Antwort der Regierung ausste…
Wie sicher ist der Bahn-Ersatzverkehr Hamburg-Berlin?
Hintergrund
Die Deutsche Bahn hat im August 2025 mit der vollständigen Sperrung der 280 Kilometer langen Bahnstrecke Hamburg-Berlin begonnen. Das 2,2 Milliarden Euro schwere Generalsanierungsprojekt soll bis April 2026 abgeschlossen werden. Während der Sperrung wird ein großangelegter Schienenersatzverkehr mit bis zu 208 Bussen täglich auf 28 Ersatzlinien durchgeführt.
Die Fraktion Die Linke hat eine Kleine Anfrage zur Sicherheit des Schienenersatzverkehrs während der Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg-Berlin gestellt. Die Drucksache 21/4041 vom 10. Februar 2026 thematisiert gravierende Sicherheitsprobleme beim größten deutschen Bahnersatzverkehr.
Schwere Unfälle als Auslöser der Anfrage
Seit Beginn der Vollsperrung am 1. August 2025 haben sich mehrere schwere Zwischenfälle ereignet. Am 15. August ist ein Gelenkbus auf der A24 ins Schleudern geraten. Er hat die Mittelleitplanke durchbrochen und fünf Personen schwer verletzt. Ein weiterer Bus verunglückte am 2. September auf derselben Strecke. Besonders brisant ist jedoch der Oktober-Vorfall: Ein Busfahrer wurde mit 1,46 Promille am Steuer erwischt, nachdem er einen Unfall verursacht und Fahrerflucht begangen hat.
Täglich verkehren 208 Ersatzbusse auf 28 Linien. Dies ist bemerkenswert, da eine derart massive Ersatzverkehr-Operation in Deutschland bislang beispiellos ist. Das Unternehmen EcoVista und verschiedene Subunternehmer betreiben diese Linien, wobei etwa 350 Fahrerschichten täglich abgedeckt werden müssen – eine logistische Mammutaufgabe während der bis April 2026 geplanten Sanierung.
Die wichtigste deutsche Bahnverbindung zwischen Hamburg und Berlin ist acht Monate gesperrt – stattdessen fahren Hunderte Ersatzbusse.
Katalog gravierender Mängel
Die Abgeordneten der Linken listen zahlreiche weitere Probleme auf. Verstöße gegen Arbeits- und Lenkzeiten sind dokumentiert. Hinzu kommen technische Mängel wie stark riechende Abgase und fehlende Toiletten. Geschwindigkeitsüberschreitungen werden ebenso gemeldet wie Videotelefonie während der Fahrt. Auch die Barrierefreiheit steht in der Kritik – Fahrgäste berichteten über mangelnde Einstiegshilfen und überfordert wirkendes Personal ohne ausreichende Deutschkenntnisse.
Die Anfrage umfasst neun Fragenkomplexe zu Arbeitszeit-Kontrollen, technischer Sicherheit, Fahrerqualifikation und Konsequenzen aus den bisherigen Problemen. Hintergrund ist die rechtliche Verpflichtung zur Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes und der EU-Verordnung zu Lenk- und Ruhezeiten. Auch die Verkehrssicherheit auf deutschen Autobahnen steht im Fokus der Anfrage.
Die Bundesregierung muss als Eigentümerin der Deutschen Bahn für die Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben sorgen. Die Antwort auf die Kleine Anfrage wird zeigen, welche Kontrollmechanismen existieren und welche Konsequenzen aus den dokumentierten Verstößen gezogen werden.
Betroffen sind täglich tausende Bahnreisende zwischen Hamburg und Berlin, die auf den Busersatzverkehr angewiesen sind. Auch die rund 350 Busfahrer pro Tag sowie Anwohner entlang der stark befahrenen Ersatzrouten sind von den Auswirkungen betroffen.
Die Bundesregierung muss die Kleine Anfrage binnen weniger Wochen beantworten. Die Antwort wird Aufschluss über Kontrollmechanismen, Sicherheitsstandards und mögliche Konsequenzen aus den bisherigen Problemen geben.
- Schienenersatzverkehr (SEV)
- Busverkehr, der während Bauarbeiten oder Störungen den normalen Zugverkehr ersetzt
- Generalsanierung
- Umfassende Modernisierung einer Bahnstrecke mit Erneuerung von Gleisen, Weichen, Oberleitungen und Sicherungstechnik
- Lenk- und Ruhezeiten
- EU-weit geltende Vorschriften über maximale Fahrzeiten und Mindestpausen für Berufskraftfahrer























































