Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/8448 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
- 109 Kilometer Neubaustrecke Hannover–Hamburg soll nach AfD-Antrag nicht gebaut werden
- Fahrzeitgewinn von nur 18 Minuten steht laut Antrag in keinem Verhältnis zu den Kosten
- A 20 und neue Elbquerung sollen bis 2040 fertig sein
Hintergrund
Die Bundesregierung hat in der Unterrichtung auf Drucksache 21/3150 über die Vorplanung und die frühe Öffentlichkeitsbeteiligung zur Aus- und Neubaustrecke Hannover–Hamburg berichtet. Die Fraktion stellt ihren Antrag dazu als Entschließungsantrag in die Beratung dieses Berichts. Nach Darstellung der Antragsteller beeinflusst auch der Hamburger Volksentscheid vom 12. Oktober 2025 die Lage. Das ist die Position der AfD-Fraktion, keine belegte Tatsache.
- 109 km — Länge der geplanten zweigleisigen Neubaustrecke zwischen Hannover-Vinnhorst und Hamburg-Meckelfeld.
- 250 km/h — vorgesehene Entwurfsgeschwindigkeit der Neubaustrecke.
- 18 Minuten — Fahrzeitgewinn gegenüber der Bestandsstrecke laut Antrag.
- rund 23 Prozent — Anteil der Stimmberechtigten, der laut Antrag beim Hamburger Volksentscheid 2025 zugestimmt hat.
- 2040 — Zieljahr für Klimaneutralität und für die Fertigstellung der A 20 samt Elbquerung.
Im Detail
die Planung für eine Schienenneubaustrecke (NBS) […] ist zu beenden.
— Forderung II.2 im Entschließungsantrag BT-Drs. 21/8448
Soll zwischen Hannover und Hamburg eine neue, 109 Kilometer lange Bahnstrecke entstehen? Die AfD-Fraktion sagt Nein. Mit dem Entschließungsantrag auf Drucksache 21/8448 vom 7. Oktober 2026 fordert sie, die Planung für die Neubaustrecke zu beenden. Stattdessen soll der Bund die Autobahn A 20 samt einer neuen Elbquerung bis 2040 fertigstellen.
Der Antrag bezieht sich auf die Unterrichtung der Bundesregierung (Drucksachen 21/3150, 21/3687 Nr. 2 und 21/8445). Sie berichtet über die Vorplanung und die frühe Öffentlichkeitsbeteiligung zur Aus- und Neubaustrecke Hannover–Hamburg. Die AfD lehnt dieses Ergebnis ab und stellt zwölf Feststellungen sowie zwei Forderungen an die Bundesregierung auf.
Was die Neubaustrecke vorsieht
Vorgesehen ist laut Antrag ein zweigleisiger Neubau zwischen Hannover-Vinnhorst und Hamburg-Meckelfeld über Celle. Die Strecke wäre 109 Kilometer lang und für eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h ausgelegt. Die Antragsteller halten das für zu wenig: Der Fahrzeitgewinn von 18 Minuten gegenüber der Bestandsstrecke stehe in keinem Verhältnis zum finanziellen Aufwand.
Kritik der Antragsteller an Kosten und Nutzen
Der Antrag nennt mehrere Kritikpunkte. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis sei nur unter Einbeziehung des Schienengüterverkehrs volkswirtschaftlich sinnvoll. Der Güterverkehr über die Neubaustrecke bringe zugleich erhebliche zusätzliche Lärmbelastungen für die betroffenen Menschen. Die Prognosen für den Schienengüterverkehr müssten zudem kritisch überprüft werden. Nach Ansicht der AfD drohen ein Rückgang des Gütereinzelwagenverkehrs sowie eine Deindustrialisierung und Schrumpfung der Wirtschaft. Das ist die Bewertung der Fraktion, die Drucksache belegt sie nicht.
