Beantwortet
Grüne fragen nach Zukunft der deutschen Gasspeicher
Hintergrund
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine baute Deutschland seine Energieabhängigkeit von Russland ab und reduzierte den Gasverbrauch erheblich. Die Grünen kritisieren jedoch, dass unter Wirtschaftsministerin Katherina Reiche eine neue einseitige Abhängigkeit von US-Gasimporten droht. In der laufenden Heizsaison erreichten die deutschen Gasspeicher im Februar mit nur 20 Prozent einen historischen Tiefstand.
Die Grünen-Fraktion hat am 14. April 2026 eine umfassende Kleine Anfrage zur Zukunft der deutschen Gasspeicher gestellt (BT-Drs. 21/5306). Mit 28 detaillierten Fragen forderten die Abgeordneten um Michael Kellner und Julia Verlinden Klarheit über die aktuelle Gasversorgungsstrategie der Bundesregierung.
Kritik an neuer US-Abhängigkeit
Die Grünen warnten vor einer neuen einseitigen Abhängigkeit von fossilen Erdgasimporten aus den USA unter Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Nach dem Abbau der russischen Energieabhängigkeit droht nun eine ähnliche Situation mit amerikanischem Flüssigerdgas (LNG). Dies ist bemerkenswert, da Deutschland erst vor wenigen Jahren seine Importstrategie grundlegend überarbeitet hat.
Deutschland hat nach dem Ukraine-Krieg seine Gasimporte von Russland auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gesenkt – jetzt befürchten die Grünen eine neue Abhängigkeit von den USA.
Historisch niedrige Speicherfüllstände
Die aktuellen Füllstände der deutschen Gasspeicher geben Anlass zur Sorge. Im Februar 2026 erreichten sie mit nur 20 Prozent einen historischen Tiefstand. Hintergrund ist, dass gleichzeitig Speicherbetreiber wie Uniper die Stilllegung von Kapazitäten planten, da sich der Betrieb nicht mehr rentiert.
Die Anfrage deckt ein breites Spektrum ab: von LNG-Terminal-Auslastung über Importwege bis hin zu den Auswirkungen der Kraftwerksstrategie auf den Gasverbrauch. Auch Klimarisiken und die geplante Novelle des Gebäudeenergiegesetzes werden thematisiert.
Geopolitische Risiken im Fokus
Die Grünen fragten nach den Auswirkungen des Iran-Krieges auf die Gasimporte. Sie erkundigten sich, ob sich das Wirtschaftsministerium auf einen kompletten Ausfall von Öl- und Gasexporten aus dem Nahen Osten vorbereitet. Als weiteres Szenario werden auch mögliche US-Exportrestriktionen abgefragt.
Die Bundesregierung muss nun detailliert darlegen, wie sie die Versorgungssicherheit bei gleichzeitiger Reduzierung fossiler Abhängigkeiten gewährleistet. Die Antwort wird wichtige Erkenntnisse zur deutschen Energiestrategie liefern.
Betroffen sind alle Haushalte und Unternehmen, die auf Gasversorgung angewiesen sind. Besonders relevant für die Industrie und Gebäude mit Gasheizungen. Bei Versorgungsengpässen könnten höhere Energiekosten entstehen.
Die Bundesregierung hat normalerweise zwei Monate Zeit für die Antwort auf die Kleine Anfrage. Die Antwort wird voraussichtlich bis Mitte Juni 2026 erwartet und könnte wichtige Erkenntnisse zur Gasversorgungsstrategie liefern.
- LNG-Terminals
- Anlagen zum Import von verflüssigtem Erdgas, das per Schiff angeliefert wird.
- Gasspeicher-Füllstände
- Prozentuale Befüllung der unterirdischen Gasspeicher, wichtig für die Versorgungssicherheit.
- Sommer-Winter-Spread
- Preisunterschied zwischen Gas im Sommer (günstig) und Winter (teuer), der die Einspeicherung unrentabel macht.























































