Die Verkehrspolitik der schwarz-roten Bundesregierung unter Minister Patrick Schnieder steht im Fokus mehrerer parlamentarischer Anfragen. Nach einem Jahr Regierungszeit ziehen Opposition und Fraktionen eine kritische Zwischenbilanz zu verschiedenen Verkehrsbereichen.
Kritik an Verkehrsminister Schneiders Bilanz
Die Grünen-Fraktion stellt in gleich zwei Anfragen die Umsetzung der verkehrspolitischen Vorhaben der Koalition in Frage. Ein Jahr nach Amtsantritt der schwarz-roten Bundesregierung ziehen sie eine kritische Bilanz zu den im Koalitionsvertrag vereinbarten Verkehrsplänen. Die Fraktion fragt konkret nach dem Stand der versprochenen Verkehrswende und wirft der Regierung vor, ihre ursprünglichen Ziele nicht erreicht zu haben.
In einer weiteren Anfrage hinterfragen die Grünen die Entwicklungen unter der CDU-CSU-SPD-Koalition und Minister Patrick Schnieder. Sie fordern Rechenschaft über die praktische Umsetzung der verkehrspolitischen Agenda, die im Koalitionsvertrag festgeschrieben wurde. Eine detaillierte Analyse zeigt: Was ist aus Schniders großen Verkehrsplänen geworden?
Kostenexplosion bei der Deutschen Bahn
Ein Schwerpunkt der parlamentarischen Kontrolle liegt auf den stark gestiegenen Kosten bei der Deutschen Bahn. Die Grünen fragen nach einer Kostenexplosion von 9,2 Milliarden Euro bei DB-Schienen. Konkret geht es um zusätzliche Kostenpositionen, die die DB InfraGO AG der Bundesnetzagentur im November 2025 für das Jahr 2026 vorgelegt hat. Die Kostensteigerungen entstehen hauptsächlich durch Instandhaltung und bauaffine Maßnahmen der Schieneninfrastruktur.
AfD fokussiert auf Wasserstraßen und Binnenschifffahrt
Die AfD-Fraktion richtet ihren Fokus verstärkt auf die Situation der deutschen Wasserstraßen. In mehreren Anfragen thematisiert sie den dramatischen Rückgang der Binnenschifffahrt. Konkrete Zahlen der „Hafenrundschau Lübeck“ belegen einen Einbruch um 60 Prozent: Während 2015 noch über 18.500 Binnenschiffe mit mehr als einer Million Tonnen Fracht die norddeutschen Wasserstraßen nutzten, zeigen aktuelle Daten einen drastischen Rückgang.
An der Schleuse Geesthacht passierten deutlich weniger Schiffe als in den Vorjahren. Die AfD sieht darin ein Zeichen für den Niedergang eines wichtigen Verkehrsträgers, der Seehäfen mit Industriezentren verbindet und umweltfreundlichen Gütertransport ermöglicht.
Investitionsstau bei Schleusenanlagen
Parallel dazu fragt die AfD nach einem Milliarden-Investitionsstau bei deutschen Schleusenanlagen. Viele der Anlagen stammen noch aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und benötigen dringend Modernisierung. Die Fraktion befürchtet einen drohenden Kollaps des deutschen Wasserstraßennetzes, falls nicht zeitnah investiert wird.
Kontroverse um Förderstrategien
Die AfD hinterfragt außerdem die Finanzierung verschiedener verkehrspolitischer Maßnahmen. Sie stellt die Millionen-Förderung für Fußverkehr in Frage und fragt nach den konkreten Kosten der 2025 vorgestellten Fußverkehrsstrategie des Bundesministeriums. Diese verfolgt Ziele wie die Reduktion von Verkehrstoten und die Gleichberechtigung von Fußgängern im Straßenverkehr.
Zusätzlich hinterfragt die AfD die Finanzierung des Verkehrsaktivisten-Vereins Changing Cities e.V., der 2016 aus dem „Volksentscheid Fahrrad Berlin“ entstand und das Berliner Mobilitätsgesetz mitprägte. Der im Lobbyregister eingetragene Verein steht im Fokus einer Anfrage zur Fahrrad-Lobby-Finanzierung.
Parlamentarische Einordnung
Die vorliegenden Drucksachen zeigen ein Spektrum von Kleinen Anfragen der Oppositionsfraktionen Grüne und AfD. Beschlossen wurde bisher nichts – es handelt sich um parlamentarische Kontrollinstrumente, mit denen die Opposition von der Bundesregierung Auskunft über verschiedene verkehrspolitische Themen verlangt. Die Antworten der Bundesregierung stehen noch aus und werden die Grundlage für weitere parlamentarische Debatten bilden.























































