Anfrage eingegangen
Die Linke fragt: Wer versteckt sich hinter Immobilienkäufen?
Hintergrund
Das 2017 eingeführte Transparenzregister soll die wirtschaftlichen Eigentümer von Unternehmen mit deutschem Immobilienbesitz offenlegen und Geldwäsche bekämpfen. Seit 2019 müssen sich ausländische Vereinigungen mit deutschen Immobilien registrieren. Eine Studie von Transparency International aus dem Oktober 2025 zeigt jedoch: Bei 906 von 2.539 gemeldeten EU-Rechtseinheiten mit Immobilienbesitz bleiben die wahren Eigentümer unklar.
Die Fraktion Die Linke stellt in ihrer Kleinen Anfrage vom 31. März 2026 (BT-Drs. 21/5109) insgesamt 32 detaillierte Fragen zur Wirksamkeit des Immobilientransparenzregisters bei der Bekämpfung von Geldwäsche. Kritik gibt es daran, dass trotz verschärfter Meldepflichten weiterhin anonyme Immobilienkäufe möglich sind.
Aus einer Recherche von Transparency International vom Oktober 2025 geht hervor, dass sich von 2.539 gemeldeten EU-Rechtseinheiten mit deutschem Immobilienbesitz 906 als sogenannte „fiktive wirtschaftlich Berechtigte“ registriert haben. Bei mehr als einem Drittel bleibt damit unklar, wer tatsächlich hinter den Unternehmen steht. Dies ist bemerkenswert, da das Transparenzregister genau diese Anonymität verhindern sollte.
Das bedeutet: Obwohl es ein Transparenzregister gibt, können ausländische Investoren weiterhin anonym deutsche Immobilien kaufen – und dabei möglicherweise illegale Gelder waschen.
Verschärfte EU-Vorgaben bis 2029
Zusätzlichen Druck erzeugt die neue EU-Geldwäscherichtlinie 2024/1640. Diese schreibt bis Juli 2029 eine zentrale Zugangsstelle für Immobilieninformationen vor, die deutlich mehr Daten bereitstellen muss als das bisherige Register. Hintergrund ist der Wille der EU-Kommission, Geldwäsche europaweit wirksamer zu bekämpfen. Dazu gehören Steuernummern, historische Eigentümerinformationen und Kaufpreise seit 2019.
Die Linke fragt unter anderem, wie viele ausländische Vereinigungen sich noch nicht registriert haben. Welche Bußgelder verhängt worden sind. Ob die Grundbuchdaten vollständig erfasst sind. Auch die Digitalisierung der Verwaltung spielt eine Rolle, da viele relevante Daten noch in Papierform vorliegen.
Geldwäsche treibt Immobilienpreise
Besondere Brisanz erhält das Thema durch wissenschaftliche Studien, die belegen, dass Geldwäsche im Immobiliensektor messbare ökonomische Effekte hat. In angespannten Wohnungsmärkten wie Berlin tragen illegale Kapitalzuflüsse zu Preissteigerungen bei, verdrängen reguläre Nachfrage und verschärfen die ohnehin angespannte Lage auf dem deutschen Wohnungsmarkt.
Die Bundesregierung muss nun darlegen, welche konkreten Schritte sie plant, um die Transparenzlücken zu schließen und die EU-Vorgaben fristgerecht umzusetzen. Von besonderem Interesse sind dabei auch die geplanten Maßnahmen gegen sogenannte Share Deals, bei denen Immobilien durch Unternehmenskäufe erworben werden, um Transparenzpflichten zu umgehen.
Betroffen sind alle Immobilienkäufer und -mieter, da Geldwäsche über Immobilien nachweislich die Preise in angespannten Wohnungsmärkten wie Berlin in die Höhe treibt. Auch Strafverfolgungsbehörden und Aufsichtsbehörden sind betroffen, die auf transparente Eigentumsstrukturen angewiesen sind.
Die Bundesregierung muss die 32 Fragen der Linken beantworten. Parallel läuft die Umsetzung der EU-Geldwäscherichtlinie 2024/1640, die bis Juli 2029 eine zentrale Zugangsstelle für Immobilieninformationen vorschreibt. Die neue EU-Verordnung über Bevölkerungsstatistiken fordert zudem zeitnahen Zugriff auf Verwaltungsdatensätze.
- Transparenzregister
- Bundesweites Register, in dem die wirtschaftlich Berechtigten von Unternehmen und ausländischen Rechtseinheiten mit deutschem Immobilienbesitz erfasst werden.
- Share Deals
- Immobilienerwerb durch Kauf von Unternehmensanteilen statt direktem Immobilienkauf, um Transparenzpflichten zu umgehen.
- Wirtschaftlich Berechtigter
- Person, die letztendlich Eigentum oder Kontrolle über ein Unternehmen ausübt, auch wenn sie nicht im Handelsregister steht.























