Auch die Einfädelung auf die Bestandsstrecke zwischen Celle und Burgwedel sieht der Antrag kritisch. Das Problem werde womöglich nur verschoben: Statt der Strecke Uelzen–Stelle könnte dann der Abschnitt Hannover–Celle überlastet sein. Außerdem bemängelt die Fraktion, dass der Flughafen Hannover-Langenhagen nicht angebunden ist.
Hamburger Hauptbahnhof und Haushaltslage
Eine Neubaustrecke erfordert laut Antrag zusätzlich mehr Kapazität am Hamburger Hauptbahnhof. Genannt werden der projektierte Verbindungsbahn-Entlastungstunnel oder ein kompletter Bahnhofsneubau. Eine Entscheidung für die Neubaustrecke könne deshalb nur zusammen damit getroffen werden. Beide Projekte hält die AfD bei der Haushaltslage derzeit für nicht finanzierbar.
Volksentscheid und Hamburger Hafen
Die Fraktion verweist auf den Hamburger Volksentscheid vom 12. Oktober 2025. Dabei trat ein sogenanntes Klimaschutzverbesserungsgesetz in Kraft, nach Darstellung der Antragsteller mit der Zustimmung von rund 23 Prozent der Stimmberechtigten. Sie halten das Landesgesetz für fragwürdig. Der Ausgang habe Auswirkungen auf den norddeutschen Verkehrsknoten und lasse die Zukunft des Hamburger Hafens offen. Das lasse negative Folgen für den Seehafenhinterlandverkehr erwarten. Das sind Einschätzungen der AfD.
A 20 statt Schiene
Die angestrebte Klimaneutralität bis 2040 erfordert nach Auffassung der Antragsteller eine Umfahrung Hamburgs über einen geschlossenen Autobahnring außerhalb der Stadtgrenzen. Deshalb soll die A 20 samt einer neuen Elbquerung westlich von Hamburg zwischen A 21 und A 27 bis 2040 fertig werden. Die Bundesregierung soll der Fertigstellung höchste Priorität einräumen und die Finanzierung sichern.
Der Antrag trägt das Datum 6. Oktober 2026 und ist von Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und der Fraktion unterzeichnet. Ob und wann der Bundestag im Plenum darüber abstimmt, geht aus dem Dokument nicht hervor.
Weiterlesen:
Betroffen sind Fahr- und Güterverkehrskunden auf der Achse Hannover–Hamburg, Anwohner möglicher Trassen, etwa zwischen Celle und Burgwedel, sowie der Hamburger Hafen und sein Hinterlandverkehr.
Der Entschließungsantrag ist eingebracht. Er wird im Zusammenhang mit der Unterrichtung der Bundesregierung (Drucksache 21/3150) beraten. Danach stimmt der Bundestag im Plenum über ihn ab. Der Termin ist in der Drucksache nicht genannt.
- Entschließungsantrag
- Mit einem Entschließungsantrag nimmt der Bundestag Stellung zu einem Vorgang und kann die Regierung zu einem Handeln auffordern. Er ist politisch, aber nicht wie ein Gesetz bindend.
- Neubaustrecke (NBS)
- Eine komplett neu gebaute Bahnstrecke, im Gegensatz zum Ausbau einer vorhandenen Strecke.
- Verbindungsbahn-Entlastungstunnel (VET)
- Ein geplanter Bahntunnel in Hamburg, der den Hauptbahnhof entlasten soll.
Was fordert die AfD zur Bahnstrecke Hannover–Hamburg?
Sie fordert, die Planung der Neubaustrecke zu beenden und das Ergebnis der Vorplanung abzulehnen.
Wie lang wäre die geplante Neubaustrecke?
Vorgesehen ist ein zweigleisiger Neubau zwischen Hannover-Vinnhorst und Hamburg-Meckelfeld mit 109 Kilometern Länge.
Welche Alternative nennt der Antrag?
Die Bundesregierung soll den Bau der Autobahn A 20 samt neuer Elbquerung zwischen A 21 und A 27 beschleunigen und die Finanzierung sichern.




































































