- 16 Deliktsbereiche über 25 Jahre werden statistisch abgefragt
- Tatverdächtige nach Nationalität sollen jahresweise aufgeschlüsselt werden
- Anfrage aktualisiert Vorgänger-Anfrage BT-Drs. 21/41 um das Jahr 2025
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7532 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) des Bundeskriminalamts erfasst jährlich alle bei der Polizei registrierten Straftaten und Tatverdächtigen in Deutschland. Sie weist Tatverdächtige unter anderem nach Nationalität aus. Die vorliegende Anfrage (BT-Drs. 21/7532) knüpft ausdrücklich an eine frühere Anfrage der AfD-Fraktion an (BT-Drs. 21/41), die denselben Themenbereich für den Zeitraum 2000 bis 2024 abdeckte. Mit der neuen Anfrage soll die Datenreihe um das Jahr 2025 erweitert werden.
Im Detail
Mit dieser Anfrage sollen die bereits vorliegenden Daten erweitert und auf einen aktuellen Stand gebracht werden.
— BT-Drs. 21/7532, Einleitung
Wie hat sich die Kriminalität in Deutschland über 25 Jahre entwickelt — und welche Nationalitäten waren bei den Tatverdächtigen besonders häufig vertreten? Diese Fragen stellt die AfD-Fraktion der Bundesregierung in der Kleinen Anfrage BT-Drs. 21/7532 vom 10. August 2026. Abgeordneter Stephan Brandner und seine Fraktion fordern für 16 ausgewählte Deliktsbereiche eine detaillierte Aufschlüsselung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für den Zeitraum 2000 bis 2025.
Kriminalitätsentwicklung: 16 Deliktsbereiche im Fokus
Die Anfrage umfasst ein breites Spektrum strafrechtlich relevanter Kategorien. Erfragt werden Daten zu Straftaten insgesamt, Gewaltkriminalität, Mord und Totschlag, Vergewaltigung und sexueller Nötigung, Raubdelikten, gefährlicher und schwerer Körperverletzung, vorsätzlicher einfacher Körperverletzung sowie Bedrohung. Hinzu kommen Straßenkriminalität, Diebstahlskriminalität insgesamt, Ladendiebstahl, Wohnungseinbruchsdiebstahl, Diebstahl an und aus Kraftfahrzeugen, Taschendiebstahl, Betrug sowie Erschleichen von Leistungen.
Für jeden dieser 16 Bereiche verlangt die Anfrage nach derselben Struktur: die Anzahl der erfassten Fälle mit Aufschlüsselung nach Bundesländern, die Gesamtzahl der Tatverdächtigen, die Anzahl der deutschen und nichtdeutschen Tatverdächtigen, die am häufigsten festgestellte Nationalität bei nichtdeutschen Tatverdächtigen, den prozentualen Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger sowie den prozentualen Zuwachs nichtdeutscher Tatverdächtiger im Jahr 2025 gegenüber dem Jahr 2000. Die Antworten sollen jeweils nach Jahresscheiben aufgeschlüsselt werden.
Was gilt aktuell?
Die PKS wird vom Bundeskriminalamt jährlich veröffentlicht und enthält differenzierte Angaben zu Tatverdächtigen, darunter auch nach Staatsangehörigkeit. Die Statistik erfasst ausschließlich polizeilich bekannt gewordene Fälle — Dunkelziffern, also nicht angezeigte Straftaten, sind darin nicht enthalten. Methodische Vergleiche über lange Zeiträume erfordern besondere Sorgfalt, da Gesetzesänderungen, veränderte Anzeigeverhalten und Erfassungspraktiken die Zahlen beeinflussen können.
Kriminalitätsentwicklung als politisches Dauerthema
Die Anfrage ist die direkte Fortschreibung einer früheren Kleinen Anfrage der AfD-Fraktion (BT-Drs. 21/41), die denselben Themenkomplex für den Zeitraum 2000 bis 2024 abdeckte. Mit der neuen Anfrage soll die Datenreihe um das Jahr 2025 ergänzt werden. Der Fokus auf den prozentualen Anteil und den absoluten Zuwachs nichtdeutscher Tatverdächtiger verdeutlicht den politischen Schwerpunkt der Anfrage: Die Fraktion zielt auf einen langfristigen Vergleich der Tatverdächtigenstruktur nach Nationalität ab.
