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Wegwerfagenten: AfD hinterfragt Bedrohung durch ausländische Spione
Hintergrund
Das Bundeskriminalamt und andere Sicherheitsbehörden haben eine verstärkte Anwerbung sogenannter Wegwerfagenten durch ausländische Nachrichtendienste festgestellt. Diese Personen werden meist über soziale Medien rekrutiert und für geringe Bezahlung zu Spionage, Sabotage oder Sachbeschädigung eingesetzt. Besonders russische Nachrichtendienste stehen im Verdacht. Eine gemeinsame Handreichung der Sicherheitsbehörden warnt vor dieser neuen Form hybrider Bedrohung.
Die AfD-Fraktion fragt die Bundesregierung nach detaillierten Informationen über die Bedrohung durch sogenannte Wegwerfagenten. In einer Kleinen Anfrage vom 15. Mai 2026 (BT-Drs. 21/5957) stellt sie 25 Fragen zu diesem Phänomen der Spionage und Sabotage.
Laut Bundeskriminalamt werben ausländische Nachrichtendienste verstärkt über soziale Medien Personen ohne nachrichtendienstliche Ausbildung an. Diese sogenannten Low-Level-Agenten führen gegen geringe Bezahlung Tätigkeiten wie Ausspähung, Sabotage oder Sachbeschädigung in Deutschland durch. Russische Nachrichtendienste stehen im Verdacht.
25 Fragen zu Anwerbung und Abwehr
Die AfD fragt nach der aktuellen Gefährdungslage. Sie erkundigt sich nach der Anzahl bekannter Anwerbeversuche seit 2022 sowie nach den betroffenen Staaten im Fokus. Dies ist bemerkenswert, da das Phänomen erst in jüngster Zeit verstärkt öffentliche Aufmerksamkeit erhalten hat. Weitere Schwerpunkte sind die Rolle digitaler Plattformen bei der Rekrutierung und typische Zielobjekte – darunter kritische Infrastrukturen oder militärische Einrichtungen.
Besonders interessiert sich die Fraktion für die Bezahlung der Wegwerfagenten. Sie fragt auch, ob Minderjährige oder Personen mit niedrigem Bildungsstand betroffen sind. Nach dem entstandenen Schaden seit 2022 wird ebenfalls gefragt.
Die Bundesregierung hat eine Informationskampagne „Kein Wegwerf-Agent werden“ gestartet. Hintergrund ist die Notwendigkeit präventiver Aufklärung. Die AfD will deren Wirksamkeit bewerten lassen und erfahren, welche weiteren Sensibilisierungsmaßnahmen geplant sind.
Internationale Zusammenarbeit gefordert
Weitere Fragen betreffen die Zusammenarbeit zwischen BKA, Verfassungsschutz und BND. Auch nach möglichem gesetzlichen Anpassungsbedarf im Straf- und Sicherheitsrecht wird gefragt. Die AfD will wissen, welche Maßnahmen zur Identifikation der Hintermänner im Ausland ergriffen werden.
Die Fraktion weist darauf hin, dass angeworbene Personen häufig nicht wissen, für wen sie arbeiten. Dies erschwert sowohl Prävention als auch strafrechtliche Verfolgung erheblich.
Die AfD erkennt ausdrücklich an, dass Spionage und Sabotage durch fremde Staaten eine erhebliche Bedrohung für die Bundesrepublik Deutschland und ihre freiheitlich-demokratische Grundordnung darstellen.
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Betroffen sind potenziell alle Nutzer sozialer Medien, insbesondere Personen mit geringem Einkommen oder niedrigem Bildungsstand, die für kleine Geldbeträge angeworben werden können. Auch Minderjährige geraten ins Visier der Rekrutierer.
Die Bundesregierung hat nun Zeit für eine schriftliche Antwort auf die 25 Einzelfragen der AfD-Fraktion. Die Antwort wird voraussichtlich klassifizierte Informationen enthalten, die nur in nicht-öffentlicher Sitzung behandelt werden können.
- Wegwerfagenten
- Personen ohne nachrichtendienstliche Ausbildung, die von ausländischen Geheimdiensten für einfache Spionage- oder Sabotageaufträge angeworben werden
- Low-Level-Agenten
- Alternative Bezeichnung für Wegwerfagenten – Amateure, die für niedrigschwellige Aufträge eingesetzt werden
- Hybride Bedrohung
- Kombination aus konventionellen und unkonventionellen Mitteln zur Destabilisierung eines Staates, oft unter der Schwelle offener Kriegsführung























































