Fünf aktuelle parlamentarische Drucksachen zeigen unterschiedliche Schwerpunkte der Fraktionen bei der Haushaltsgestaltung und finanziellen Transparenz. Die Anfragen reichen von Steuerpolitik über Ausgabenkontrolle bis hin zu Klimafinanzierung.
Umsatzsteuer auf Lebensmittel bleibt unverändert
Die Bundesregierung lehnt Änderungen bei der Umsatzsteuer auf Lebensmittel ab. Dies geht aus einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen hervor. Die Anfrage entstand vor dem Hintergrund anhaltender Kriege im Nahen Osten und deren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte zuvor eine Senkung der Umsatzsteuersätze ins Gespräch gebracht, die Regierung plant jedoch keine entsprechenden Änderungen der bestehenden Steuersätze.
AfD fordert Kostentransparenz bei Ex-Kanzlern
Die AfD-Fraktion fordert eine detaillierte Kostenaufschlüsselung für die Amtsausstattung ehemaliger Bundeskanzler. In ihrer Anfrage verlangen die Abgeordneten Angaben zu Personal-, Reise- und Sachausgaben. Ehemalige Bundeskanzler erhalten nach ihrem Ausscheiden eine staatlich finanzierte Amtsausstattung für nachwirkende Aufgaben, die Personalstellen, Sachmittel sowie Büro- und andere Dienstleistungen umfasst. Die AfD möchte konkrete Zahlen zu diesen Ausgaben, einschließlich ungewöhnlicher Kostenpunkte wie Frisörkosten.
Fußverkehrsstrategie im Kostenfocus
Eine weitere AfD-Anfrage zielt auf die Kostenaufschlüsselung und Erfolgsbilanz der Fußverkehrsstrategie des Bundes. Das Bundesministerium für Verkehr hat 2025 eine Fußverkehrsstrategie vorgestellt, die mehrere Ziele verfolgt: die Reduktion von Verkehrstoten, die Gleichberechtigung von Fußgängern im Verkehrssystem und die Förderung nachhaltiger Mobilität. Die AfD fordert eine detaillierte Darstellung der damit verbundenen Kosten und eine Bewertung der bisherigen Erfolge.
Bürokratieabbau bei Zuwendungsprüfungen abgelehnt
Die Bundesregierung lehnt einen Vorschlag zur Vermeidung von Doppelprüfungen bei staatlichen Zuwendungen ab. Dies betrifft eine AfD-Initiative zur Vereinfachung von Verwaltungsverfahren. Im Frühjahr 2023 hatte das damalige Bundesjustizministerium eine Verbändeabfrage zur Bürokratiebelastung durchgeführt. 57 Verbände reichten dabei 442 Vorschläge zur Entlastung ein. Der Vorschlag zur Vermeidung von Doppelprüfungen fand jedoch keine Zustimmung der Regierung.
Grüne fordern kommunale Klimafinanzierung
Die Grünen-Fraktion fordert eine konkrete Investitionsplanung für kommunalen Klimaschutz bis 2030. In ihrer Anfrage thematisieren sie das strukturelle Problem, dass Klimaschutz und Klimaanpassung für deutsche Kommunen rechtlich nur freiwillige Aufgaben darstellen, obwohl ein Drittel aller nationalen Treibhausgasemissionen auf kommunaler Ebene anfällt. Die Grünen verlangen eine Finanzierungsstrategie, die den Kommunen ausreichende Mittel für ihre Klimaschutzbemühungen zur Verfügung stellt.
Parlamentarische Bilanz
Von den fünf dokumentierten Drucksachen stammen drei von der AfD-Fraktion und zwei von den Grünen. Während die AfD-Anfragen primär auf Kostentransparenz und Ausgabenkontrolle abzielen, fokussieren sich die Grünen auf Steuer- und Klimafinanzierungsfragen. Die Bundesregierung lehnte in den vorliegenden Fällen sowohl steuerpolitische Änderungen als auch Vereinfachungsvorschläge ab. Bei den Klimafinanzierungs- und Transparenzfragen stehen die Antworten der Regierung noch aus oder wurden in den verfügbaren Dokumenten nicht vollständig dargestellt.























































