- Achsanzahl und -abstand bestimmen Straßenschäden stärker als Gesamtgewicht
- 44-Tonner kann je nach Konfiguration weniger Schaden anrichten als 40-Tonner
- Bei Brücken zählt allein das Gesamtgewicht des Fahrzeugs
Schädigende Wirkung von Achslasten schwerer LKW
Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages hat in einer Kurzinformation (WD 5 – 3000 – 069/26, Stand: 11. Juni 2026) untersucht, wie stark verschiedene LKW-Konfigurationen Straßen beanspruchen. Die Analyse ergänzt eine frühere Arbeit zur Straßenschädigung durch schwere LKW vom Mai 2026 um drei weitere Fallbeispiele und stützt sich auf Auskünfte der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) sowie auf Daten der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV).
Methodik und Grundlage
Für die Dimensionierung von Straßenbefestigungen sind laut der Analyse vor allem Anzahl der Achsen, die einzelnen Achslasten und der Achsabstand entscheidend – nicht das Gesamtgewicht des Fahrzeugs. Die Berechnungen basieren auf einem standardisierten Algorithmus unter Anwendung der nach der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) zulässigen Achslasten als Bezugsgrößen. Die Autoren weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich um eine rein theoretische Betrachtung handelt, da reale Lastverteilungen je nach Beladung variieren.
Sechs Fallbeispiele im Vergleich
Die Studie vergleicht sechs Fahrzeugkonfigurationen und drückt deren schädigende Wirkung als Vielfaches einer 10-Tonnen-Einzelachse aus:
40-Tonnen-LKW: Ein Sattelkraftfahrzeug mit vier Achsen (Typ 97) erreicht einen Schädigungsfaktor von rund 3,75. Mit fünf Achsen und eng angeordneten Sattelachsen (Typ 98) sinkt der Faktor auf etwa 3,35, bei weit angeordneten Sattelachsen sogar auf rund 3,10.
44-Tonnen-LKW (nach StVZO nicht zulässig): Bei fünf Achsen mit eng angeordneten Sattelachsen steigt der Schädigungsfaktor auf etwa 4,07 – und liegt damit über allen 40-Tonnen-Varianten. Mit weit angeordneten Sattelachsen beträgt er nur noch rund 3,52. Ein 44-Tonner mit sechs Achsen und eng angeordneten Sattelachsen (Typ 103) kommt dagegen auf den niedrigsten Wert aller untersuchten Szenarien: rund 3,02.
Zentrale Erkenntnis
Die Ergebnisse zeigen, dass ein 44-Tonnen-LKW je nach Achskonfiguration weniger Straßenschäden verursachen kann als ein 40-Tonner – sofern er mit mehr oder günstiger angeordneten Achsen ausgestattet ist. Entscheidend ist dabei die Verteilung der Last auf die einzelnen Achsen, nicht das Gesamtgewicht.
Eine wichtige Einschränkung betont die BASt ausdrücklich: Für Brückenbauwerke gilt diese Logik nicht. Dort ist das Gesamtgewicht des Fahrzeugs der maßgebliche Faktor – ein schwereres Fahrzeug belastet Brücken also stets stärker, unabhängig von der Achsanordnung.
































































