „importierte Kriminalität“
Die AfD-Abgeordneten um Martin Hess kritisierten die jahrelangen Verzögerungen scharf. Sie sehen die Datenprobleme im Kontext der „sicherheitspolitischen Auseinandersetzung in Bezug auf den Anteil importierter Kriminalität“. Bereits 2022 hat die Fraktion eine parlamentarische Initiative zu diesem Thema gestartet.
Hintergrund ist, dass Bundesländer wie Baden-Württemberg ihre Kriminalstatistiken seit 2014 detailliert nach Herkunft der Tatverdächtigen aufschlüsseln. Die AfD fragt nun, warum der Bund seit drei Wahlperioden keine aussagekräftigen bundesweiten Daten vorlegt. Wann endlich valide Informationen zu Tätern und deren Nationalitäten vorliegen, will sie wissen.
Betroffen sind alle Bürger, die auf verlässliche Kriminalitätsstatistiken angewiesen sind. Die mangelhaften Daten erschweren es Sicherheitsbehörden und Politik, angemessene Maßnahmen gegen Messerkriminalität zu entwickeln.
Die Bundesregierung hat nun Zeit, die zwölf detaillierten Fragen der AfD-Fraktion zu beantworten. Dabei geht es um die genauen Ursachen der Datenprobleme, mögliche Lösungsansätze und alternative Auswertungsmöglichkeiten. Eine Antwortfrist ist nicht öffentlich bekannt.
- Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS)
- Bundesweite Statistik über registrierte Straftaten, die jährlich vom Bundeskriminalamt veröffentlicht wird.
- Phänomen Messerangriff
- Zusätzliche Kennzeichnung in der PKS für Straftaten, bei denen ein Messer als Tatmittel verwendet wurde.























































