Beantwortet
Läuft die Fachkräftegewinnung aus dem Iran gegen die Wand?
Hintergrund
Deutschland verfolgt das Ziel, dem Fachkräftemangel durch gezielte Anwerbung qualifizierter Arbeitskräfte aus dem Ausland zu begegnen. Gleichzeitig arbeitet die Deutsche Botschaft Teheran seit Sommer 2025 nur noch eingeschränkt – die Zahl der entsandten Mitarbeiter wurde von 50 auf 28 reduziert. Diese Diskrepanz zwischen politischen Zielen und praktischer Umsetzung wirft Fragen über die Kohärenz der deutschen Migrationspolitik auf.
Die AfD-Fraktion stellt der Bundesregierung 27 detaillierte Fragen zu den Problemen bei der Visabearbeitung an der Deutschen Botschaft Teheran. Die Kleine Anfrage (BT-Drs. 21/5201) vom 7. April 2026 thematisiert einen Widerspruch in der deutschen Migrationspolitik.
Deutschland wirbt offiziell Fachkräfte aus dem Ausland an, doch die praktische Umsetzung zeigt erhebliche Schwierigkeiten: Seit Sommer 2025 arbeitet die Deutsche Botschaft Teheran nur noch eingeschränkt. Die Zahl der entsandten Mitarbeiter ist von 50 auf 28 gesunken. Dies ist bemerkenswert, da die technischen und personellen Kapazitäten laut Angaben „stark reduziert“ sind. Hochqualifizierte Antragsteller warten monatelang auf ihre Visa – darunter befinden sich Pflegekräfte mit bereits vorliegendem Arbeitsvertrag, aber auch Ingenieure und IT-Fachkräfte mit anerkannten Abschlüssen.
Deutschland braucht dringend Fachkräfte, aber die wichtigste Botschaft für iranische Bewerber kann kaum noch arbeiten – das passt nicht zusammen.
Die AfD kritisiert diesen Zustand scharf. Sie fordert Klarheit über Umfang, Steuerung und sicherheitsrechtliche Begründung der aktuellen Visapraxis. Hintergrund ist die Vermutung, dass interne Weisungen existieren könnten, die auf eine „dauerhafte Begrenzung“ der Visazahlen hinauslaufen – dies wollen die Fragesteller geklärt wissen. Die Schließung von drei iranischen Generalkonsulaten in Deutschland im Oktober 2024 wird ebenfalls hinterfragt.
Konkrete Zahlen gefordert
Präzise Statistiken zu bearbeiteten und abgelehnten Visumanträgen seit Juni 2025 verlangt die Anfrage, aufgeschlüsselt nach verschiedenen Kategorien. Diese umfassen Familiennachzug, Studium und unterschiedliche Formen der Erwerbstätigkeit. Wartelisten interessieren die AfD. Ebenso durchschnittliche Bearbeitungszeiten.
Ein zentraler Punkt bleibt jedoch die Frage: Wie viele potenzielle Fachkräfte wandern aufgrund verzögerter Verfahren in andere Zielländer ab? Diese Problematik betrifft das Kernproblem – während Deutschland verzweifelt um qualifizierte Arbeiter kämpft, könnte die ineffiziente Visabearbeitung ausgerechnet jene Fachkräfte abschrecken, die das Land dringend benötigt.
Betroffen sind iranische Fachkräfte aus Bereichen wie Medizin, Pflege, IT und Ingenieurswesen, die bereits Arbeitsverträge haben oder sich in Anerkennungsverfahren befinden. Auch deutsche Arbeitgeber und das Gesundheitssystem leiden unter den Verzögerungen bei dringend benötigten Arbeitskräften.
Die Bundesregierung muss die 27 detaillierten Fragen der AfD beantworten. Dabei geht es um konkrete Zahlen zu Visaanträgen, Wartezeiten, Personalausstattung und sicherheitspolitische Begründungen für die Einschränkungen. Eine Antwortfrist ist nicht explizit genannt.
- D-Visa
- Langzeitvisa für Aufenthalte über 90 Tage, etwa für Arbeit oder Studium in Deutschland
- C-Visa
- Kurzzeitvisa für Aufenthalte bis zu 90 Tagen im Schengen-Raum, auch Schengen-Visa genannt
- Blaue Karte EU
- Aufenthaltstitel für hochqualifizierte Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern mit erleichterten Bedingungen























































