- 907.500 Euro BMZ-Förderung für Afrika-Handwerksprojekt von 2023 bis 2026
- SEQUA-Stiftung führte das Projekt 'Handwerker ohne Grenzen' durch
- Bundestag fragt nach Kostentransparenz und möglichen Mittelfehlverwendungen
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6762 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Das BMZ fördert über verschiedene Durchführungsorganisationen zahlreiche Projekte in Entwicklungsländern. Das Projekt ‚Handwerker ohne Grenzen‘ (IATI-Maßnahmen-ID: DE-1-202310084) lief vom 1. Januar 2023 bis zum 1. Februar 2026 und wurde über das Bundeshaushalt-Einzelplan 23 finanziert. Als Ziele wurden laut Transparenzportal des Bundes die SDG-Ziele ‚Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum‘ (SDG 8) sowie als Nebenziel ‚Gleichberechtigung der Geschlechter‘ ausgewiesen. Die SEQUA-Stiftung ist eine gemeinnützige Organisation, die im Auftrag des BMZ und der deutschen Wirtschaft Projekte der Entwicklungszusammenarbeit umsetzt.
- 907.500 Euro — Gesamtes Finanzierungsvolumen des Projekts laut Transparenzportal des Bundes
- 1. Januar 2023 bis 1. Februar 2026 — Förderzeitraum des Projekts, insgesamt rund 37 Monate
- 11 Fragen — Umfang der Kleinen Anfrage zu Kosten, Maßnahmen, Teilnehmern und Mittelverwendung
Im Detail
Knapp 907.500 Euro Steuergeld hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zwischen Januar 2023 und Februar 2026 in ein Handwerksprojekt in Afrika gesteckt. Die AfD-Fraktion verlangt nun mit einer Kleinen Anfrage (BT-Drs. 21/6762, eingereicht am 26. Juni 2026) detaillierte Auskunft darüber, wie dieses Geld eingesetzt wurde und ob die angestrebten Projektziele tatsächlich erreicht wurden.
Was steckt hinter dem Projekt „Handwerker ohne Grenzen“?
Das Projekt „Gemeinschaftsvorhaben deutscher und französischer Handwerksorganisationen für die Förderung des afrikanischen Handwerks – Handwerker ohne Grenzen“ (IATI-Maßnahmen-ID: DE-1-202310084) war ein gemeinsames Vorhaben von Handwerksorganisationen aus Deutschland und Frankreich. Als Durchführungsorganisation fungierte die SEQUA-Stiftung für wirtschaftliche Entwicklung und berufliche Qualifizierung. Das ausgewiesene Ziel entsprach dem UN-Nachhaltigkeitsziel Nr. 8 „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“; als Nebenziel nannte die Projektbeschreibung die „Gleichberechtigung der Geschlechter“. Die Daten sind im Transparenzportal des Bundes öffentlich einsehbar.
Was gilt aktuell?
Der Förderzeitraum ist mit dem 1. Februar 2026 abgelaufen. Das Projekt ist damit abgeschlossen. Die BMZ-Förderung von Handwerksprojekten in Entwicklungsländern über Mittlerorganisationen wie SEQUA ist ein etabliertes Instrument der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Wie viel von den 907.500 Euro auf Personalkosten, Verwaltungspauschalen oder direkte Sachleistungen entfällt, ist bislang öffentlich nicht aufgeschlüsselt. Genau das will die Anfrage in Erfahrung bringen. Ähnliche Fragen zu Transparenz und Mittelverwendung im Bereich Entwicklungszusammenarbeit wurden zuletzt auch beim Bürokratieabbau im BMZ aufgeworfen.
Handwerker ohne Grenzen: Die elf Fragen im Überblick
Die Kleine Anfrage umfasst elf Fragen, die auf eine umfassende Kontrolle der Mittelverwendung abzielen:
Kostenstruktur: Zunächst soll die Bundesregierung sämtliche Kosten nach Kategorien aufschlüsseln – Personal, Projektverwaltung, Beschaffungen, Planungskosten und Evaluierungen. Besonderes Interesse gilt dabei den Verwaltungskostenpauschalen und Management Fees, die direkt an SEQUA geflossen sind.
Haushaltsfinanzierung: Aus welchem spezifischen Haushaltstitel des Einzelplans 23 – dem BMZ-Etat – wurde das Projekt finanziert? Zudem soll die Regierung erklären, ob das Vorhaben in eine übergeordnete Länderstrategie für Südafrika eingebettet war.
