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Grüne wollen Krypto-Steuerparadies Deutschland beenden
Die Grünen-Fraktion will Deutschland als „Steuerparadies für Kryptowerte“ abschaffen. Dazu hat sie einen Gesetzentwurf vorgelegt (BT-Drs. 21/5752 vom 5. Mai 2026). Der Entwurf sieht vor, die umstrittene Einjahresfrist zu streichen. Nach dieser sind Gewinne aus dem Handel mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen derzeit steuerfrei.
Kernpunkt der Reform: Künftig sollen Krypto-Gewinne unabhängig von der Haltedauer mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert werden. Dies ist bemerkenswert, da bisher Veräußerungsgewinne nur dann unter die Einkommensteuer fallen, wenn die Kryptowerte innerhalb eines Jahres nach dem Kauf wieder verkauft werden.
Fünf Milliarden Euro Mehreinnahmen erwartet
Die Grünen bezifferten die erwarteten Mehreinnahmen auf mindestens fünf Milliarden Euro jährlich. Davon profitieren Bund, Länder und Kommunen gleichermaßen. Die Fraktion führt an, Deutschland ist innerhalb der EU „fast das einzige Land“, das Krypto-Gewinne nach kurzer Haltefrist steuerfrei stellt.
Während Aktiengewinne in Deutschland immer versteuert werden müssen, sind Bitcoin-Gewinne nach einem Jahr völlig steuerfrei.
Die vorgeschlagene Regelung soll für alle Kryptowerte gelten, die nach dem 31. Dezember 2025 erworben wurden. Bereits gekaufte Kryptowerte bleiben von der Neuregelung unberührt, sofern sie vor diesem Stichtag erworben worden sind.
Begründung der Grünen: Kryptowerte haben sich aufgrund ihrer „hohen Volatilität“ und ihres „verschwindend geringen Nutzens als Zahlungsinstrument“ nicht als digitales Äquivalent zu Gold bewährt. Hintergrund ist, dass sie von Marktteilnehmern wie Hochrisiko-Tech-Werte behandelt werden und daher besteuert werden müssen.
Das Gesetz tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft. Ob es im Bundestag eine Mehrheit findet, ist offen. Die Grünen sehen die Reform als Teil einer gerechteren Steuerpolitik.























































