Antwort der Bundesregierung …
- Berufsvalidierung seit 2025 möglich
- Kosten oft vierstellig
- Linke fordert Validierungszuschuss
Berufsvalidierung: Linke kritisiert hohe Kosten und fordert Zuschuss
Hintergrund
Das Berufsbildungsvalidierungs- und -digitalisierungsgesetz (BVaDiG) trat am 1. August 2024 in Kraft. Seit Januar 2025 haben Menschen mit Berufserfahrung einen Rechtsanspruch auf Validierung ihrer Kompetenzen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund kritisiert die hohen Kosten und fordert finanzielle Unterstützung.
Nach Einschätzung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) sind die Verfahren für viele Betroffene mit erheblichen Kosten verbunden – häufig im vierstelligen Bereich.
— Begründung BT-Drs. 21/6082
Die Linke-Fraktion hat umfassende Fragen zur Umsetzung der seit Januar 2025 geltenden Feststellungsverfahren nach dem Berufsbildungsvalidierungs- und -digitalisierungsgesetz (BVaDiG) gestellt. In ihrer Kleinen Anfrage vom 21. Mai 2026 (BT-Drs. 21/6082) thematisiert sie die Kosten der Berufsvalidierung und erfragt einen gesetzlichen Validierungszuschuss.
Das BVaDiG ist am 1. August 2024 in Kraft getreten. Menschen mit Berufserfahrung aber ohne formalen Abschluss haben seit Januar 2025 einen Rechtsanspruch auf Validierung ihrer beruflichen Kompetenzen. Dies ist bemerkenswert, da nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes die Verfahren mit Kosten im vierstelligen Bereich verbunden sind, die sich viele Betroffene nicht leisten können.
Hohe Verfahrenskosten als Hürde
Besonders betroffen sind laut DGB Geringverdiener, Berufserfahrene ohne Abschluss und Menschen mit Migrationshintergrund. „Ohne finanzielle Unterstützung bleibt der Rechtsanspruch auf Validierung ein leeres Versprechen“, heißt es in einem DGB-Positionspapier vom März 2026. Die Gewerkschaft fordert eine vollständige Kostendeckung einschließlich Gebühren, Fahrtkosten und Verdienstausfall.
Menschen können ihre Berufserfahrung seit 2025 offiziell bewerten lassen – aber die hohen Kosten schrecken viele ab.
Die 25 Fragen der Linke-Fraktion zielen auf detaillierte Informationen zur praktischen Umsetzung ab. Sie fragt, wie viele Erstberatungen stattgefunden haben. Welche Berufe am häufigsten nachgefragt werden und warum viele Beratungen nicht in Zulassungsanträge münden, interessiert die Fraktion ebenfalls. Besonders wichtig ist ihr die geplante Ausgestaltung des im Koalitionsvertrag vorgesehenen Validierungszuschusses.
Hintergrund ist die zentrale Frage, ob der Validierungszuschuss als gesetzlicher Rechtsanspruch oder nur als zeitlich befristetes Förderprogramm ausgestaltet wird. Die Linke hat bereits in anderen Bereichen für gesetzliche Rechtsansprüche eingesetzt.
Fehlende Daten nach einem Jahr
Nach einem Jahr Laufzeit der Feststellungsverfahren fehlen laut Anfrage öffentlich zugängliche Daten über die tatsächliche Inanspruchnahme und Umsetzungsqualität. Die zuständigen Stellen müssen auch Auskunft über Beratungsprozesse und einheitliche Standards geben. Ähnlich wie bei der Bahn-Modernisierung fordern Abgeordnete mehr Transparenz bei Reformprojekten.
Die Bundesregierung hat nun 21 Tage Zeit, um die umfassenden Fragen zu beantworten. Ihre Antwort wird zeigen, wie das neue Validierungssystem in der Praxis funktioniert und welche konkreten Pläne für den Validierungszuschuss bestehen.
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Betroffen sind Menschen mit Berufserfahrung aber ohne formalen Abschluss, insbesondere Geringverdiener, Berufserfahrene ohne Abschluss und Menschen mit Migrationshintergrund.
Die Bundesregierung hat bis zum 11. Juni 2026 Zeit für ihre Antwort. Parallel wird über die Ausgestaltung des im Koalitionsvertrag vorgesehenen Validierungszuschusses diskutiert.
- BVaDiG
- Berufsbildungsvalidierungs- und -digitalisierungsgesetz, das seit August 2024 Feststellungsverfahren zur Berufsanerkennung regelt.
- Validierung
- Bewertung und Anerkennung von beruflichen Kompetenzen, die außerhalb formaler Bildungswege erworben wurden.
- Feststellungsverfahren
- Verfahren zur Bewertung beruflicher Handlungsfähigkeit am Maßstab eines dualen Ausbildungsberufs.
Was sind Feststellungsverfahren?
Seit Januar 2025 können Menschen ohne formalen Berufsabschluss ihre Berufserfahrung offiziell bewerten und anerkennen lassen.
Wie hoch sind die Kosten?
Laut Gewerkschaftsbund sind die Verfahren oft mit erheblichen Kosten im vierstelligen Bereich verbunden.























