Einzelmaßnahmen und Sachmittel: Welche konkreten Einzelmaßnahmen wurden umgesetzt? Wurden lokale Organisationen oder staatliche Institutionen in den Partnerländern mit Sachmitteln bedacht – und wenn ja, zu welchen Kosten und in welchem Umfang?
Behördenbeteiligung: Die Anfrage erkundigt sich auch danach, ob und in welchem Umfang Behörden der Partnerländer mit Weisungsbefugnis in das Projekt eingebunden waren – aufgeschlüsselt nach Staat, Behörde, Entscheidungskompetenz und Eigenleistungen.
Teilnehmerzahlen: Wie viele Personen nahmen insgesamt an dem Projekt teil, aufgegliedert nach Land und Aktivität? Ausdrücklich fragt die Anfrage auch nach der Zahl von Frauen, Transpersonen und Personen weiterer marginalisierter Gruppen – da Geschlechtergleichstellung laut Projektbeschreibung ein Nebenziel war.
Zielerreichung: Wurde das SDG-Ziel Nr. 8 tatsächlich erreicht? Diese Frage nach der messbaren Wirkung des Projekts ist zentral für die parlamentarische Kontrolle der Entwicklungszusammenarbeit.
Evaluierung und Fehlverwendung: Welche Behörde ist für Evaluierungen des Projekts zuständig, und wann werden diese öffentlich auf Deutsch einsehbar sein? Schließlich fragt die AfD-Fraktion, ob bis dato Mittelfehlverwendungen gemeldet wurden. Derartige Kontrollmechanismen sind grundsätzlich ein Bestandteil jeder geförderten Maßnahme – Transparenz über gemeldete Unregelmäßigkeiten bleibt jedoch oft begrenzt.
Parlamentarische Kontrolle von Entwicklungshilfe-Ausgaben
Die Kleine Anfrage steht im breiteren Kontext einer zunehmenden parlamentarischen Aufmerksamkeit für die Verwendung von Entwicklungshilfemitteln. Das BMZ verwaltet einen der größten Einzeletats im Bundeshaushalt. Projekte werden häufig über Mittlerorganisationen abgewickelt, was Fragen nach Transparenz und Effizienz aufwirft. Das Bundesministerium muss nun bis zum 17. Juli 2026 antworten. Ob und wie vollständig es die Fragen beantwortet, wird zeigen, wie weit die parlamentarische Kontrolle in diesem Bereich reicht – ein Thema, das auch in anderen Bereichen der Außen- und Entwicklungspolitik diskutiert wird, etwa bei der Ukraine-Friedensregelung oder den Fragen zur Forschungssicherheit.
Weiterlesen:
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Unmittelbar betroffen sind die lokale Bevölkerung und Handwerksbetriebe in den afrikanischen Partnerländern des Projekts sowie die deutschen und französischen Handwerksorganisationen, die das Vorhaben gemeinsam getragen haben. Mittelbar betrifft das Thema alle Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, aus deren Beiträgen die knapp 907.500 Euro Fördervolumen finanziert wurden.
Die Kleine Anfrage wurde am 26. Juni 2026 beim Deutschen Bundestag eingereicht. Die Bundesregierung hat 21 Tage Zeit zur Beantwortung, die Frist läuft bis zum 17. Juli 2026. Nach Eingang der Antwort wird diese als gesonderte Drucksache veröffentlicht.
- IATI
- International Aid Transparency Initiative – ein internationaler Standard zur Offenlegung von Daten über Entwicklungshilfe-Ausgaben.
- SDG
- Sustainable Development Goals – die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die bis 2030 erreicht werden sollen.
- Einzelplan 23
- Der Haushaltsplan des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), aus dem Mittel für Entwicklungszusammenarbeit bereitgestellt werden.
Was ist das Projekt 'Handwerker ohne Grenzen'?
Es handelt sich um ein Gemeinschaftsvorhaben deutscher und französischer Handwerksorganisationen zur Förderung des afrikanischen Handwerks, das vom BMZ von Januar 2023 bis Februar 2026 mit 907.500 Euro gefördert und von der SEQUA-Stiftung durchgeführt wurde.
Was ist die SEQUA-Stiftung?
SEQUA ist die Stiftung für wirtschaftliche Entwicklung und berufliche Qualifizierung und fungierte als Durchführungsorganisation des Projekts im Auftrag des BMZ.
Wann muss die Bundesregierung die Anfrage beantworten?
Die gesetzliche Antwortfrist für Kleine Anfragen beträgt 21 Tage ab Einreichung, also bis spätestens 17. Juli 2026.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6762 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
































