Kriminalstatistiken nach Nationalität sind regelmäßig Gegenstand politischer Debatten. Kritiker weisen darauf hin, dass strukturelle Faktoren wie Altersstruktur, sozioökonomische Lage und Aufenthaltsstatus die Kriminalitätsbelastung verschiedener Bevölkerungsgruppen wesentlich mitbestimmen und ein einfacher Vergleich von Rohzahlen ohne diese Kontextualisierung irreführend sein kann. Die Schriftlichen Fragen KW 28/2026 zeigen, wie vielfältig parlamentarische Anfragen zu Sicherheitsthemen im Bundestag eingesetzt werden.
Antwort der Bundesregierung steht aus
Die Bundesregierung hat die Anfrage noch nicht beantwortet. Nach § 104 der Geschäftsordnung des Bundestages ist grundsätzlich eine Antwort innerhalb von 14 Tagen nach Zuleitung an das Bundeskanzleramt vorgesehen. Da das genaue Datum der Zuleitung aus der Drucksache nicht hervorgeht, lässt sich die konkrete Frist nicht berechnen. Sobald die Antwort vorliegt, werden die Daten aus der PKS für alle 16 Deliktsbereiche und alle 16 Bundesländer jahresweise zugänglich sein. Auch die wichtigsten Drucksachen vom 14. August 2026 geben einen Überblick über die aktuellen parlamentarischen Schwerpunkte.
Weiterlesen:
Die Anfrage betrifft die gesamte Bevölkerung in Deutschland, da sie grundlegende Daten zur inneren Sicherheit anfordert. Behörden, Forschungseinrichtungen und politische Entscheidungsträger nutzen diese Statistiken zur Kriminalitätsprävention und Sicherheitspolitik.
Die Kleine Anfrage (BT-Drs. 21/7532) ist am 10. August 2026 beim Bundestag eingegangen. Die schriftliche Antwort der Bundesregierung steht noch aus. Nach § 104 der Geschäftsordnung des Bundestages ist grundsätzlich eine Antwort innerhalb von 14 Tagen nach Zuleitung an das Bundeskanzleramt vorgesehen.
- Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS)
- Jährlich vom Bundeskriminalamt veröffentlichte Statistik aller polizeilich erfassten Straftaten und Tatverdächtigen in Deutschland. Sie bildet kein Dunkelfeld ab.
- Tatverdächtige
- Personen, die nach polizeilicher Einschätzung einer Straftat verdächtig sind — unabhängig von einer späteren gerichtlichen Verurteilung.
- Deliktsbereich
- Kategorisierung von Straftaten nach ihrer Art, z. B. Gewaltkriminalität, Diebstahl oder Betrug, wie sie in der PKS verwendet wird.
Welche Deliktsbereiche werden konkret abgefragt?
Die Anfrage umfasst 16 Bereiche: Straftaten insgesamt, Gewaltkriminalität, Mord/Totschlag, Vergewaltigung, Raub, gefährliche Körperverletzung, einfache Körperverletzung, Bedrohung, Straßenkriminalität, Diebstahl insgesamt, Ladendiebstahl, Wohnungseinbruch, Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen, Taschendiebstahl, Betrug und Erschleichen von Leistungen.
Was ist die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS)?
Die PKS ist eine jährlich vom Bundeskriminalamt veröffentlichte Statistik, die alle polizeilich erfassten Straftaten und Tatverdächtigen in Deutschland dokumentiert — jedoch keine Dunkelziffern abbildet.
Gibt es eine Frist für die Antwort der Bundesregierung?
Für Kleine Anfragen sieht § 104 der Geschäftsordnung des Bundestages grundsätzlich eine Antwortfrist von 14 Tagen nach Zuleitung an das Bundeskanzleramt vor.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7532 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
































































